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1516 Schüler haben geschwänzt

Landkreis / Statistik 1516 Schüler haben geschwänzt

An den allgemeinbildenden Schulen in Schaumburg hat es im vergangenen Schuljahr insgesamt 1516 Schulschwänzer gegeben. Zwei Drittel davon fehlten „nur“ weniger als fünf Tage. Rund 100 Schüler waren länger als vier Wochen ohne Entschuldigung nicht in der Schule. Das geht aus einer jüngst vorgelegten Statistik der Kreisverwaltung hervor.

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Eine Arbeitsgruppe des kreiseigenen Schulamtes will dafür sorgen, dass die Zahl der Schulschwänzer sinkt.

Quelle: Symbolbild: np

Von Stefan Rothe. Eine Arbeitsgruppe des kreiseigenen Schulamtes befasst sich seit einiger Zeit mit der Frage, wie dem Schulschwänzen besser Einhalt geboten werden kann. Während der jüngsten gemeinsamen Sitzung des Schul- und des Jugendhilfeausschusses des Kreistags wurde das „Schaumburger Konzept gegen Schulvermeidung“ vorgestellt. Dieses wurde an der Oberschule in Helpsen entwickelt und wird laut Aussage des Schulamtes auch von vielen anderen Schulen in Schaumburg angewendet.

 Grundlage dieses mehrstufigen Konzeptes ist eine lückenlose Kontrolle und Meldung von Fehlzeiten. Bei unentschuldigtem Fehlen ist ein sofortiger Kontakt zu den Erziehungsberechtigten vorgesehen. Überschreitet das unentschuldigte Fernbleiben mehrere Tage, werden dem Konzept nach Schulsozialarbeiter und Beratungslehrer eingeschaltet. In Gesprächen mit Schülern und Eltern soll nach Gründen des Fernbleibens gesucht und schulintern eine Lösung angestrebt werden.

 Tritt trotzdem keine Besserung ein, kommen der schulpsychologische Beratungsdienst und das Jugendamt ins Spiel. Auch hier wird noch auf persönlicher Ebene versucht, Hintergründe aufzuklären und Auswege aufzuzeigen.

 Bei weiterem unentschuldigten Fehlen werden zunächst offizielle Maßnahmen angekündigt. Kommt keine Reaktion, folgt eine Ordnungswidrigkeitsanzeige, und ein Bußgeld wird festgesetzt. Daneben soll dann vonseiten der Schule eine Helferkonferenz einberufen werden, in der sowohl die in der Schule Verantwortlichen, aber auch das Jugendamt, Erziehungsberechtigte und eventuell weitere Beratungsstellen einbezogen werden.

 Für die schwierigsten und hartnäckigsten Fälle schwebt der Arbeitsgruppe des Schulamtes die Einrichtung sogenannter Schulersatzprogramme vor. Ziel wäre es laut Vorlage des Schulamtes, „Schüler, die aus welchen Gründen auch immer derart große Probleme mit dem Schulsystem haben, über andere Maßnahmen aufzufangen und nach und nach wieder in die Schule zurückzubringen“. Denkbar wären etwa sozialpädagogisch begleitete Praktika, ein Einsatz in der Jugendwerkstatt oder Ersatzunterricht etwa in der Erziehungsberatungsstelle. Derartige Ansätze sollen diesem Vorschlag zufolge vom im November startenden Bildungsbüro des Landkreises ausgearbeitet und im Einzelfall koordiniert werden.

 Daneben, so die Arbeitsgruppe, stelle es sich als notwendig heraus, „der Ahndung des Schwänzens über Ordnungswidrigkeitsverfahren mehr Gewicht zu geben, als es derzeit der Fall ist“. Daher sei zu prüfen, „ob und mit welchen Stundenanteilen eine entsprechende Arbeitskraft erforderlich ist“.

 Insgesamt, so die Expertengruppe, habe „das Problem eine Dimension, die es nahelegt, die entsprechende Arbeitskraft zu investieren“.

32 Schüler schwänzen mehr als 55 Tage

Die von der Kreisverwaltung vorgenommene Untersuchung gibt weitere interessante Details preis: Rund 60 Prozent der insgesamt 1516 Schulschwänzer waren Jungen. 819 der Betroffenen waren Oberschüler, 350 kamen aus der IGS, und 347 waren Gymnasiasten.

32 Schüler waren im Laufe des vergangenen Schuljahres jeweils mehr als 55 Tage unentschuldigt der Schule ferngeblieben. Elf Schüler schwänzten zwischen 41 und 55 Tage. In diesem Segment der krassen Schulvermeider dominieren allerdings die Mädchen mit einem Anteil von 63 Prozent. Überproportional ist in diesem Bereich mit 61 Prozent auch der Anteil der Oberschüler.

Bei etwa zwei Dritteln der Schulschwänzer, nämlich 1014 Jungen und Mädchen, handelte es sich freilich um harmlosere Fälle. Diese fehlten im gesamten Schuljahr weniger als fünf Tage ohne Entschuldigung. Da mag es auch hier und da um einzelne schlicht vergessene Entschuldigungsschreiben für kurze Abwesenheiten gegangen sein.

238 Schüler blieben der Bildungseinrichtung zwischen sechs und zehn Tagen unentschuldigt fern. Und 118 Betroffene schwänzten zwischen elf und 18 Tagen die Schule. 103 Schüler gingen zwischen 16 und 40 Tagen nicht zur Schule, ohne dafür eine Entschuldigung vorzulegen.

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