Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Aus dem Landkreis 40 Jahre Rock'n'Roll in Schaumburg
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis 40 Jahre Rock'n'Roll in Schaumburg
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:25 24.10.2018
Landkreis

„Es ist wie eine Welle aus Elektrizität, die dich durchfährt. Es ist fast wie Liebe, aber noch stärker als das. Manchmal glaube ich, mein Herz würde explodieren." Mit diesen bildgewaltigen Worten brachte Elvis Presley, der „King des Rock’n’Roll“, das Lebensgefühl einer jungen Generation auf den Punkt. In den fünfziger und sechziger Jahren äußerte es sich in Musik und Tanz – laut, wild, rebellisch.

Stephan Schlote sieht das auch heute noch ganz ähnlich. Der Beckedorfer drückt es nur ein wenig anders aus: „Die Musik dynamisiert“, sagt er. „Sie ist vielleicht nicht Mainstream. Aber wer einer echten Rock’n’Roll-Band zuhört, beginnt ganz von selbst zu wippen und zu strahlen. Es ist eine sehr optimistische Musik.“ So hat der Rock’n’Roll noch immer viele Anhänger. Auch in Schaumburg: Seit 40 Jahren organisieren sich die Tanzfreudigen unter ihnen im Rock‘n’Roll Club Schaumburg (RRC), dessen Vorsitzender Schlote ist – im vergangenen Monat feierten sie ihren Jahrestag mit hunderten Gästen.

Wer, wo wann

Wer Interesse hat oder schon länger darüber nachdenkt, sich selbst einmal im Rock’n’Roll-Tanzen zu versuchen, hat beim RRC Schaumburg regelmäßig die Möglichkeit dazu. Training veranstaltet die Rock’n’Roll-Werkstatt fast jeden Freitag zwischen 20 und 22.30 Uhr im Hexenhaus an der Stiftstraße in Sülbeck – kurzfristige Ausfälle zugunsten von Clubabenden oder Ausflügen sowie andere mögliche Änderungen und weitere Termine sind auf www.rrc-schaumburg.de zu finden.

Das Training ist offen für Neugierige jeden Alters. Allerdings handelt es sich dabei nicht um eine „Tanzschule“, sondern Training im Sinne des ursprünglichen Rock’n’Roll: Learning by doing – und das mit einer Menge Spaß.  tro

Tanz und Sport zugleich

„Rock’n’Roll ist Tanz und Sport zugleich. Wir sind bemüht, die Musik in eine bewegte Form und Ausdruck zu gießen. Die Tänzer wollen meist nicht zappeln, sondern Figuren tanzen“, sagt Schlote. Was einfacher klingt, als es aussieht – wenn die Paare akrobatisch über die Tanzfläche wirbeln, gerät der Laie schnell ins Staunen. Wobei die Mitglieder des RRC es sogar noch langsam angehen lassen: „Wir bevorzugen eher den Educated oder Highschool Rock’n‘Roll. Zwar flott, aber noch nicht zu schnell.“

Als Vorreiter des organisierten Rock’n’Roll-Tanzens in Schaumburger Breiten können Manfred und Ursula Kienapfel, Horst und Ursula Scheele sowie Klaus Stannek gelten – die fünf gründeten den RRC im Jahr 1978. Bereits zuvor hatten sie einige Erfahrung in einschlägigen Lokalitäten gesammelt, zum Beispiel in Vehlen. Als diese Angebote nachließen, bündelten sie ihr Interesse anderweitig. Zunächst fanden die Tänzer eine Heimat in Obernkirchen, dann viele Jahre in Rolfshagen und Stadthagen. Mittlerweile ist es das Hexenhaus in Sülbeck, das regelmäßig zum Schaumburger Zentrum des Rock’n‘Rolls wird – mit Gästen aus Braunschweig, Kassel, Oldenburg, Paderborn und Hannover.

Mitgliederzahl geht nach oben

Nach einem Tiefpunkt in der Mitgliederzahl geht es beim RRC seit gut zwei Jahren wieder aufwärts. Aktuell sind es 51 Rock’n’Roll-Begeisterte, viele fühlen sich dem Club aber auch unabhängig von einer Mitgliedschaft eng verbunden. „Um den Rock’n’Roll ist es meinem Eindruck nach zwischenzeitlich etwas stiller geworden“, sagt Schlote.

Junge Rock’n’Roll-Bands seien nicht so häufig zu finden wie zum Beispiel junge Rockabilly-Bands. Doch gibt es nach wie vor auch Nachwuchs: „Wir lieben die Diagonalität. Unsere Mitglieder sind zwischen 21 und 79 Jahre alt – und man tanzt oft auch wechselnd miteinander.“ Sie alle verbindet die Liebe zu Musik und Bewegung. Das ist auch eine der wenigen Voraussetzungen, die neue Mitglieder mitbringen sollten: „Die Menschen sollten zueinander passen, gemeinsam Spaß an der Musik, dem Tanzen, der Mode haben. In einem Titel des Piano-Rockers Andy Lee heißt es ‚Hauptsache Rock’n’Roll‘. Genau das trifft es!“

von Thomas Rocho