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AWS-Geschäftsführer zum Wertstoffgesetz

„Ökologisch widersinnig“ AWS-Geschäftsführer zum Wertstoffgesetz

Die Abfallwirtschaftsgesellschaft Schaumburg (AWS) teilt die Kritik der hiesigen Bundestagsabgeordneten Katja Keul (Grüne) am geplanten neuen Wertstoffgesetz. Wie berichtet, hat Keul den Entwurf als „gesetzgeberischen Murks“ bezeichnet.

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Landkreis. Nach Auskunft von AWS-Geschäftsführer Peter Kühn sollen Kunststoffe, die keine Verpackungen sind, künftig getrennt erfasst werden. Dabei handelt es sich um Gegenstände wie beispielsweise Geschirr oder Spielzeug aus Plastik. Diese werden bislang entweder in den Restmüllsack getan oder sie landen im gelben Wertstoffsack, in den sie eigentlich nicht gehören, weil dieser nur für Plastikverpackungen vorgesehen ist. Künftig soll dieser Wertstoff-Anteil getrennt erfasst werden, etwa in einer gelben Tonne.

Kühn wie Keul kritisieren nun, dass die Erfassung dieses Wertstoff-Anteils laut Gesetzentwurf dem Dualen System, also der Privatwirtschaft, überlassen werden soll. Wie Kühn vorrechnete, handelt es sich bei dieser Art Wertstoff im Landkreis Schaumburg um etwa 800 Tonnen pro Jahr.

Nach Überzeugung des AWS-Geschäftsführers sprechen aber mehrere Argumente dafür, dass die Kunststoffe, die nicht Verpackungen sind, von kommunalen Einrichtungen wie etwa der AWS eingesammelt und verwertet werden. So wäre es laut Kühn nicht gut, „wenn Verantwortlichkeiten noch weiter aufgesplittet werden“. Die Transparenz für den Bürger und die kommunale Kontrolle durch den Kreistag gehe dann verloren. „Zudem würde für uns ein hoher administrativer Aufwand entstehen, wenn die Sache über die Privatwirtschaft gelöst wird“, fügte der AWS-Geschäftsführer hinzu.

Die AWS erfasse auch Papier und Papierverpackungen ohne Probleme, argumentiert Kühn, „wieso soll das also bei Kunststoffen nicht auch sinnvoll sein?“ In eigener Regie könne die AWS die Art und Weise der Einsammlung bestimmen, vor allem aber auch den Weg der Wiederverwertung. „Wir haben den hohen ökologischen Anspruch, daraus hochwertiges Recycling-Material zu erzeugen“, betonte Kühn.

„Am Gesetzentwurf besonders scharf zu kritisieren“, so Kühn weiter, sei die Tatsache, dass Kunststoff-Teile über fünf Kilogramm nicht als Wertstoff gelten. Vielmehr sollen sie weiter über den Hausmüll entsorgt und damit im Regelfall der Verbrennung zugeführt werden. „Das ist ökologisch völlig widersinnig“, sagte Kühn. ssr

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