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Aus dem Landkreis 15 Millionen Euro investiert
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis 15 Millionen Euro investiert
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00:18 24.12.2017
Freuen sich über die Erweiterung: Die Mitglieder der Geschäftsleitung, Jonas Struckmann, Henning Struckmann und Heiner Struckmann, sowie Filialleiter Günter Lohmann.
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BAD NENNDORF

„Wir sind hier 1998 mit dem Vorhaben angetreten, das modernste Möbelhaus Deutschlands zu schaffen“, sagt Heiner Struckmann, gemeinsam mit Bruder Henning Geschäftsführer bei Möbel Heinrich, während eines Rundgangs mit Pressevertretern. Diesen Anspruch verfolge das Unternehmen mit dem nunmehr zweiten Ausbau weiter.

Moderner ist das Haus auch deshalb geworden, weil in allen Abteilungen mehrere Monitore installiert wurden, die die jeweiligen Produkte mit Filmen erläutern. So will das Haus die Kommunikation mit den Kunden intensivieren. „Bewegte Bilder ziehen immer“, betont Henning Struckmann.

Nur ein Drittel der Investitionssumme floss in den neuen Rohbau. Der Rest wurde für die Renovierung im Bestand aufgewendet. Deutlich heller ist es auf den drei Etagen geworden, die Beleuchtung wurde komplett auf LED umgestellt. Das Untergeschoss, wo Möbel gezielt für jüngeres Publikum angeboten werden, hat zusätzlich einige farbliche Akzente erhalten. Ein spezielles Orientierungssystem soll den Kunden dabei helfen, sich auf Anhieb zurechtzufinden.

Regionale Verbundenheit

Ein Herzstück ist und bleibt die Abteilung für Sofas und Couches. „Hier stehen 600 Garnituren. Wer da keine Garnitur findet ...“, sagt Heiner Struckmann, „... der will keine“, vollendet Henning Struckmann. Am stärksten gewachsen ist die Küchenabteilung, deren Grundfläche in etwa verdreifacht wurde. Die Bad-Sektion wanderte vom ersten Obergeschoss in die untere Etage. Bädern misst Gründer-Enkel Jonas Struckmann, Einkaufsleitung „Junges Wohnen“, im Verkaufsgeschäft besondere Bedeutung zu.

Das Bälleparadies im Eingangsbereich ist verschwunden – es gibt aber ein verkleinertes Pendant im 2. Obergeschoss. Dieses ist in einen größeren und mehr auf Spiele ausgerichteten Kinderbereich integriert worden. Nebenan befindet sich ein mit Sesseln ausgestatteter Bereich mit Großbild-TV zum Fußballschauen. „Intern nennen wir das den Männer-Parkplatz“, scherzt Heiner Struckmann.

Regionale Verbundenheit zeigt das Unternehmen bei der Dekoration der Lichthalle: Die oberen Fenster sind mit großformatigen Fotos aus Schaumburg beklebt worden. Das Restaurant in der obersten Etage hat zusätzlich einen Terrassenbereich bekommen – von dort aus können die Kunden den Blick direkt aufs Schaumburger Land richten. gus

Interview

Ihr verstorbener Vater hat das Unternehmen vor 60 Jahren gegründet und groß gemacht – wie schwer lastet solch ein Erbe auf den Nachkommen?

Heiner Struckmann: In jüngeren Jahren schon, heute nicht mehr, weil wir inzwischen selbst einiges erfolgreich aufgebaut haben.
Henning Struckmann: Es ist aber schön, dass manchmal langjährige Mitarbeiter kommen und sagen, „Ihr Vater wäre stolz auf Sie“.

Wie können sich inhabergeführte Möbelhäuser gegen die gewaltige Konkurrenz großer Ketten überhaupt noch behaupten?
Heiner Struckmann: Zum Glück ist die Branche noch sehr mittelständig strukturiert. Bei Preisen und Auswahl müssen wir genauso gut sein wie die großen Ketten. Entscheidend ist aber das Personal.
Henning Struckmann: Viele Mitarbeiter sind seit Jahrzehnten im Haus. Wir achten bei der Personalauswahl sehr darauf, dass die Leute zu uns passen und bevorzugt aus der Region kommen, weil dann die Chancen einer langfristigen Bindung größer sind. All das trägt zu einem guten Arbeitsklima bei.
Heiner Struckmann: Und das spüren auch die Kunden. Die merken, dass es hier anders zugeht, als bei vielen Wettbewerbern.

Wie sehr macht Ihnen der Onlinehandel zu schaffen?
Jonas Struckmann: Das ist schwer zu messen. Grundsätzlich kann man aber sagen: Je flacher, also niedrigpreisiger die Ware, desto größer die Online-Konkurrenz.
Henning Struckmann: Wer aber eine Küche oder eine hochwertige Sitzgarnitur kauft und dafür 20 000 Euro ausgibt, der macht das nicht im Internet. Der will auch eine vernünftige Beratung.
Heiner Struckmann: Möbelanbieter, die nur auf Online setzen, fahren allesamt Verluste ein. Man braucht schon die Kombination mit dem stationären Handel. Und zur Abgrenzung ist es auch wichtig, sich mit einem qualitativ höherwertigen Sortiment für gehobene Ansprüche zu positionieren, wie wir es jetzt verstärkt tun. Viele haben uns das nicht zugetraut, weil wir immer als Mittelklassehaus galten. So ein Imagewandel funktioniert aber nicht von heute auf morgen, sondern dauert Jahre.

Wo sehen Sie Ihr Unternehmen denn in 20 Jahren?
Heiner Struckmann: Es ist schwierig, in so langen Zeiträumen zu planen. Wir wollen gesundes Wachstum. Es ist schon denkbar, dass zu sieben vorhandenen Standorten noch weitere hinzukommen. Fest steht, dass der Konzentrationsprozess in der Branche weitergeht. Gut geführte Unternehmen werden sich aber behaupten können.
Jonas Struckmann: Schon relativ kurzfristig werden wir unsere bislang noch weitgehend getrennten Online- und Offline-Aktivitäten zusammen führen. Heißt: Die Kunden können dann nicht nur praktisch jeden Artikel auch im Internet bestellen, sondern ihre Möbeleinkäufe dort auch planen, bevor Sie zu uns ins Haus kommen.

Interview: mf

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