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Altersarmut schwarz auf weiß

Landkreis / Grundsicherung Altersarmut schwarz auf weiß

Ein erschreckender „Aufwärtstrend“: Die Zahlen der „Rentenaufstocker“, die auf die staatliche Grundsicherung im Alter angewiesen sind, weil ihre eigene Rente nicht ausreicht, ist weiter angestiegen. Und der Trend wird sich wohl weiter fortsetzen, glaubt Klaus Heimann, Sozialdezernent des Landkreises.

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Landkreis (kle). Insgesamt wurden 2007 knapp 7,88 Millionen Euro für fir Grundsicherung ausgegeben, genau 1538 Menschn im Landkreis waren auf diese Hilfe angewiesen. 1624 waren es schon 2009, 1677 im Jahr 2010, und 2011 schließlich mussten 1779 Schaumburger die Grundsicherung in Anspruch nehmen – mehr als ein Prozent der Gesamtbevölkerung im Landkreis. Rund 9,96 Millionen Euro wurden 2011 vom Staat für die Grundsicherung ausgegeben, „für 2012 rechnen wir mit mehr als zehn Millionen“, so Heimann. „Die Zahlen steigen ständig.“

Einer der Hintergründe sei in den Anfängen sicher auch die Veränderung des Systems an sich gewesen. „Die Grundsicherung soll die verschämte Altersarmut abbauen.“ Manche, die sich nicht trauten, zum Sozialamt zu gehen und um Hilfe zu bitten, könnten sich mit der Grundsicherung eher anfreunden. Diese vermittle nämlich – sinnvollerweise – stärker den Eindruck einer Aufstockung zu einer Art „Grundrente“ statt einer Sozialhilfe. Auch dass vor der Einführung der Grundsicherung sehr schnell auf die Angehörigen zurückgegriffen wurde, um den Betreffenden finanziell zu helfen, sei für viele noch einmal eine immense Hemmschwelle gewesen, so Heimann. Hinzu komme, erklärt der Leiter des Sozialamts, Heinz Kraschewski, dass infolge des demografischen Wandels die Zahl der Rentner insgesamt stetig steigt – darunter immer auch solche, die die Grundsicherung benötigen.

Diese Punkte sollten aber nicht von einem großen Grundproblem ablenken: Immer mehr Leute seien bundesweit nicht in der Lage, genügend Rentenansprüche zu erwerben, sei es wegen langer Zeit der Arbeitslosigkeit oder wegen Niedriglöhnen, so Kraschewski. Ilona Sennholz vom Sozialverband Schaumburg hat zudem die Erfahrung gemacht, dass vielfach auch alleinlebende Frauen von dem Problem betroffen seien, also Witwen oder Geschiedene. Diese könnten, auch wenn sie selbst Geld verdient haben, durch Ausfälle im Arbeitsleben, meist wegen der Kinderbetreuung, ebenfalls oft nicht ausreichend Rentenansprüche erwerben.

Auch Sennholz glaubt, dass die Zahlen sicher noch weiter steigen werden. „Die Arbeitslosigkeit geht zwar zurück“, unter den Arbeitnehmern gebe es aber immer mehr Geringverdiener, „das wird sich später auswirken“. Zudem liege, so Heimann, die Zeit der großen Arbeitslosigkeit erst kurz zurück, sodass sich die Auswirkungen der Krise, was die Rentenempfänger angehe, erst noch zeigen werden. Abwenden lasse sich die Zunahme der Grundsicherungsempfänger wohl nicht mehr. „Was wir jetzt erleben, ist das Ergebnis einer jahrelangen Entwicklung.“ Nun gelte es, zu versuchen, die zukünftige Entwicklung positiv zu beeinflussen und zu versuchen, Langzeitarbeitslose wieder in den ersten Arbeitsmarkt zu vermitteln. „Wenn sich da nichts tut“, so Kraschewski, „haben wir es später mit dem gleichen Automatismus zu tun“, der die jetzigen Aufstocker schon betreffe.

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