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Aus dem Landkreis 200 Schusswaffen vernichtet
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis 200 Schusswaffen vernichtet
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00:18 28.06.2018
200 Waffen wurden bereits bei der zuständigen Behörde des Landkreises Schaumburg abgegeben. Quelle: dpa
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Landkreis

Hintergrund ist eine Amnestie nach dem Paragrafen 58 des Waffengesetzes. Nach Ablauf der Frist kann der Besitz mit bis zu fünf Jahren Haft bestraft werden.

Die Amnestie nutzten schon in den vergangenen elf Monaten einige Waffenbesitzer im Alter von 20 bis 89 Jahren, wie Florian Schmeelk von der Waffenbehörde mitteilt.

„Jeweils 100 Langwaffen und Kurzwaffen sind bisher abgegeben worden“, sagt Schmeelk auf Anfrage. Demnach finden sich überwiegend Kleinkaliber und Flinten unter den Langwaffen.

Behörde stellt keine Fragen

Mit 90 Prozent machen halbautomatische Pistolen das Gros der Kurzwaffen aus, Revolver den restlichen Anteil. Auch eine erhebliche, aber nicht näher gezählte Menge an Munition gehöre dazu.

„Viele geben an, dass sie die Waffe gefunden haben oder dass sie ihnen überlassen wurde. Grundsätzlich stellen wir dazu aber keine Fragen“, so Schmeelk. Wie viele nicht gemeldete Schusswaffen derzeit noch in Schaumburger Haushalten schlummern, lasse sich kaum abschätzen.

Aktuell verzeichnet der Landkreis 4561 Bürger mit Waffenbesitzkarte, die zu 60 Prozent Langwaffen zu Hause haben. Darunter seien mehrheitlich Jäger- und Sportschützen und auch einige Erben, Sammler und Altbesitzer.

30 Prozent sind legale Waffen

Wer beispielsweise durch einen Todesfall in der Familie eine Schusswaffe überantwortet bekommt, muss diese innerhalb von vier Wochen der Waffenbehörde melden. Ist die Waffe schon registriert, benachrichtigt auch das Einwohnermeldeamt die Behörde.

Doch nicht allein die illegalen Schießeisen landen bei den Behörden. „Etwa 30 Prozent der abgegebenen Menge stammen aus dem legalen Besitz. Die Eigentümer haben oft ein gewisses Alter erreicht und wollen die Waffen aus dem Haus haben“, so Schmeelk weiter.

Waffen werden eingeschmolzen

Einsatzbereit seien die meisten Waffen nicht mehr. Ob funktionstüchtig oder nicht landen sie allesamt bei dem Stahlkonzern Salzgitter AG. „Dort kommen zwischen 500 und 800 Waffen auf einmal in eine Wanne und werden eingeschmolzen.

Das Metall wird später für alles Mögliche verwendet – vom Kofferraum bis zum Stahlträger“, erklärt Schmeelk. Ein Beamter begleite den Vorgang, bis die ganze Ladung vollständig im flüssigen Metall verschwunden ist. geb

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