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760 Verletzte und sechs Tote

Unfallstatistik Schaumburg 760 Verletzte und sechs Tote

Die Zahl der Verkehrsunfälle im Landkreis Schaumburg ist im vergangenen Jahr zum fünften Mal in Folge angestiegen. Die insgesamt 3652 (+9) Unfälle bedeuten ein neues Zehn-Jahres-Hoch. Das hat die Polizei jetzt mitgeteilt.

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Landkreis. Gegenüber dem Vorjahr gab es bei den Unfällen mit Personenschäden von 570 auf 591 ebenfalls einen Anstieg. Ungeachtet dieser Entwicklung sei der langfristige Trend im Landkreis allerdings insgesamt noch rückläufig.

 Bei einer genaueren Betrachtung der Unfallfolgen ist festzustellen, dass sich der Anstieg sowohl auf die Zahl der schwerverletzten Personen mit 96 (+ 14) als auch der Leichtverletzten mit 664 (+8) bezieht, während die Anzahl der getöteten Personen mit sechs exakt dem Vorjahreswert entspricht.

 „Nachdem sich im Jahresverlauf der ungünstige Trend in der Verkehrsunfallentwicklung abzeichnete, haben wir unsere Verkehrsüberwachungsaktivitäten und Präventionsmaßnahmen deutlich verstärkt, leider nicht mit einem in der Statistik ablesbaren Erfolg“, bedauert Frank Kreykenbohm, Leiter der Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg.

Risikogruppen

   Kein eindeutiger Trend lässt sich aus der Analyse der Unfallzahlen sogenannter Risikogruppen ablesen. Mit 45 leichtverletzten Kindern liegt die Zahl für 2016 auf dem Niveau des Vorjahres. Bei den Schwerverletzten erhöhte sich jedoch die Zahl von zwei auf sieben. Ein siebenjähriges Mädchen starb in Stadthagen, als es mit ihrem Fahrrad von einem abbiegenden Lkw erfasst wurde. „Neben einem Anstieg der Schwerverletzten haben wir erstmals seit 2010 wieder ein getötetes Kind im Straßenverkehr zu beklagen. Die Polizei wird daher versuchen, durch Prävention, aber auch durch Kontrollen zum Beispiel auf den Schulwegen und der Sicherung von Kindern im Auto einen Rückgang der Zahlen zu bewirken“, erklärt Kreykenbohm.

 In der Gruppe der 18- bis 24-Jährigen ist ein leichter Anstieg bei den Leicht- und Schwerverletzten festzustellen. Zum ersten Mal seit 2013 wurde kein „junger Fahranfänger“ im Straßenverkehr getötet. Mit Blick auf ihren Anteil an der Bevölkerung sei diese Gruppe jedoch immer noch überproportional an Unfällen beteiligt.

 803 Senioren waren im vergangenen Jahr an Unfällen beteiligt – in 524 Fällen waren sie die Hauptverursacher. Zwei Senioren wurden im Straßenverkehr getötet.

Unfallursachen

 Eine wesentliche Ursache für den Anstieg der Zahlen sieht die Polizei in der deutlichen Zunahme der Wildunfälle. Mit 548 Unfällen (2015: 518) hat sich die Zahl in den vergangenen zehn Jahren fast verdoppelt. Der Anteil am Unfallgeschehen liegt nunmehr bei 15 Prozent. Mit der Anbringung von Reflektoren an den Leitpfosten leisten die Jäger laut Polizeisprecher Axel Bergmann bereits einen wichtigen Beitrag für mehr Sicherheit auf den belasteten Streckenabschnitten. Darüber hinaus plane die Polizei eine gemeinsame Aktion mit der Jägerschaft, bei der an gefährlichen Straßenabschnitten mit hoher Unfallbelastung, farbige Dreibeine aus Holz aufgestellt werden. Außerdem sollen gezielte Geschwindigkeitskontrollen vorgenommen werden.

Alkohol und Drogen

 

 Aufgrund der negativen Entwicklung habe die Polizei, so Bergmann, die Verkehrsüberwachung im Bereich der Unfallursachen – Geschwindigkeit, Alkohol/Drogen und Ablenkung durch Mobiltelefone – während der Fahrt deutlich intensiviert. So seien 4357 Verkehrsteilnehmer nach Geschwindigkeitsüberschreitungen angehalten und kontrolliert (+2540) worden. 115 Fahrer (+22) waren unter Drogen- oder Medikamenteneinfluss unterwegs.

 52 Unfälle (-11) haben sich nach Zahlen der Polizei unter dem Einfluss von Alkohol ereignet. Die durch die Polizei festgestellten Fahrten unter Einfluss von Alkohol ohne Unfall blieben mit 181 in etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Die höchste festgestellte Blutalkoholkonzentration betrug 3,41 Promille.

 Die Unfälle unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln oder Medikamenten stiegen von acht auf 14. Die festgestellten Verstöße ohne Unfall stiegen von 93 auf 115 an. „Dessen ungeachtet ist bei diesem Delikt weiterhin von einem hohen Dunkelfeld auszugehen“, so Bergmann.  col

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