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23 minderjährige Flüchtlinge sind in Gastfamilien untergebracht

Gelebte Integration 23 minderjährige Flüchtlinge sind in Gastfamilien untergebracht

Insgesamt 111 minderjährige Flüchtlinge, sind laut Kreisjugenddezernentin Katharina Augath bislang ohne Begleitung eines Erwachsenen nach Schaumburg gekommen. 23 davon wurden in Gastfamilien untergebracht, häufig auch zu zweit.

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Aktuell kommen zwar weniger Flüchtlinge nach Schaumburg als in den Wintermonaten. Unter ihnen werden aber weiterhin unbegleitete Minderjährige sein, die in Pflegefamilien untergebracht werden sollen. Symbolbild dpa

Landkreis. Es ist schon eine Herausforderung, wenn das neue Familienmitglied weder die Sprache spricht noch die kulturellen Gepflogenheiten und hiesigen Umgangsformen kennt. Eine Situation, vor der auch die Gastfamilien in Schaumburg stehen, die einen minderjährigen Flüchtling aufgenommen haben.
„Das ist keine Kleinigkeit“, weiß Augath angesichts der Schwierigkeiten, die sich sowohl für die Gastfamilien als auch die Jugendlichen ergeben. Oftmals würden auch einfache, praktische Dinge hinterfragt werden müssen, wie zum Beispiel die Benutzung der Toilette. Andererseits könnten aber unter anderem die Essgewohnheiten auch den Gastfamilien neue und durchaus positive Erfahrungen bescheren.

Pflegeeltern gesucht

Wer Interesse hat, einen minderjährigen Flüchtling aufzunehmen, wird gebeten, sich an das Jugendamt des Landkreises an der Breslauer Straße 11 in Stadthagen, Telefon (0 57 21) 7 03 83 26, E-Mail an pkd.51@landkreis-schaumburg.de zu wenden. Voraussetzung ist, dass die Ansprechperson für das Jugendamt mindestens 26 Jahre alt ist.

Zudem müsse die Bereitschaft bestehen, ein erweitertes Führungszeugnis zu beantragen, ein ärztliches Attest über den Gesundheitszustand aller Haushaltsangehörigen vorzulegen, die aktuelle Wohnsituation vorab prüfen zu lassen und mit dem Jugendamt zusammenzuarbeiten. Wünschenswert, aber keine bindende Voraussetzung, ist eine pädagogische Ausbildung.

Wer sich ernsthaft darauf einlassen will, muss nach Worten von Augath wissen, dass es eine große Umstellung ist. Die zwei bis drei Jahre, die die Minderjährigen meist betreut werden müssten, seien jedoch auch eine absehbare Zeitspanne.

Die Rückmeldungen von Jugendeinrichtungen im Landkreis fallen Augath zufolge zudem unisono positiv aus. Die Jugendlichen seien, auch wenn sie oftmals schlimme Dinge erlebt haben, freundlich, aufgeschlossen und einfach zu betreuen. „Generelle Anfangsschwierigkeiten“ sind nach Angaben der Kreisjugenddezernentin vor allem auf kulturelle Unterschiede und Verständigungsprobleme zurückzuführen, zumal viele nicht einmal alphabetisiert seien. Für die Eingangsgespräche stellt der Landkreis einen Sprachmittler zur Verfügung, „der ist aber nicht rund um die Uhr da“, erklärt Augath.

Ein Problem, das Gastfamilien oft nicht bedenken: Die minderjährigen Geflüchteten dürfen Deutschland nicht verlassen – auch nicht für den Urlaub. Derzeit werde versucht, Betroffenen eine Ferienfreizeit zu ermöglichen, sodass die Familien nicht auf ihre Reise verzichten müssen. Für nächstes Jahr sollen Augath zufolge sogar spezielle Freizeiten für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge während der Sommerferien organisiert werden.

Im Laufe des Jahres rechnet der Landkreis mit weiteren minderjährigen, unbegleiteten Flüchtlingen. Die Jugendlichen werden voraussichtlich nicht mehr so kurzfristig und in so großer Anzahl wie 2015 nach Schaumburg kommen. tbh

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