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70 Jahre CDU - Eine Spurensuche

Im Gespräch mit Parteimitgliedern 70 Jahre CDU - Eine Spurensuche

Die CDU feiert 70-jähriges Bestehen, und die Voraussetzungen für ein rauschendes Geburtstagsfest könnten nicht besser sein: Seit 2005 ist die Partei stärkste Fraktion im Bundestag und stellt mit Angela Merkel die Kanzlerin. Doch was macht die CDU aus? Auf Spurensuche in Schaumburg.

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Gunter Feuerbach: „Die CDU ist ideologisch nicht festgelegt.“

Quelle: ber

Landkreis (ber). Seit 40 Jahren ist Gunter Feuerbach Parteimitglied und bestimmt als Fraktionsvorsitzender im Kreistag die Geschicke der Schaumburger CDU wesentlich mit. 1975, kurz nach seinem Umzug nach Schaumburg, ist Feuerbach in die Partei eingetreten, obwohl er aus einer klassischen SPD-Familie kommt. „Ich stamme aus Südhessen, SPD-Land. Mein Großvater und mein Vater waren Genossen durch und durch.“ Doch Feuerbach wechselte die Fronten, „weil ich in eine Partei eintreten wollte, in der ich etwas verändern kann, die nicht ideologisch festgelegt ist“.
Ähnlich pragmatisch war die Entscheidung von Fabian Heine, sich den Konservativen anzuschließen. „Ich bin angesprochen worden, ob ich mich in der Lokalpolitik engagieren möchte. Ich dachte, ich habe ja nichts zu verlieren.“
Sein politischer Aufstieg ging schnell: 2011 wurde Heine in den Ortsrat Haste gewählt, seit Oktober 2013 ist er Schatzmeister der Jungen Union Schaumburg. Im März 2014 wurde er stellvertretender Vorsitzender des Samtgemeindeverbandes Nenndorf und seit Juni 2014 ist er Ratsmitglied der Samtgemeinde Nenndorf. Ebenfalls im Juni nahm er den Posten als Vorsitzender des Ortsverbandes Haste an und seit Juli 2014 ist Heine im Kreisvorstand.
Warum die CDU seine politische Heimat geworden ist? „Ich finde es heute schwer, sich für eine Partei zu entscheiden. Es gibt keine klare Abgrenzung mehr. Mit der CDU habe ich die größte Schnittmenge“, sagt der 22-Jährige. Konservativ sei er „mal so, mal so“. Die Achtung der Familie und die Soziale Marktwirtschaft haben sich seiner Ansicht nach auf jeden Fall bewährt. „Die Einführung der Homo-Ehe ist für mich als junger Menschen dagegen gar kein Thema mehr.“
Für ihn sei das Schöne an der Politik, „dass sie eng mit meinem Studium verbunden ist“, so der Jura-Student. Die CDU habe ihn „sehr gut aufgenommen. Ich profitiere von den Erfahrungen der älteren Parteimitglieder. Man muss das Rad nicht neu erfinden und kann auf vorhandene Strukturen zurückgreifen.“ An Angela Merkel vermisst Heine „die klare Kante“. Es sei in den letzten Jahren etwas verloren gegangen, dass auch mal eine Meinung vertreten wird, ohne allen gefallen zu wollen. „Aber der Erfolg gibt ihr Recht“, ergänzt Heine.
Für Feuerbach macht die Stärke der CDU aus, dass sie sich nicht auf festgelegte Antworten auf politische Fragen verkürzen lasse, sondern sie immer im Licht der Zeit neu prüfe. Das sei bei der Energiewende infolge der Reaktorkatastrophe in Fukushima ebenso gewesen wie bei der Schulpolitik auf Kreisebene. „Bei der ersten Abstimmung zur Einführung der IGS Schaumburg haben wir den Saal verlassen, um die Entscheidung zu verhindern. Als wir aber anhand der Anmeldezahlen gesehen haben, dass der Elternwille klar in Richtung IGS geht, haben wir unsere Position überdacht.“
Die Fähigkeiten, Ablehnungsreflexe durch sachliche Diskussionen zu widerlegen, kennzeichne die CDU bis heute, so Feuerbach. Auch Heine reizt es, bei politischen Prozessen die Befindlichkeiten der Personen zu berücksichtigen, nicht gleich mit der eigenen Meinung loszupoltern und stattdessen den Dialog zu suchen. „Das macht unheimlich Spaß. Ich kann mir vorstellen, mich später auch beruflich in der Politik zu engagieren.“
Der Arbeitskreis U40 der Schaumburger CDU gehe derzeit auch den Fragen nach: „Warum identifizieren wir uns mit der CDU? Was macht die Partei aus?“ Die Antworten sollen in einem Positionspapier veröffentlicht werden. Heine: „Das ist gar nicht so einfach.“

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