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Ärzte behandeln, Abdullah übersetzt

Flüchtling engagiert sich als Dolmetscher Ärzte behandeln, Abdullah übersetzt

Über die Flucht aus seiner Heimat, dem Irak, spricht Abdulla nicht viel. Es sind Schlepper und eine Menge Geld, die ihm die Reise nach Deutschland ermöglicht haben.

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Kümmern sich um die medizinische Versorgung der Flüchtlinge: Mirko Fiedler, Betreuungshelfer des DRK (kniend), Christoph Hunnius (hinten, von links), Christian Vielhauer, Abdullah, Eckhart Ilsemann (Leiter der DRK-Flüchtlingshilfe) und DRK-Präsident Bernd Koller.

Quelle: pr.

Landkreis/Rinteln. Als Flüchtling landet er schließlich in der Notunterkunft Prince Rupert School in Rinteln. Dort greift er dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) als Dolmetscher unter die Arme.

 Seine Mutter habe ihm gesagt, dass er gehen müsse, weil er sonst sein Leben verlieren würde. In seiner Heimat ist er Dolmetscher für die US-Armee gewesen. Abdullah ist sich sicher, dass er aus diesem Grund nun auf der Todesliste des Islamischen Staates steht. Wie alle, die den USA „geholfen“ haben und die nicht „den richtigen Glauben haben“. Ein Elternteil von Abdullah gehört dem christlichen Glauben an. Auch das werde vom IS nicht geduldet, sagt der geflohene Iraker.

 Seine Reise führt ihn von Istanbul nach München. 29 Tage, die er unter anderem in geschlossenen Vans mit anderen Asylsuchenden verbringt. Tagelange Märsche zehren an den Nerven von Abdullah. Er kann nicht genau sagen, über welche Länder er nach Deutschland gekommen ist. Der junge Iraker weiß, dass ihm eventuell die Abschiebung droht, so wie auch allen anderen Flüchtlingen, die vor der Ankunft in Deutschland einen Fuß in ein anderes EU-Land gesetzt haben.

 Viermal in der Woche geht er nun zum Deutschunterricht. „Ich möchte meine neue Heimat in Deutschland finden“, sagt der 27-Jährige in fließendem Englisch. „Für mich ist es deshalb selbstverständlich, dass ich so schnell wie möglich die deutsche Sprache lerne.“

 In der Notunterkunft hilft Abdullah beim Übersetzen vom Arabischen ins Englische und unterstützt das DRK so bei der medizinischen Versorgung der anderen Bewohner. Er weiß, dass in anderen Notunterkünften im Land auch schon mal über 1000 Menschen in einem großen Raum zusammenleben müssen. „Das DRK macht einen tollen Job. Ich bin sehr dankbar dafür.“

 Die Arbeit des DRK, der vielen ehrenamtlichen Helfer und der Ärzte im Krankenhaus wird so schnell auch nicht enden. DRK-Präsident Bernd Koller: „Beide Notunterkünfte in Bückeburg und in Rinteln erhalten im neuen Jahr sicher wieder Neuzugänge und werden dann maximal ausgelastet sein, das heißt, dass insgesamt im Laufe des Jahres voraussichtlich 888 Flüchtlinge aufgenommen werden.“ r

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