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Wohnungen gesucht

Unterbringung von Asylbewerbern Wohnungen gesucht

Die Unterbringung weiterer Flüchtlinge in der Samtgemeinde scheint auf einem guten Weg zu sein. Der Verwaltung liegen derzeit Angebote für vier Mietobjekte vor.

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Samtgemeinde Eilsen. Dies teilte Samtgemeindebürgermeister Bernd Schönemann auf Nachfrage mit. Weitere Wohnungen werden aber noch dringend gesucht, um die vom Landkreis angestrebte Unterbringungsquote von rund 1,5 Prozent der Einwohnerzahl erfüllen zu können.

 Für die Samtgemeinde bedeutet dies, dass Wohnraum für ungefähr 100 Flüchtlinge zur Verfügung gestellt werden müsste. „Erst einmal,“ schränkt Schönemann vorsichtig ein und verweist darauf, dass der mittel- oder langfristige Bedarf noch nicht absehbar sei. Derzeit leben nach seinen Angaben 43 Flüchtlinge in der Samtgemeinde Eilsen, 35 davon im Haus Berlin in Bad Eilsen, die übrigen über mehrere Gemeinden verteilt. Auf Grundlage dieser Zahlen fehlt also noch Wohnraum für rund 55 Personen. Allerdings gebe es ständig Fluktuation: So seien bereits zwei Familien aus dem Haus Berlin ausgezogen, eine habe zum Beispiel eine behindertengerechte Wohnung in Bückeburg gefunden.

 Wie berichtet sieht die „Heranziehungsverordnung“, die der Kreistag in der kommenden Woche verabschieden soll, vor, dass die Gemeinden vor Ort die Suche, Anmietung und Ausstattung von Wohnraum übernehmen. Die Mieten bezahlt dann der Landkreis, die Kosten für die Einrichtung bekommen die Gemeinden erstattet. Sitzen bleiben sie allerdings auf den Personalkosten. In größeren Kommunen wie Bückeburg oder Stadthagen ist bereits eine Aufstockung des Personals im Gespräch. Auch in der Samtgemeinde bereitet der vermehrte Arbeitsaufwand Sorgen, so dick sei die Personaldecke nämlich besonders im Ordnungsamt nicht. „Aber wir packen das erst einmal an,“ gibt sich Schönemann pragmatisch. In der Praxis bedeutet das: Er oder Ordnungsamtsleiter Andreas Kunde werden in den nächsten Tagen Wohnungsangebote prüfen und gegebenenfalls Wohnungen im Namen des Landkreises anmieten.

 Eine positive Nachricht: Der Samtgemeinde liegen bereits Angebote für drei Wohnungen und ein Haus aus Bad Eilsen und Buchholz vor. Alle sind deutlich größer als die angepeilten 100 Quadratmeter, sodass auch mehr Menschen dort wohnen könnten. Je nach Zuschnitt würde sich eine große Wohnung oder ein Einfamilienhaus für zehn Personen oder mehr eignen.

 Erfreut ist Schönemann darüber, dass kein Vermieter mit dem Leid der Flüchtlinge Geschäfte machen möchte. Die Mietforderungen lägen um fünf Euro pro Quadratmeter, also durchaus im Rahmen des allgemeinen Mietspiegels.

 Vermieter sind auf „der sicheren Seite“, wenn sie Wohnraum für Flüchtlinge zur Verfügung stellen. Mieter ist nämlich der Landkreis, der für gewissenhafte Zahlungen sorgt und die Wohnung am Ende des Mietverhältnisses auch in einwandfreiem Zustand zurückgibt. Gesucht werden weitere Wohnungen. Vermieter werden gebeten, sich direkt an die Samtgemeinde zu wenden. Vor Ort wollen die Gemeindebürgermeister Gespräche führen und ihre Kontakte spielen lassen, um weiteren Wohnraum zu organisieren. „Wir ziehen alle an einem Strang,“ sagt Schönemann dazu. So werde auch nicht auf Einzelquoten für die Mitgliedsgemeinden geschaut. Geeigneter Wohnraum werde da angemietet, wo er angeboten werde.

 An einem Strang zieht die Verwaltung auch mit den ehrenamtlichen Helfern zum Beispiel in der Kirchengemeinde. So berichtet der Verwaltungschef über ein positiv verlaufenes Treffen des Samtgemeinderates mit dem Kirchengengemeinderat der evangelisch-lutherischen Gemeinde. Schönemann: „Ohne die ehrenamtlichen Betreuer, die sich zum Beispiel im Haus Berlin engagieren, wären wir aufgeschmissen.“

 Nun sei es vorrangiges Ziel, Wohnraum zu organisieren. Wenn alle ein Dach über dem Kopf hätten, rückten Integration und die Suche nach Arbeitsplätzen mehr in den Fokus. Allein im Haus Berlin wollten zwölf Bewohner gerne sofort arbeiten, und sei es zum Beispiel, bei der Pflege der Grünanlagen oder der Friedhöfe zu helfen. Vorstellbar wären für Schönemann Arbeitsverhältnisse ähnlich denen der bekannten Ein-Euro-Jobs – doch da gebe es noch bürokratische Hemmnisse. kk

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