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22-jähriger Schaumburger will getrennt lebende Frau kidnappen

Landkreis/Herford / Polizei 22-jähriger Schaumburger will getrennt lebende Frau kidnappen

Ein 22-jähriger Mann aus dem Landkreis Schaumburg hat am Montag, 11. April, gegen 10.30 Uhr versucht, seine von ihm getrennt lebende Ehefrau zu kidnappen. Dabei zerrte der Täter die 23-Jährige gewaltsam in sein Auto. Durch einen versteckten Notruf des Opfers war die Polizei wenige Minuten später in der Lage, die Entführung zu vereiteln.

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Von Florian Pfitzner
Landkreis. Die junge Frau hatte sich erst wenige Tage zuvor von ihrem Mann getrennt. Da sie innerhalb der türkischstämmigen Familie offenbar mit Repressalien zu rechnen hatte, tauchte sie in Herford unter. Der Ehemann und die 42-jährige Mutter des Opfers spürten die Frau auf, als sie zu Fuß in Herford unterwegs war.

Der junge Mann lenkte den silberfarbenen Honda Civic mit Schaumburger Kennzeichen auf Höhe des Sinem-Markts schräg auf den Bürgersteig, stieg kräftig auf die Bremse und sprang aus dem Wagen. Die Frau lief postwendend davon, wurde jedoch bald eingeholt und in das Auto gerissen. Polizeisprecher Joachim Thater-Klas sprach von einer „filmreifen Szene“.

Während der anschließenden Fahrt gelang es der Frau, „einen Notruf abzusetzen“, so die Polizei, die einen „versteckten Hilferuf“ empfing. Demnach ließen die Beamten in der Leitstelle „Schreie aufhorchen und darauf schließen, dass eine Frau in einem Pkw geschlagen wurde“. Über Bruchstücke von Gesprächen, so heißt es, konnte die Polizei die Gewaltaktion mithören.

Das Opfer hat offenkundig geistesgegenwärtig gehandelt und die 110 in ihrem Mobiltelefon gewählt, um der Polizei Informationen zu übermitteln. „Wählt jemand in Herford die Notrufnummer 110 oder 112, läuft der Anruf automatisch bei der entsprechenden Kreisleitstelle ein“, erklärt der Koordinator der Feuerwehr-Leitstelle Eilshausen, Bernd Kirchhoff. „Das funktioniert relativ genau.“

Die Herforder Polizei fahndete prompt nach den beiden Kidnappern, dem jungen Mann und dessen Schwiegermutter, und deren Opfer. An der Bismarckstraße hielten die Beamten das Auto an, aus der sich die junge Frau „heftig gestikulierend zu erkennen gab“, teilte die Polizei mit. „Ähnliche Aktionen hat es in Herford zuvor noch nicht gegeben.“

Die Polizei nahm den Ehemann und die Mutter des Opfers zunächst fest und brachte beide zur Herforder Wache. Inzwischen ist das Entführer-Pärchen wieder auf freiem Fuß. Die junge Frau befindet sich an einem sicheren Ort.

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