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Arbeitnehmer zeigen Flagge

Streiks bei Hautau und Bornemann Arbeitnehmer zeigen Flagge

Mitarbeiter Hautau in Kirchhorsten und ITT Bornemann in Obernkirchen haben sich am Mittwoch an den Warnstreiks beteiligt, zu denen die Gewerkschaft IG Metall aufgerufen hatte. Die IG Metall fordert mehr Geld und kürzere Arbeitszeiten. Für Donnerstag sind weitere Streiks angekündigt.

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Landkreis. Unter anderem setzten rund 50 Mitarbeiter der Helpser Firma Hautau vor dem Werk in Kirchhorsten ein Zeichen. „Wir wollen Flagge zeigen und klar machen, dass wir hinter den Forderungen der Gewerkschaft stehen“, schilderte ein junger Mitarbeiter, der bei der Haltung der Arbeitgeber nur „die Hände über dem Kopf zusammenschlagen kann“.

 Auch mehrere Dutzend Mitarbeiter des Pumpenherstellers ITT Bornemann versammelten sich in der Zeit von 9 bis 10 Uhr am Haupteingang des Betriebsgeländes, um diesen so zu versperren.

 Hintergrund der Aktionen waren die laufenden Tarifverhandlungen, hinsichtlich derer die Streikenden den Forderungen der IG Metall Nachdruck verleihen wollten.

Von guter Wirtschaft profitieren

 „In den meisten Betrieben brummt es – es boomt“, erklärte Herbert Hahn, Gewerkschaftssekretär der IG-Metall-Geschäftsstelle Nienburg-Stadthagen. Und daher wolle man „ein Stück des Kuchens“ abbekommen.

 Konkret fordert die Gewerkschaft eine Erhöhung der Entgelte und Ausbildungsvergütungen um sechs Prozent. Außerdem sollen Arbeitnehmer einen Anspruch erhalten, die eigene Arbeitszeit für eine Dauer von bis zu zwei Jahren auf bis zu 28 Wochenarbeitsstunden („kurze Vollzeit“) zu reduzieren; dies mit der Möglichkeit, danach wieder auf die vorherige Arbeitszeit aufzustocken. Ferner sollen die Arbeitgeber einen Entgeltzuschuss während der „kurzen Vollzeit“ leisten – und zwar für Schichtarbeit, belastende Arbeitszeiten, Kindererziehung und die Pflege von Angehörigen.

Über die Resonanz seitens der Arbeitnehmer freuen sich der Bornemann-Betriebsratsvorsitzende Axel Weinert (links) und der Gewerkschaftssekretär Herbert Hahn.

Über die Resonanz seitens der Arbeitnehmer freuen sich der Bornemann-Betriebsratsvorsitzende Axel Weinert (links) und der Gewerkschaftssekretär Herbert Hahn. Foto: wk

 Hierzu erklärte Hahn, dass die Möglichkeit einer befristeten Arbeitszeitreduzierung insbesondere für jene Arbeitnehmer wichtig sei, die kleine Kinder zu versorgen haben oder die ihre eigenen Eltern pflegen. Ohne den von der IG Metall geforderten Rechtsanspruch sei es allerdings schwierig, aus einer Teilzeitbeschäftigung wieder in eine Vollzeitbeschäftigung zu wechseln, da dafür bislang das Einverständnis des Arbeitgebers erforderlich sei.

Fachkräftemangel entgegenwirken

 Demgegenüber höre man jedoch die Arbeitgeber klagen, dass es zu wenig qualifiziertes Personal gebe, ergänzte Hahn. Doch „die Kinder, die wir großziehen, sind unsere nächsten Fachkräfte“, gab er zu bedenken.

 Der Betriebsrat von ITT Bornemann freue sich, dass „trotz der Situation, in der wir uns befinden“, so viele Mitarbeiter den Mut gefunden haben, an dem Warnstreik teilzunehmen, sagte Axel Weinert, der Betriebsratsvorsitzende. Dabei bezog er sich auf die durch Umsatzeinbrüche bedingte schwierige wirtschaftliche Lage des Pumpenherstellers, deretwegen das Unternehmen bereits zahlreiche Arbeitsplätze in Gelldorf abgebaut hat.

Blockadehaltung  bei Arbeitgebern

Vor allem bei Auftragsspitzen sei die Belastung für die an diesem Standort verbliebene Belegschaft indes sehr hoch, so Weinert. Dies auch deshalb, weil die Schichtarbeit dann tage- und wochenweise „umgeschmissen“ werde, um die Aufträge abarbeiten zu können.

 „Nur gesunde Mitarbeiter sind gute Mitarbeiter“, mahnte der Betriebsratsvorsitzende in diesem Zusammenhang.

 Auch Herbert John, Vorsitzender des Betriebsrates von Hautau, machte sein Unverständnis über „die Blockadehaltung der Arbeitgeber“ deutlich: „Die Arbeitgeber sind auf einem falschen Weg“, betonte er in einer kurzen Ansprache an die Mitarbeiter. Es gehe den Chefs bloß darum, so viel Arbeitszeit wie möglich herauszuschlagen. „Wo bleibt da der Gesundheitsschutz?“, fragte er und machte klar, dass es eben nicht „nur ums Geld“ gehe. wk, kil

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