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Aus dem Landkreis Senioren-Taxi nimmt kaum Fahrt auf
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis Senioren-Taxi nimmt kaum Fahrt auf
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00:17 18.02.2016
Quelle: Archivfoto
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Landkreis

Im vergangenen Jahr wurden Bons für das Senioren-Taxi im Wert von 35.000 Euro im Kreishaus abgeholt. Tatsächlich benutzt wurden aber nur welche für 10.220 Euro. Ähnlich das Missverhältnis beim 50/50-Taxi. Jugendliche holten sich Wertmarken für 13.850 Euro, verfuhren davon aber nur 2960 Euro.

Übrig bleibt sogar noch mehr Geld: Die Verwaltung wendet jedes Jahr 120.000 Euro für die Bons auf, die aus den sogenannten Regionalisierungsmitteln für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) des Landes Niedersachsen stammen. Davon gehen 80.000 Euro ins Senioren- und 40.000 ins 50/50-Taxi.

Der Überschuss wird dem 1. Kreisrat Klaus Heimann zufolge trotzdem in den ÖPNV des Landkreises gesteckt, nur eben in anderer Form. Beispiele seien die Unterstützung der Bürger- und Anrufbusse oder auch in die Sanierung von Bushaltestellen.

Trotz der vergleichsweise mageren Ausbeute sehen Heimann und Sachgebietsleiter ÖPNV Knut Utech keinen Grund, das System fallen zu lassen. Die Zahlen belegten schließlich, dass 50/50- und Senioren-Taxi durchaus eine Nachfrage befriedigen. Bei mehr als 13.000 Euro spreche man über einige Hundert Fahrten. Außerdem stünden die beiden Angebote nicht allein, sondern ergäben zusammen mit Anrufbussen und regulärem Linienverkehr das Mobilitätskonzept des Landkreises.

Zudem gingen jedes Jahr deutlich mehr als 10.000 Euro in die heimische Wirtschaft, ergänzt Utech. Der Landkreis arbeite mit fast allen hiesigen Taxiunternehmen zusammen. Diese bekämen über die Rabattmarken Kunden, die sich ohne die Vergünstigung vielleicht gegen eine Taxifahrt entscheiden würden.

Zahl der Disco-Unfälle sollte reduziert werden

Der ursprüngliche Gedanke war ein anderer gewesen. 2005 startete der Landkreis als Pilotprojekt das 50/50-Taxi. Mit Bons im Wert von 2,50 Euro, die sie beim Landkreis kostenfrei abholen, können junge Leute zwischen 16 und 25 Jahren bis zu 50 Prozent des Preises für eine Taxifahrt bezahlen. Die Vergünstigung sollte – und soll – Jugendliche dazu bringen, angetrunken lieber in ein Taxi zu steigen als ins eigene Auto. Die Zahl der sogenannten Disco-Unfälle sollte reduziert werden.

„Viele junge Leute sprechen sich aber einfach ab und einigen sich auf einen Fahrer“, erklärt Utech die schwache Nachfrage. Ein neuer Flyer und offensive Werbung in den Schulen soll helfen, das 50/50-Taxi wieder populärer zu machen. Außerdem könnten die Bons inzwischen für die gesamte Freizeitgestaltung genutzt werden – sofern kein Bus mehr etwa zum Kino fährt.

Ein Jahr nach dem 50/50- ging das Senioren-Taxi an den Start. Laut Utech ist es niedersachsenweit einzigartig und beim Zukunftsforum 2015 des Landes als Leuchtturmprojekt bezeichnet worden. jcp

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