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Als Pionier nach Schaumburg

Neuer Nerologe baut Abteilung am Klinikum auf Als Pionier nach Schaumburg

Der neue Chefarzt am Kreiskrankenhaus in Rinteln steht noch fast allein auf weiter Flur. Eine Sekretärin muss sich Dr. Peter Lüdemann mit der Abteilung für Innere Medizin teilen. Die medizinischen Geräte, die der Neurologe für seine Arbeit braucht, sind auch noch nicht alle in Schaumburg angekommen – um die Anschaffung der notwendigen Technik wird sich der neue Chef selbst kümmern.

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Im Rintelner Krankenhaus angekommen: Dr. Peter Lüdemann ist neuer Chefarzt der Neurologie und leistet Aufbauarbeit.

Quelle: ll

Von Lars Lindhorst Rinteln. Chefarzt Lüdemann betreibt Aufbauarbeit. Er soll etwas errichten, was es in der Schaumburger Krankenhauslandschaft bislang noch gar nicht gegeben hat: eine Fachabteilung für Neurologie. Wenn das Gesamtklinikum in Vehlen Anfang 2017 in Betrieb gehen soll, will die Klinikgeschäftsführung in dem 435-Betten-Bau auch 30 stationäre Plätze für neurologische Patienten anbieten können. Die Neurologie ist ein Teil der künftigen Klinik mit Schwerpunktversorgung. Die Etablierung dieser Fachabteilung ist eine Auflage des Landes Niedersachsen, das den 130-Millionen-Euro-Neubau mit etwa 95 Millionen Euro bezuschusst. Doch bis die neurologische Station mit 30 Betten reibungslos funktioniert, werden noch gut zwei Jahre bis zur Inbetriebnahme des Gesamtklinikums ins Land gehen.

 Wie Dr. Achim Rogge, Sprecher der Geschäftsführung des Klinikums Schaumburg, ausführt, sind in Rinteln zunächst zehn Planbetten in der Neurologie vorgesehen. Lüdemann leiste hierbei „echte Pionierarbeit“. Ziel ist es, bis Mitte des Jahres eine Schlaganfallstation in Rinteln aufgebaut zu haben, so Rogge. Die Akutversorgung für solche Patienten sei mit der Anwesenheit des neuen Chefarztes der Neurologie aber bereits jetzt schon gesichert – einen neurologischen Notfall hat Lüdemann während seiner bisher siebentägigen Anwesenheit in Rinteln schon behandelt.

 Vier Monate früher als geplant ist Lüdemann nach Rinteln gekommen, weil laut Geschäftsführung die Zeit drängte, mit dem Aufbau der Neurologie zu beginnen. Im Aufbau einer Fachabteilung hat der neue Chefarzt ausgewiesene Erfahrung: Auch am St.-Franziskus-Hospital in Ahlen in Westfalen, von dem er zum Jahresbeginn ans Rintelner Krankenhaus wechselte, hat er eine neurologische Abteilung von null zum Laufen gebracht.

 Künftig wird der Neurologe eng mit der internistischen Abteilung und deren Chefarzt Christoph Hunnius zusammenarbeiten, medizinisches und pflegerisches Personal eingeschlossen. „Ohne große Eitelkeiten mit den Nachbarn zusammenarbeiten“, nennt Chefarzt Lüdemann das. Ein weiterer Oberarzt für die Neurologie soll laut Rogge im Laufe dieses Jahres noch gewonnen werden.

 Der Sprecher der Geschäftsführung kündigt auch eine Kooperation mit der Medizinischen Hochschule in Hannover (MHH) an. Die solle den Aufbau der Abteilung und auch eine „Rund-um-die-Uhr-Notfallversorgung“ unterstützen. Funktionieren könne das mit einer sogenannten „tele-neurologischen Vernetzung“. Heißt: Neurologische Notfälle, zum Beispiel Patienten mit Verdacht auf einen Schlaganfall, werden zur Akutbehandlung ins Rintelner Krankenhaus gebracht. Dann können, ist Chefarzt Lüdemann einmal nicht im Haus, Experten der MHH den Patienten durch moderne Kameratechnik in Augenschein nehmen und eine erste Diagnose stellen. Klingt futuristisch, sei aber gang und gäbe, so Rogge.

 In den kommenden Wochen wird sich Peter Lüdemann neben dem Aufbau einer Infrastruktur und der Anschaffung neuer Geräte vor allem, wie er selber sagt, um die Vernetzung mit dem Rettungsdienst und den niedergelassenen Neurologen kümmern, denn Rinteln wird als einziges der drei Schaumburger Krankenhäuser die Versorgung von neurologischen Patienten übernehmen.

 „Alle haben darauf gewartet, dass etwas in Gang gesetzt wird“, schildert Chefarzt Lüdemann seine ersten Eindrücke nach einer Woche Arbeit in Rinteln – wohl wissend, dass das medizinische Angebot am Rintelner Krankenhaus in der Vergangenheit Stück für Stück zusammengestrichen wurde.

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