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3000 Termine, 245 Sitzungen, 104 Reden

Faktencheck: Bundestagsabgeordnete 3000 Termine, 245 Sitzungen, 104 Reden

Am 24. September wird ein neuer Bundestag gewählt. Das bedeutet auch, dass sich die 18. Legislaturperiode für die zwei heimischen Abgeordneten Maik Beermann (CDU) und Katja Keul (Grüne) dem Ende neigt. Zeit für eine Bilanz.

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Maik Beermann am Rednerpult im Bundestag.

Quelle: Foto: Deutscher Bundestag/Achim Melde

RINTELN/BERLIN. Wer hat wie viel vor dem Parlament geredet? Wer hat wie oft abgestimmt? Und wie viel verdient eigentlihch ein Bundestagsabgeordneter? Ein Blick in die Datenbanken des Bundestags und auf die Websites der Abgeordneten offenbart spannende Zahlen und Fakten zur vergangenen Wahlperiode.

80 Sitzungswochen standen von Herbst 2013 bis heute auf dem Kalender des Bundestags. In dieser Zeit waren die zwei Abgeordneten in der Regel in Berlin.

480 Stunden im Zug vebracht

310 Kilometer lang ist laut Google Maps die Zugstrecke von Nienburg nach Berlin über Hannover. Gut drei Stunden dauert die Zugfahrt. Angenommen, die beiden Abgeordneten sind zu den Sitzungswochen je einmal hin und zurück gefahren, haben sie in den vergangenen vier Jahren jeweils 49.600 Kilometer allein hierfür auf der Schiene zurückgelegt und rund 480 Stunden im Zug verbracht. Katja Keul hat sich wohl auch aus diesem Grund eine Wohnung in Berlin genommen, wie der Mitarbeiter der Bundestagsabgeordneten, Thomas Künzel, berichtet. Mit dem Zug von Nienburg nach Berlin muss sie aber dennoch des Öfteren fahren.

245 Sitzungen fanden in dieser Legislaturperiode statt. 120 namentliche Abstimmungen verzeichnet die Internetplattform abgeordnetenwatch.de. Katja Keul hat an 112 davon teilgenommen. 54-mal hat sie dabei mit „Ja“ gestimmt, 43-mal mit „Nein“. 15-mal enthielt sich die Politikerin und acht Mal stimmte sie nicht ab.

Beermann nahm an 114 Abstimmungen teil

Maik Beermann nahm an insgesamt 114 Abstimmungen im Deutschen Bundestag teil. Davon stimmte er 91-mal mit „Ja“ und 22-mal mit „Nein“. Einmal hat er sich enthalten. Sechsmal fehlte Beermann bei Abstimmungen. Ein Grund dafür sei unter anderem die Geburt seiner Töchter gewesen, erklärt der Politiker.

427,3 Minuten haben die beiden Abgeordneten in insgesamt 104 Reden im Plenum des Bundestages gesprochen. Die Redeanteile sind sehr unterschiedlich verteilt. Maik Beermann sprach insgesamt 75,19 Minuten lang in neun Reden vor dem Parlament. Die Redezeit auf den öffentlichen Veranstaltungen in Berlin und im Wahlkreis sei nicht zu bemessen, sagt Beermann. Katja Keul sprach deutlich länger und öfter. Die Bilanz: 352,11 Minuten, 95 Reden.

Beermann bei Rednerstatistik hinter Keul

In der Rednerstatistik des Deutschen Bundestages belegt Keul damit Rang drei. Beermann hingegen liegt mit neun Reden deutlich weiter hinten auf Rang 482. Doch warum ist das so? „Katja Keul ist nicht nur Abgeordnete, sondern auch parlamentarische Geschäftsführerin (PGF) und rechtspolitische Sprecherin der Grünen. Schon allein durch diese besonderen Funktionen muss sie öfter im Bundestag für ihre Fraktion zu Themen Stellung nehmen“, erklärt Thomas Künzel, Mitarbeiter der Bundestagsabgeordneten.

3000 Termine hatte Maik Beermann allein im Wahlkreis. Hinzu kämen die eng getakteten Sitzungswochen in Berlin, die gewöhnlich von 8 Uhr bis 22 Uhr, jedoch häufig bis spät in die Nacht dauern würden, sagt Beermann. Katja Keul teilt auf Anfrage mit, dass sie „über einzelne Termine keine zahlenmäßige Statistik führe“.

Reisen in die Schweiz und nach Estland

2 dienstliche Auslandsreisen machte Beermann. Ziele waren die Schweiz und Estland. „Beide Dienstreisen waren im Rahmen meiner Tätigkeit als Berichterstatter für E-Health im Ausschuss für Digitale Agenda und hatten die Digitalisierung, insbesondere des Gesundheitswesens, im Fokus“, erklärt Beermann.

Katja Keul am Rednerpult.

Die Grüne Katja Keul ist Vielfliegerin: Im Rahmen ihrer Abgeordnetentätigkeit und Funktion als PGF, Wahlbeobachterin, Mitglied in Parlamentariergruppen habe die Abgeordnete im Zeitraum März 2010 bis März 2017 27 Länder bereist, erzählt Thomas Künzel.

98 parlamentarische Initiativen hat Katja Keul eigenen Informationen zufolge eingereicht. Maik Beermann hingegen: „Ich habe fünf parlamentarische Initiativen in den Deutschen Bundestag eingebracht.“

Bei der Ehe für alle mit „Ja“ gestimmt

3-mal – so oft ist Beermann eigenen Angaben zufolge von der Parteilinie abgewichen. „Ich bin ein Gegner des unkonventionellen Frackings“, erklärt Beermann. Aus diesem Grund sei er einem Antrag seiner Fraktion nicht gefolgt und habe gemeinsam mit den Grünen dagegen gestimmt, um sich für Nachbesserungen im Antrag einzusetzen. Bei der Ehe für alle habe er mit „Ja“ gestimmt und sich beim Tarifeinheitsgesetz aufgrund von Bedenken enthalten, so Beermann.

Katja Keul sagt, sie sei nicht ein einziges Mal von der Parteilinie der Grünen abgewichen. „Bisher konnte ich mich immer mit meiner Fraktion auf eine Linie verständigen.“ 0 Euro Nebeneinkünfte haben beide Bundestagsabgeordneten.

9541,74 Euro erhält ein Bundestagsabgeordneter seit dem 1 Juli als „Abgeordnetenentschädigung“, wie die Diäten offiziell heißen. Diese muss voll versteuert werden. Dazu kommt eine Aufwandspauschale die derzeit bei 4318,38 Euro monatlich lieg. lb, zim

Wahl mit den SN

Es wird spannend: Am Sonntag, 24. September, wählen die Deutschen einen neuen Bundestag. Die Schaumburger Nachrichten berichten auf zahlreichen Kanälen aus den Wahllokalen vor Ort, von Trends und Einschätzungen, Jubel und Enttäuschungen. SN-Reporter informieren mit Bildergalerien, Videos, Liveticker, einer interaktiven Karte und mehr – von den ersten Hochrechnungen bis zum Endergebnis.

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