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750 Wohnungen für Flüchtlinge benötigt

Schaumburg 750 Wohnungen für Flüchtlinge benötigt

Rund 750 Wohnungen braucht der Landkreis für die Unterbringung der Flüchtlinge, die in diesem Jahr nach Schaumburg kommen. Das ist das Ergebnis einer Studie des hannoverschen Pestel-Instituts, das Kommunen und Verbände berät. Daher müssen mehr Wohnungen saniert und neue Immobilien gebaut werden, so die Forscher.

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Quelle: Symbolfoto

Landkreis. „Es ist schwer einzuschätzen, wie groß der Bedarf an neuen Wohnungen für die Flüchtlinge ist“, sagt hingegen Klaus Heimann. Der Sprecher des Landkreises verweist unter anderem auf das neue Asylgesetz. „Es ist völlig unklar, wie sich die Regelungen auf die künftige Entwicklung auswirken“, betont er. Auch andere Faktoren könnten zu kurzfristigen Veränderungen bei der Zahl der Flüchtlinge führen.

Das Pestel-Institut geht indessen davon aus, dass der Wohnungsbedarf in Schaumburg für sämtliche Flüchtlinge Ende 2015 bei rund 1000 Wohnungen liegen wird. Die Forscher rechnet dabei mit 1860 neuen Asylbewerbern allein für dieses Jahr. „Um die für Asylbewerber zusätzlich benötigten Wohnungen zu ermitteln, gilt die Formel: 100 Flüchtlinge, die in den Landkreis Schaumburg kommen, benötigen im Schnitt 40 Wohnungen“, erläutert Pestel-Institutsleiter Matthias Günther.

Angesichts dieser Zahlen müsse in erster Linie die Sanierung von leer stehenden Immobilien forciert werden. „Wenn es bei einem starken Flüchtlingszuzug bleibt, muss sich der Landkreis Schaumburg auch in den kommenden Jahren darauf einstellen, dass noch mehr Wohnungen gebraucht werden“, sagt Institutschef Günther.

Auch Heimann sieht in den leer stehenden Immobilien noch viel Potenzial für die Flüchtlingsunterbringung. „In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Einwohner in Schaumburg um 11.000 auf knapp 155.800 gesunken“, erklärt der Kreissprecher. Daher gebe es noch viele freie Wohnungen.

Ebenso wie der Kreissprecher haben die Forscher des Pestel-Instituts einen verstärkten Bedarf an Sozialwohnungen ausgemacht. Die Wissenschaftler fordern in ihrer Studie daher, dass auch beim Neubau mehr getan wird. So seien in der Vergangenheit „lediglich rund 210 Wohnungen pro Jahr fertiggestellt worden“. Dem Institut zufolge sei dies aber nicht ausreichend, um künftigen Anforderungen gerecht werden zu können. Heimann setzt in erster Linie auf die Herrichtung bestehender Immobilien.

Um den Neubau von Sozialwohnungen zu forcieren, soll es unter anderem finanzielle Anreize für genossenschaftliche und kommunale Wohnungsunternehmen sowie private Investoren geben. Die vom Bund jetzt bereitgestellten 500 Millionen Euro, die die Länder bis 2020 jährlich für den sozialen Wohnungsbau bekommen sollen, sieht das Pestel-Institut kritisch. „Das wird hinten und vorne nicht reichen“, kritisiert Leiter Günther.

Die Analyse hatte die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt mit dem Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel, der Deutschen Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau und dem Bund Deutscher Baumeister, Architekten und Ingenieure in Auftrag gegeben. bes

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