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40 Jahre-40 Köpfe: Frank Suchland im Porträt

Zurück zu den Anfängen 40 Jahre-40 Köpfe: Frank Suchland im Porträt

Vor 30 Jahren hat ein ganz besonderer Lebensabschnitt für den Liedermacher, Rezitator und Pädagogen Frank Suchland begonnen. Neben dem Beginn seines Lehramtsstudiums in Hannover absolvierte er 1985 seinen ersten öffentlichen Auftritt im damals neu gebauten Hotel Ambiente in Bückeburg. „Das war ein sehr entscheidendes Jahr für meinen weiteren Fortgang“, erinnert sich Suchland im SN-Gespräch.

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Kreativität in jeglicher Form, zum Beispiel als Buch ausgelebt, ist ein wichtiger Bestandteil im Leben von Frank Suchland.

Quelle: mak

Landkreis (mak). An das Datum erinnert er sich noch genau: Am 1. Februar 1985 hat Suchland vor Freunden und deren Bekannten erstmals seine selbst verfassten Gedichte und Lieder präsentiert. In Verbindung mit diesem Auftritt hatte der Bückeburger auch ersten Kontakt mit der heimischen Presse. „Martin Lieb schrieb als freier Mitarbeiter einen Artikel über mich; es war das erste Mal, dass ich etwas über meine künstlerische Arbeit in der Zeitung las.“ Ein schönes Gefühl, wie Suchland empfand. Doch nicht nur der löblich verfasste Text, auch die positiven Rückmeldungen seiner Freunde und deren Bekannten ermutigten Suchland schließlich dazu, sich als Liedermacher weiterzuentwickeln.
„Eigentlich sollte dieser Auftritt eine einmalige Sache sein“, wirft Suchland ein. Er habe, „wie so viele Leute zu der Zeit“, ein Ventil für seine Gedanken und Gefühle gesucht. Die ersten selbst verfassten Lieder und Gedichte blieben vorerst in der privaten Schublade. „Es war mir peinlich, damit an die Öffentlichkeit zu gehen“, gibt Suchland zu. Als er seine kreativen Ergüsse jedoch Freunden zeigte, ermutigten ihn diese dazu, seine Werke öffentlich vorzustellen. Gegen Ende seines Studiums 1989 war der Name Frank Suchland dann nicht mehr nur seinen engen Freunden ein Begriff.
Doch auch die Begeisterung für den Lehrberuf ebbte nicht ab. „Ich finde, die Tätigkeit als Künstler lässt sich wunderbar mit der Lehrtätigkeit verbinden“, sagt Suchland. Für manche Menschen scheint er damit in zwei Welten zu leben, die eigentlich nicht zusammen passen. „Es gibt Menschen, die sagen, sie möchten es nicht hören, dass ich auch noch etwas anderes mache“, versucht Suchland zu erklären. Für die einen ist er nur der Künstler, für andere nur der Lehrer. „Ich glaube, das liegt in Deutschland daran, dass man sagt, ,das ist der Beruf, den Du zu erledigen hast, alles andere bitte im Verborgenen‘.“ Auch die Frage des Geldes spielt in manchen Gesprächen eine Rolle. „Dabei sollte es doch eigentlich egal sein, ob eine Sache viel Geld abwirft, wenn ich es von Herzen mache“, findet Suchland.
Manchen Menschen fehlt vielleicht auch der Mut, sich in der heutigen schnelllebigen Zeit zusätzlich zu ihrem Beruf in anderen Tätigkeiten auszuleben. Das ist für den Liedermacher und Autoren ein generelles Problem in der Gesellschaft, welches sich über die Jahre stetig entwickelt. „Wenn ich mir angucke, in welche Stille der Wiedensähler Wilhelm Busch aufgewachsen ist, in welchem überschaubaren Lebensraum, ist das im Vergleich mit der heutigen Zeit ein sehr überschaubares Leben gewesen.“
Setzt sich der Mensch heute mit sozialen Medien auseinander, hat er es mit Dingen zu tun, die Menschen vor 100 Jahren noch nicht kannten. Dadurch existierten auch nicht die Gefahren, denen der Mensch heute ausgesetzt ist, zum Beispiel Missbrauch in Bild, Wort und Ton. „Man traf im Dorf den Pfarrer, den Verkäufer, man hatte ein paar Freunde, man kannte vielleicht noch den Arzt und den Lehrer; vielleicht insgesamt zehn Menschen, die um einen herum waren“, so Suchland. „Und wenn man nicht in die große weite Welt fuhr, sondern an seinem Ort blieb, wie es den meisten beschieden war, dann war man in dieser Welt zu Hause, und diese Welt war berechenbar, kalkulierbar und jeder hatte seinen Platz.“ In der heutigen Welt werden junge Menschen in einen viel gigantischeren Apparat geworfen, in dem sie sich zurechtfinden müssen, findet Suchland. Und das sät seiner Meinung nach Misstrauen und Skepsis: „Moment, muss ich nicht da vorsichtig sein“, „Kann mir da was zustoßen“, „hab ich das überhaupt verstanden, werd ich da nicht über’n Tisch gezogen?“ Natürlich könne die Zeit nicht zurückgedreht werden, wirft Suchland ein. Für ihn wäre es jedoch schon ein Anfang, wenn sich die Menschen in der immer schnelllebigeren Zeit wieder mit etwas mehr Herzlichkeit und Vertrauen begegnen.

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