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50 Prozent mehr Nutzer

Tafeln in Schaumburg 50 Prozent mehr Nutzer

Dass an der guten wirtschaftlichen Gesamtlage nicht alle teilhaben, zeigen die Nutzerzahlen der Tafeln im Landkreis Schaumburg. Demnach haben bis zum Ende vergangenen Jahres 3358 Personen das Angebot des DRK regelmäßig genutzt. Im Vorjahreszeitraum waren es nur 2296 Menschen.

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Die Regale bei der Tafel in Stadthagen sind gut gefüllt. Das ist auch wichtig, denn die Nachfrage steigt kreisweit. 

Quelle: rg

Landkreis. Das sind knapp drei Prozent der Gesamtbevölkerung Schaumburgs, weiß DRK-Kreisgeschäftsführer Thomas Hoffmann.
Besorgniserregend: Unter den 3358 waren 1288 Jungen und Mädchen im Alter von einem bis 18 Jahren. „Die Armut kinderreicher Familien wird hier ganz besonders deutlich“, sagt Tafel-Koordinatorin Heidi Niemeyer.

Geschäftsführer Hoffmann hebt hervor, dass die steigenden Flüchtlingszahlen durchaus Auswirkungen auf die Statistik gehabt haben, allerdings sei der Zuwachs um mehr als 1000 Nutzer keineswegs nur auf die Hilfesuchenden zurückzuführen. Vielmehr sei die Ursache in der generellen Problematik der zunehmenden Armut zu finden. Alleinerziehende Mütter, Hartz-IV-Empfänger sowie Rentner mit geringen Bezügen seien immer öfter gezwungen, das Hilfsangebot des DRK wahrzunehmen, so Niemeyer.

Gerade letztgenannte Bevölkerungsgruppe verzichte jedoch aus Gründen der Scham oftmals auf den Besuch der Tafel. „Viele kommen wirklich erst, wenn gar nichts mehr im Kühlschrank ist“, weiß Hoffmann. An den Ausgabestellen der Kreisstadt sowie Rinteln habe sich die Situation aber mittlerweile gebessert. Denn dort sind die Eingänge der Ausgabestellen nicht nur explizit für die Tafeln vorgesehen, sondern es befinden sich noch andere Angebote in den Gebäuden.

Ein Problem haben allerdings alle Ausgabestellen: Seit dem Wegfall des Zivildienstes werden händeringend ehrenamtliche Helfer gesucht. „In Stadthagen brauchen wir beispielsweise gerade dringend Fahrer“, sagt Niemeyer. Auch in den Tafeln werde nach Unterstützung gefahndet. Denn die aussortierten Waren, die etwa 50 Lebensmittelhändler und Geschäfte im Landkreis dem DRK zur Verfügung stellen, müssen sortiert und verteilt werden. Und auch in Zukunft wird es den Organisatoren nicht an Arbeit mangeln. Denn Niemeyer ist sich sicher, dass „die Schere zwischen Reichtum und Armut weiter auseinandergeht. Tafeln werden bald gar nicht mehr wegzudenken sein“.
Personen, die der Tafel in Form von Spenden oder ehrenamtlicher Arbeit unterstützen wollen, können sich an Heidi Niemeyer unter Telefon (0 57 24) 9 72 60 21 oder per E-Mail an h.niemeyer@drk-schaumburg.de wenden.

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