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„Armut verursacht bitteres Gefühl der Ausgrenzung“

Landkreis / "Schaumburger Sozialforum" „Armut verursacht bitteres Gefühl der Ausgrenzung“

„Mageres Einkommen – dicke Probleme“ – so hat der Titel des „3. Schaumburger Sozialforums“ zum Thema Armut in Kindheit und Alter in der Alten Polizei in Stadthagen gelautet. Quintessenz der Referenten: Soziale Hilfsangebote vor Ort müssen noch besser entwickelt und vernetzt werden. Und vor allem: Dafür müsse der Staat mehr Geld zur Verfügung stellen.

Landkreis (ssr). Rund 40 Interessierte waren zu der vom parteiunabhängigen „Sozialforum“, in dem einige hiesige Sozialverbände zusammengeschlossen sind, gekommen. Einleitend zitierte Awo-Kreisgeschäftsführerin Heidemarie Hanauske amtliche statistische Angaben: Demnach leben in Schaumburg derzeit 3756 Kinder in Armut, 1488 Senioren sind auf Grundsicherung im Alter angewiesen.

Hauptreferentin Antje Richter-Kornweitz von der Akademie für Sozialmedizin (Hannover) präsentierte teils brandaktuelle Forschungsergebnisse, durch die Armut in Niedersachsen konkret dokumentiert wird. Durch Schilderung von Einzelbeispielen machte die Wissenschaftlerin klar, „was Armut mit Menschen macht“. Oftmals schlimmer als die materiellen Einschränkungen sei „das besonders bittere Gefühl von Ausgrenzung“. Und: „Kinder wachsen schon in dem Bewusstsein auf, ganz unten zu sein.“ Bei Vielen gebe es die Neigung, „weniger Zutrauen zu sich selbst zu haben als Gleichaltrige“. Zudem würden arme Kinder öfter krank.

Landrat Jörg Farr (parteilos) kritisierte die „bürokratischen Hemmnisse“ beim Bildungspaket. Ebenso schalt er die drastischen Kürzungen bei arbeitsmarktpolitischen Förderprogrammen: „Gerade jetzt in der Zeit des Aufschwungs wären Eingliederungserfolge in den ersten Arbeitsmarkt zu erreichen.“
Der Awo-Kreisvorsitzende Ernst Kastning wünschte den Spitzenpolitikern in Berlin „möglichst viele aktive Parteimitglieder an der Basis, die sie löchern und Druck machen für mehr Geld zur Bekämpfung von Armut“.

Der Schaumburger SPD-Vorsitzende Karsten Becker kritisierte „das dusselige Gerede über Steuersenkungen“. Ein solidarischer Staat müsse ganz im Gegenteil mehr von dem Geld, das durchaus vorhanden und abzuschöpfen sei, ins soziale System leiten.

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