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Aus dem Landkreis 50 Prozent weniger Wildunfälle
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis 50 Prozent weniger Wildunfälle
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06:17 24.11.2012
Hermann Platte (links) und Friedrich Windheim sorgen für die Beklebung von Straßenpfählen mit blauen Reflektoren. Quelle: svb
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Landkreis (svb)

Bei der laufenden Aktion werden insgesamt 60 Kilometer Straßenstrecke im gesamten Kreisgebiet neu ausgestattet.

 Fast 35 Kilometer der Straßen liegen im Hegering Nord, erklärte Hermann Platte, Vorsitzender der Jägerschaft Schaumburg. Er und der Hegeringsleiter Nord, Friedrich Windheim, die die Aktion federführend mit organisieren, danken dem Versicherungsbüro Hohmeyer KG, das sich an den Gesamtkosten von 4600 Euro beteiligt. Sonst müssten die jeweiligen Revierinhaber den Betrag allein aufbringen. Die zwölf Zentimeter breiten Streifen kosten pro Pfahl etwa zwei Euro.

 Jede Maßnahme zur Verhinderung von Wildunfällen sei eine Entlastung der Versicherungen sowie ein Schutz für jeden einzelnen Autofahrer, meinen die beiden Jäger. Der Deutsche Jagdschutzverband (DJV) verzeichnet bei Wildunfällen im gesamten Bundesgebiet pro Jahr rund 2800 Verletzte und 13 Tote.

 Laut einer aktuellen Wildunfall-Statistik des DJV von April 2010 bis März 2011 ereignen sich in Deutschland jährlich 230000 Wildunfälle, davon 205000 mit Rehwild. Niedersachsen liegt mit 28112 überfahrenen Rehen auf Platz zwei. Bayern liegt mit 43800 an erster Stelle.

 Bereits vor zehn Jahren sind in Schaumburg in Zusammenarbeit mit der Polizei die ersten Reflektoren an Hauptüberquerungswegen von Wildtieren an Begrenzungspfählen angebracht worden. Ein Schwerpunkt befindet sich an der Bundesstraße 65 zwischen Kobbensen und Beckedorf, an dem die Wildunfälle seither um bis zu 50 Prozent zurückgegangen seien, freute sich Windheim über diese positive Bilanz.

 Eine Schwachstelle gebe es allerdings. „Die Beklebung der Pfähle ist nicht nachhaltig“, sagte der Hegeringsleiter. Wenn ein Pfahl beispielsweise an der B65 umgefahren und von der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr ersetzt wird, werde dieser Pfahl nicht automatisch neu beklebt.

 Auch wann und wo Pfähle ersetzt werden und mit Reflektoren neu bestückt werden müssten, erfahren die zuständigen Revierinhaber meistens nicht. Die Rehe würden sich genau diese „Lücken“ zum Überqueren der Straße aussuchen, verdeutlichte Windheim und deutete auf einen Begrenzungspfahl auf der anderen Straßenseite ohne den blauen Warnaufkleber.

 Bis diese Pfähle von den zuständigen Jägern bemerkt werden, sei es manchmal zu spät, und ein weiteres Wildtier sei überfahren worden. Windheim und Platte erhoffen sich daher für die Zukunft eine bessere Kommunikation zwischen dem zuständigen Straßenbauamt und der Jägerschaft.

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