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Aus dem Landkreis Anonyme Anzeige gegen den Landkreis
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis Anonyme Anzeige gegen den Landkreis
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00:16 11.09.2016
Ein Blick in die Integrierte Regionalleitstelle in Stadthagen. Quelle: KFV Nienburg
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Landkreis

Die Nienburger Lokalzeitung „Die Harke“ erreichte dazu eine ausführliche – aber weiterhin anonyme – Stellungnahme sowie eine Kopie der Anzeige. Die Verfasser, die sich selbst als Mitarbeiter der Leitstelle bezeichnen, erheben konkrete, schwere Vorwürfe gegen die Betreiber der Leitstelle – unter anderem unterlassener Hilfeleistung mit Todesfolge.

In dem Brief schildern die Verfasser einen Fall aus dem Landkreis Nienburg, in dem ein Krankenwagen aufgrund von Verzögerungen zu spät am Unfallort angekommen sein soll. Die Verfasser geben als Grund für diese Verzögerung an, dass das Rettungsteam zweimal alarmiert werden musste. Der Patient soll gestorben sein.

Außerdem heißt es in dem Schreiben: „Nur im Zuge möglicher Ermittlungen sehen wir die Chance, dass wir neutral vernommen werden, um unsere Angaben mit Hilfe der sehr umfassenden Leitstellendokumentation öffentlich beweisen zu können.“ Der Sprecher der Verdener Staatsanwaltschaft, Lutz Gaebel, bestätigte, dass die Anzeige eingegangen ist. Sie wurde anonym aufgegeben.

Anonyme Briefe

Seit mehreren Monaten kursieren anonyme Briefe angeblicher Leitstellenmitarbeiter, die Missstände anprangern. Teilweise mit konkretem Bezug, was ein internes Wissen nahelegt, teilweise weniger konkret. Gegenüber der Zeitung waren die Briefeschreiber – auch anonym – nicht bereit ihre Identität zu enthüllen. Dies unterscheidet den Fall von den Vorwürfen von Rettungssanitätern aus Schaumburg. Die äußerten sich in der Zeitung zwar anonym, ihre Identität und Tätigkeit war der Redaktion allerdings bekannt und konnte überprüft worden.

Dennoch nimmt der Landkreis Schaumburg – dem konkretes Fehlverhalten und ein Vertuschen der Zustände vorgeworfen wird – die Anzeige sehr ernst. „Jetzt bekommen die Vorwürfe eine neue Dimension“, betonte Erster Kreisrat Klaus Heimann auf Anfrage. „Wir werden sehen, wie die Staatsanwaltschaft darauf reagiert. Dem können und wollen wir nicht vorgreifen. Natürlich müssen wir den Vorwurf ernst nehmen und werden versuchen, den beschriebenen Einzelfall nachzuvollziehen.“ jak, stü

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