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40 SN-Leser in Berlin auf Tour

Hektische Betriebsamkeit 40 SN-Leser in Berlin auf Tour

Nein, so ein Programm wird einem nicht geboten, wenn man auf eigene Faust die deutsche Hauptstadt erkundet – da sind sich alle Mitreisenden einig. 40 Leserinnen und Leser der Schaumburger Nachrichten erkundeten in dieser Woche mit ihrer Heimatzeitung das „politische Berlin“.

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Bei einer Stadtführung durch Berlin legen die SN-Leser auch einen Zwischenstopp unterm Brandenburger Tor ein. Später wird ihnen die Tour noch mit Schokolade und Sekt versüßt.

An drei Tagen bekamen sie – begleitet von Chefredakteur Marc Fügmann – spannende Einblicke in den zumeist hektischen Betrieb von Regierung und Parlament. Dabei öffneten die SN für sie Türen, die für Touristen sonst verschlossen bleiben.  Das beginnt schon gleich nach der Ankunft im feinen Hotel Maritim, wo die Reisegruppe in der luxuriösen Präsidentensuite von Regionaldirektor Bernhard Dohne persönlich begrüßt wird. Auf der Empore gesellt sich dann bei Sekt und Currywurst die erste Politprominenz dazu: Der heimische Bundestagsabgeordnete Maik Beermann ist trotz Parlamentspause eigens für eine einstündige Gesprächsrunde aus dem heimatlichen Steimbke nach Berlin gekommen. Schaumburg, so offenbart der 34-Jährige, liege ihm nicht nur deshalb besonders am Herzen, weil es den größten Teil seines Wahlkreises ausmache. „Auch, weil ich dort auf ein Völkchen treffe, das sich sehr engagiert in die politische Debatte einmischt“, schiebt Beermann verschmitzt lächelnd ein Kompliment nach.
 Rückblickend auf seine ersten beiden Jahre als Berufspolitiker spricht er von einer sehr turbulenten Zeit. Beim Dauerbrenner Flüchtlinge findet der gelernte Sparkassenbetriebswirt überraschend kritische Worte. Die „mangelnde Solidarität Europas“ sei ein großes Problem. Anstelle nach Lösungen für die Bewältigung der Krise zu suchen, „duckt sich Brüssel weg und beschäftigt sich lieber mit Gesetzen, die den Krümmungsgrad von Gurken regeln“.
 Nicht einmal eine Stunde später stehen die Gäste aus Schaumburg im Allerheiligsten der Macht – dem Bundeskanzleramt. Ein noch in der Ära Kohl geplanter, moderner Bau, der das neue Selbstbewusstsein Deutschlands verkörpert. Mit einer Rekordhöhe von 14 Metern hat kein anderer europäischer Regierungssitz ein vergleichbar imposantes Foyer. Beeindruckt zeigen sich die Besucher auch beim Blick in den für Außenstehende nur selten geöffneten Kabinettssaal, wo schon die Kaffeetassen für eine bevorstehende Sitzung von Angela Merkel und ihrer Ministerriege auf dem großen Tischoval stehen. Die Kanzlerin, so erfahren die staunenden Besucher, genießt zahlreiche Privilegien. Sie wird nicht nur die 200 Meter zum Reichstag mit dem Auto chauffiert, sondern verfügt auch über einen Express-Fahrstuhl, um schnell und ungestört in ihr Büro im 7. Stock zu gelangen.
 Auch bei der letzten Station des ersten Tages – dem Bundestag – müssen die Schaumburger noch einmal strenge Sicherheitskontrollen über sich ergehen lassen. Dafür bekommen sie wieder Ecken und Winkel zu sehen, die sich von den Besucherrängen aus nicht erschließen. Der Abend endet an der Hotelbar, wo sich spät noch ein Zufallstreffen mit Sänger Johannes Oerding ergibt, der gerade von einem Konzertauftritt kommt. Kein geplanter Programmpunkt der Leserreise – aber das letzte Erlebnis eines spannenden Auftakts.
