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Aus dem Landkreis Annäherung an die Rätsel um „Hus Aren“
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis Annäherung an die Rätsel um „Hus Aren“
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22:45 23.02.2012
Standort von „Hus Aren“ bei Nordholz. Die flachen Grabenspuren sind nach starkem Regen besser sichtbar. Quelle: pr
Bückeburg (jpw)

Neue Erkenntnisse ihrer Untersuchungen zu der Vorgängerburg der Bückeburg stellen heute, Freitag, Hans-Wilhelm Heine vom Landesamt für Denkmalpflege und der Schaumburger Kommunalarchäologe Jens Berthold von 19 Uhr an im „Hofcafé Peetzen 10“, im Bückeburger Ortsteil Petzen vor.

 Heine, der als der niedersächsische Burgenexperte gilt, hat in seinem Buch „Schaumburger Land – Burgenland“ den bisherigen Forschungsstand rund um das „Hus Aren“ bereits zusammengefasst, interpretiert und publiziert.

 Neue Quellen und verfeinerte Methoden der Archäologie versprechen weitere Erkenntnisse rund um die in einer feuchten Wiese verborgenen Fundamente für einen ovalen Wohnturm auf einem aufgeschütteten Erdhügel, errichtet an der Wende vom 12. zum 13. Jahrhundert.

 Bislang ist bekannt, dass ein Feuer die Niederungsburg der Edelherren von Arnheim bereits in der Mitte des 13. Jahrhunderts zerstörte. Wenige hundert Meter weiter östlich errichteten sie zwei mächtige, rechteckige, von Gräben umgebene Gebäude, die „Nygenburg“.

 Der Mindener Bischof hatte bereits 1289 die Schaumburger Grafen und die Arnheimer jeweils zur Hälfte zunächst mit dem „Hus Aren“ und dem Nachfolgerbau belehnt. Doch auch der neuen Burg war kein langes Dasein beschieden, 1302 wurde sie geschleift. Das Geschlecht der Arnheimer starb rund zehn Jahre später aus. In ihre Rechte traten die Schaumburger ein und bauten – vermutlich als Ersatz – die Vorgängerburg des heutigen Bückeburger Schlosses.

 Nach Erzählungen von Bückeburger Bauern hatte 1905 der gelernte Zahnarzt Friedrich Wilhelm Mosebach rund 25 Jahre zuvor vom Verein für Geschichte, Landeskunde und Altertümer veranlasste Grabungen beim „Hus Aren“ fortgesetzt. Der Bückeburger Archivrat Franz Engel grub von 1950 bis 1955 erneut. Heine kommt bisher zu dem Schluss, dass es sich beim „Hus Aren“ um eine „wichtige archäologische Forschungsreserve für zukünftige Generationen“ handele.

 Möglich ist aber, dass Berthold nach neueren Untersuchungen einige der von Heine aufgeworfenen Fragen, ob es sich um Gegenburgen, Belagerungsschanzen oder mehr oder weniger befestigte Burgmannensitze handelt, bereits zumindest näherungsweise beantworten kann.