Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Abtreibungen in Schaumburg: Lösung in Sicht

Gespräche mit Klinikum-Träger Abtreibungen in Schaumburg: Lösung in Sicht

Bei dem Bestreben, am künftigen Klinikum in Vehlen Schwangerschaftsabbrüche nach sozialer Indikation zu ermöglichen, „zeichnet sich eine Lösung mit einem externen Kooperationspartner ab“. Mit dem Klinikum-Träger Agaplesion sei man auf dem Weg zu einer einvernehmlichen Lösung, versicherte Landrat Jörg Farr.

Voriger Artikel
Verkehrsmeldung für Mittwoch, 16. November
Nächster Artikel
Geflügel muss im Stall bleiben
Quelle: dpa

Landkreis.  Bis zum Start des Gesamtklinikums im kommenden April sei noch genug Zeit, eine Reglung zu finden und dann zeitgerecht umzusetzen, betonte Farr.

Im Konsortialvertrag zwischen Landkreis und Agaplesion sei zum Thema Schwangerschaftsabbrüche nach sozialer Indikation nichts enthalten, berichtete Farr auf die entsprechende Frage eines Abgeordneten: „Allerdings sind wir damals davon ausgegangen und haben auch erwartet, dass das im Landkreis bestehende Leistungsangebot voll weitergeführt wird.“

Farr bestätigte, dass Agaplesion-Mitarbeiter bereits im Mai in einer Sitzung des Betriebsausschusses die Haltung des Konzerns mitgeteilt hätten. Den Vertretern der Fraktionen habe da wohl „das Bewusstsein gefehlt, dass Schwangerschaftsabbrüche nach sozialer Indikation auch sonst in Schaumburg nicht möglich sind“, so Farr. Denn eine Reaktion der Politik hatte es zum damaligen Zeitpunkt nicht gegeben.

Reckmann von Haltung Agaplesions überrascht

Ihre Fraktion sei jetzt von der Haltung Agaplesions überrascht worden, räumte Christiane Reckmann (SPD) ein. Allerdings habe man von Anfang an wissen können, dass der Landkreis bei einem kirchlichen Träger nur bedingt handlungsfähig sei. Heinrich Sasse (WGS) meinte, es sei kein Wunder, dass der Aspekt nicht im Konsortialvertrag erwähnt ist: „Dann hätten wir auch Details wie Blinddarmoperationen regeln müssen.“ Für die damals für den Landkreis Beteiligten „war es aber eine Selbstverständlichkeit, dass das ganze Leistungsangebot fortgeführt wird“. Der WGS-Politiker fügte hinzu: „Was damals nicht zu erkennen war, müssen wir jetzt reparieren.“

Weiter ging Richard Wilmers (WIR), der forderte, den Konsortialvertrag infrage zu stellen: „Wir müssen von Agaplesion verlangen, dass sie in ihrem Klinikum Schwangerschaftsabbrüche nach sozialer Indikation durchführen.“

Michael Dombrowski (Grüne) zitierte aus dem Konsortialvertrag, alles werde in partnerschaftlicher Rücksichtnahme auf die Belange der anderen Seite geregelt. „Wo ist hier die Rücksichtnahme uns gegenüber“, fragte er und setzte hinzu: „Dass der Leistungskatalog einseitig beschnitten wird, das dürfen wir uns nicht bieten lassen.“

Mehrere Abgeordnete forderten Farr auf, dafür zu sorgen, dass die  Lösung mit einem externen Kooperationspartner im Gebäude des Gesamtklinikums und nicht außerhalb ihren Platz findet, vor allem aus Gründen der medizinischen Sicherheit. ssr

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben
Mehr zum Artikel
Klinikum Schaumburg

Nach dem Bericht unserer Zeitung hat der breite öffentliche Protest offenbar Wirkung gezeigt. Obwohl der Betreiber des neuen Gesamtklinikums in Schaumburg keine Abtreibung aus sozialer Indikation anbieten möchte, will Landrat Jörg Farr jetzt alle Hebel in Bewegung setzen, um ihn dennoch zu ermöglichen. Die Frage ist noch wie.

mehr

Unternehmen quer durch alle Branchen haben sich auch in diesem Jahr wieder an der Aktion der Lions Clubs beteiligt, deren Erlös auch der „Weihnachtshilfe“ der Schaumburger Nachrichten zugute kommt. Hier finden Sie ab dem 1. Dezember die täglich aktuellen Gewinnnummern. mehr

In Ruhe einkaufen, erholsam Urlaub machen, in die Stadtgeschichte eintauchen oder einfach mal in einem der vielen Restaurants und Kneipen die Seele baumeln lassen. Lernen Sie Stadthagen von einer ganz anderen Seite und auf ganz besondere Weise kennen. mehr

Schaumburg