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Aus dem Landkreis 112.000 Euro für Deutschkurse
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis 112.000 Euro für Deutschkurse
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17:00 24.03.2017
112000 Euro gibt der Landkreis für Integration und Sprachförderung aus. Quelle: Symbolfoto dpa
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Von Stefan Rothe LANDKREIS

Das hat der Ausschuss für Soziales und Gesundheit des Kreistages nahezu einmütig empfohlen. Die AfD enthielt sich der Stimme.

 Den Löwenanteil von 66000 Euro erhält die Volkshochschule Schaumburg (VHS) für ihre Deutschkurse. Derzeit laufen an der VHS kreisweit fünf Integrations-, acht Alphabetisierungs- und 35 Flüchtlingskurse. Dabei handelt es sich jeweils überwiegend um Deutschkurse, und zwar mit unterschiedlichem Niveau.

 Aktuell gibt es nach Angaben von Kreissozialdezernent Klaus Heimann für VHS-Deutschkurse eine Warteliste von 110 Flüchtlingen. Daher soll die Zahl der Kurse in diesem Jahr kräftig aufgestockt werden. Die Veranstaltungen werden auch von Bund und Land mitfinanziert, der Landkreis stellt eine Teilförderung.

 Christa-Renate Hardt (AfD) plädierte dafür, die Kurse vorrangig Flüchtlingen mit einer realistischen Bleibeperspektive zukommen zu lassen. Heimann teilte dazu mit, dass bei der Zulassung für vom Bund finanzierte Kurse mit höheren Ansprüchen die Bleibeperspektive mit eine Rolle spiele. Grundsätzlich seien Deutschkurse aber für alle Flüchtlinge vorgesehen.

Niedrigschwellige Angebote

 Zusätzliche 28000 Euro erhält die VHS für die Einrichtung einer halben Sozialarbeiter-Stelle zur Begleitung der Deutschkurse.

Die Arbeiterwohlfahrt (Awo) bekommt 10000 Euro für die Finanzierung von interkulturellen Frauentreffs für Migrantinnen und Flüchtlinge. Diese niedrigschwelligen Angebote haben zum Ziel das Kennenlernen der deutschen Gesellschaft, die Reflexion der eigenen Kultur und die Integration in die Lebensverhältnisse in Schaumburg. 5000 Euro gehen an die Integrationsleitstelle des Landkreises, um eine Aufwandsentschädigung für ehrenamtliche Integrations- und Elternlotsen zu gewährleisten. Nicht zuletzt erhält die Pfarrcaritas Bückeburg 3000 Euro zur finanziellen Förderung eines niedrigschwelligen Deutschkurses.

 Heimann teilte den Sozialpolitikern mit, dass die Zahl der Flüchtlinge in Schaumburg seit Monaten bei knapp 3000 konstant bleibe. Zwar würden pro Woche gut 20 neue Flüchtlinge zugeteilt, „es verlassen aber auch etwa im selben Umfang Flüchtlinge den Landkreis“. Rund 40 Prozent der Flüchtlinge seien unter 18 Jahre alt und würden in den hiesigen Bildungseinrichtungen aufgenommen. „Das ist eine große Chance für eine gelingende Integration“, kommentierte Heimann die Altersstruktur der Neuangekommenen. Weitere 20 Prozent seien zwischen 18 und 24 Jahre alt, fügte Heimann hinzu.

 Mit Blick auf die Unterbringung sagte der Dezernent, etwas mehr als 90 Prozent der Flüchtlinge lebten in dezentralen Wohnungen. Dieses sei neben der Flüchtlingssozialarbeit und dem starken ehrenamtlichen Engagement ein wichtiger Grund dafür, „dass es in unserem Landkreis eine hohe Akzeptanz der Situation gibt“. Gleichwohl gebe es auch kreisweit fünf Gemeinschaftsunterkünfte, die für eine erste Übergangs-Unterbringung von Neuangekommenen wichtig seien.

 Lothar Biege (FDP) verwies auf die Tatsache, dass der Anteil der Flüchtlinge an der Bevölkerung in den Kommunen recht unterschiedlich sei. So weise Stadthagen (2,4 Prozent) einen viermal so großen Anteil auf wie etwa Rodenberg (0,6 Prozent). Heimann reagierte, die Verwaltung müsse sich stark nach den angebotenen Wohnungen richten, sei aber bemüht, einen möglichst guten Ausgleich herzustellen. ssr

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