 Längst nicht so hermetisch abgeriegelt wie das Kanzleramt, das nur dank Sondergenehmigung betreten werden darf, präsentiert sich am nächsten Tag die niedersächsische Landesvertretung. Hausherr Michael Rüter lässt es sich nicht nehmen, die 40 Gäste aus dem Schaumburger Land selbst zu begrüßen. Wozu überhaupt eine eigene Repräsentanz in Berlin?, muss sich der Staatssekretär kritisch fragen lassen. Rüters Antwort: „Wir machen damit auch viele internationale Gäste auf Niedersachsen aufmerksam. Wir sind so etwas wie eine Botschaft unseres Bundeslandes in der Hauptstadt.“
 Nach einem gemeinsamen Gänseessen erzählt Kulturreferent Enno Ommen noch etwas über die Lobbyarbeit der Landesvertretung. Dazu gehören Konzerte, Ausstellungen und Diskussionsforen, die in den Räumen, die sich Niedersachsen mit dem Nachbarn Schleswig-Holstein teilt, regelmäßig stattfinden.
 Am Abend des zweiten Tages ein weiterer Höhepunkt: die Teilnahme an der Talkshow „Anne Will“. Die SN haben für ihre Leserinnen und Leser in den Fernsehstudios im Stadtteil Adlershof die Hälfte der insgesamt nur gut 80 Zuschauerplätze reservieren können.
 In der Sendung geht es um den Münchener NSU-Prozess. Die mutmaßliche Terroristin Beate Zschäpe hat wenige Stunden zuvor ihr Schweigen gebrochen. Einer der Mitangeklagten kommt aus Schaumburg. Keine leichte Kost fürs Publikum. Das weiß auch Anne Will, die sich nach dem Abspann noch ein paar Minuten Zeit für die Zuschauer aus Schaumburg nimmt. „Sie waren ziemlich still“, hält sie den Gästen lächelnd entgegen. Das sei nicht immer der Fall. Dann erkundigt sie sich nach dem weiteren Reiseprogramm, wünscht alles Gute – und verschwindet hinter den Studiokulissen.
 Der nächste Tag beginnt, wie der vorherige geendet hat: im Fernsehstudio. Diesmal sind die SN-Leser live beim ZDF-Morgenmagazin zu Gast. Als ein Freiwilliger gesucht wird für ein Ratespiel mit Moderatorin Dunja Hayali, meldet sich Heike Weidemann. Die Frage, die sie beantworten muss: Gibt es Weihnachtsstollen, der in einem Bergwerkstollen verkauft wird? Die Nenndorferin tippt auf Nein – und liegt daneben. Den begehrten „Moma“-Kaffeebecher bekommt sie nicht, dafür gemeinsam mit den anderen Teilnehmern der Gruppe noch eine Führung durch die Räume des ZDF. Dabei erfahren sie viele große und kleine Geheimnisse der Programmmacher. Etwa, dass selbst die Übertragungen, bei denen man im Hintergrund die auf dem Brandenburger Tor wehende Fahne sieht, in Wahrheit aus einem fensterlosen, unterirdischen Studio gesendet werden.
 Dass der Berliner Medienbetrieb nicht nur aus Fernsehen besteht, wird danach beim Besuch des RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) deutlich. Im Hauptstadtbüro entstehen viele der überregionalen Beiträge, die in den Zeitungen der Madsack Mediengruppe, zu der auch die Schaumburger Nachrichten gehören, erscheinen. Büro-Leiterin Ulrike Demmer berichtet vom Job eines Korrespondenten und vom manchmal nicht ganz leichten Verhältnis zwischen Politikern und Journalisten. Immerhin: Nun wissen die SN-Leser, wo viele der Geschichten, die sie täglich in ihrer Heimatzeitung lesen, ihren Ursprung haben. Mit dieser Erkenntnis und einer Vielzahl weiterer spannender Eindrücke geht es am Abend zurück ins Schaumburger Land.

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