Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / 4 ° Regenschauer

Navigation:
Abschied vom „Philosophen“

Landkreis / Kreislandwirt Abschied vom „Philosophen“

„Wir hätten uns keinen besseren Landwirt vorstellen können.“ Dieser Satz ist bei der Verabschiedung von Kreislandwirt Heinz Schweer am Mittwoch im „Schäferhof“ in Probsthagen nicht nur einmal gefallen.

Voriger Artikel
VHS: Teilnahmezahlen für 2011 rückläufig
Nächster Artikel
„Augenhöhe herstellen“

Der alte und der neue Kreislandwirt: Heinz Schweer (links) übergibt sein Amt an Cord Lattwesen.

Quelle: kil

Landkreis (kil). Nach 24 Jahren zieht sich der Vollblutlandwirt aus seiner ehrenamtlichen Tätigkeit zurück. Zu seinem Nachfolger hat die Landwirtschaftskammer in der vergangenen Woche den 35-jährigen Cord Lattwesen aus Hohnhorst gewählt, der die Verabschiedungsfeier moderierte.

 Lattwesen ist die Aufgabe des Kreislandwirtes keineswegs neu. Schon seit einiger Zeit hat er mit Schweer zusammengearbeitet, Außerdem ist er seit 2004 beim Landvolk aktiv. „Ich kann nie die Klappe halten und mische mich einfach gerne ein“, sagt er über seine Motivation, in die Fußstapfen von Schweer zu treten. Der 35-Jährige ist hauptberuflich Landwirt und durch den Familienhof in Hohnhorst – mit Ackerbau, Viehzucht und Biogasanlage – bestens mit landwirtschaftlichen Themen vertraut.

 Schweer hat seine Felder bereits in den Sechzigern bestellt, wurde 1970 Vorsitzender der Landjugend und übernahm 1988 das Amt des Kreislandwirtes. Nun zieht er sich nach und nach aus seinen Ehrenämtern zurück. Neben seinen Leistungen als Kreislandwirt gingen die Redner auch immer wieder auf Schweers persönliche Art ein. Sein Ding „war nie die große Show, die große Pose oder der emotionale Kampf“, schilderte Hartmut Brunkhorst (Landbund). Seine ruhige und sachliche Art habe Kompetenz ausgestrahlt. „Informiert, belesen und intellektuell“, zählte Brunkhorst die Eigenschaften auf, die der ehemalige Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier in seiner Laudatio auch als „Schweer, den Philosophen“ zusammenfasste. Er habe eben ein ganz anderes Bild des Landwirtes verkörpert, als er es aus seiner Kindheit vom Dorf gekannt habe. Philosophisch, wenn er die Schönheit der Weizenfelder beschreibe, aber zugleich auch „ein Macher“, der die Dinge anpacke. Er habe eine „stolze Leistung“ erzielt – so würden es wohl die modernen, jungen Landwirte heute sagen, fügte er hinzu. Landrat Jörg Farr setzte noch einen drauf und sprach von „einem Lebenswerk“.

 Und was macht der Ex-Kreislandwirt nun mit seiner freien Zeit? „So viel Zeit ist das gar nicht“, sagte Schweer. „Wir haben ein großes Grundstück.“ Seine rund 80 Hektar Ackerfläche verpachtet er allerdings, denn seine beiden Söhne haben als Informatiker einfach andere Pläne, als den Hof zu übernehmen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Online suchen, Angebot finden, einkaufen gehen: Das steckt in Kurzform hinter „Kauf hier – lokal & digital“. Eine Auswahl aktueller und preislich besonders attraktiver Produkte finden Interessierte stets auf unserer Homepage... mehr

Eine gute Tradition findet regelmäßig ihre Fortsetzung – die „Aktion Weihnachtshilfe“. In der Vorweihnachtszeit rufen die Schaumburger Nachrichten unter dem Motto „Schaumburger helfen Schaumburgern“ jedes Jahr zu Spenden für bedürftige Menschen im Landkreis auf. mehr

Schaumburg