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Auf Geisterjagd

Bückeburg / Thema des Tages Auf Geisterjagd

Ein Team aus Süddeutschland untersucht das Schloss Bückeburg auf paranormale Erscheinungen. Es ist 18 Uhr, der letzte Gast hat für heute das Schloss verlassen. Fünf Menschen betreten den großen Eingangsbereich. Sie sind in Schwarz gekleidet. Auf den Pullovern leuchtet in grünen Buchstaben die Aufschrift „Ghost Hunter Explorer Team“.

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Das Team um Michael Böhm (rechts) untersucht mit Infrarotkamera, Fotoapparat, Diktiergerät und Messgerät den Festsaal im Schloss Bückeburg. 

Quelle: pr.

Von Verena Insinger

Bückeburg. Die Geisterjäger aus Süddeutschland untersuchen das Schloss auf paranormale Erscheinungen.
Allen voran geht Michael Böhm – von Beruf Mechaniker, in seiner Freizeit Geisterjäger. Er ist der Leader unter den zwei Männern und drei Frauen. Das „Ghost Hunter Explorer Team“ wird schon erwartet. Klaus Kreutz, zuständig für die Führungen im Schloss, und Nachtwärter Francesco Saturo nehmen die Ghosthunter in Empfang.
Es geht durch Goldenen Saal und hoch zu den ehemaligen Zimmern der Angestellten. Hier sieht alles noch so aus wie 1921. Böhm öffnet seinen Aluminiumkoffer: Zutage kommen Infrarotmessgeräte, Gaussmeter, Video- und Digitalkameras sowie Diktiergeräte. Kreutz informiert die Gruppe über die Geschichte des Schlosses und der Angestelltenzimmer.
Dann geht die PU los, die Paranormale Untersuchung: Im Dunkeln gehen die Ghosthunter durch die Räume, sie sind still, messen, fotografieren, beobachten, lauschen, stupsen sich bei Auffälligkeiten an. Im Hintergrund läuft immer das Diktiergerät, die Infrarotkamera zeichnet das Prozedere auf.
Geisterjäger suchen im Internet nach Aufträgen
800 Kilometer hat das „Ghost Hunter Explorer Team“ zurückgelegt, um das Schloss auf Geister, auf Unerklärliches zu untersuchen. Sie machen das unentgeltlich, zahlen für ihr Hobby sogar Geld drauf. Die Fünf sind im gesamten Bundesgebiet im Einsatz. In leer stehenden Häusern, historischen Gebäuden. Sie werden gerufen oder fragen bei den Besitzern an. Sein Team ist eines von dutzenden Geisterjägergruppen in Deutschland, die zumeist per Internet Gebäudeuntersuchungen anbieten.
So auch im Fall des Schlosses Bückeburg. „Wir haben den Bericht unserer Kollegen von vor vier Jahren gelesen. Es hat uns gereizt, in Bückeburg ähnlich Paranormales festzustellen“, sagt Böhm. Der 40-Jährige und seine Kollegen wissen, dass sie für ihr Interesse und den Glauben an das Übernatürliche von zahlreichen Menschen belächelt werden. „Viele halten uns für gaga. Das stört uns aber nicht.“
Das „Ghost Hunter Explorer Team“ arbeitet seit eineinhalb Jahren in dieser Formation zusammen. Alle haben irgendwie Erfahrungen mit dem Paranormalen gemacht. Daraus entstand ihr Interesse. 20 Objekte haben sie bereits untersucht. „Wir haben auch schon Hausbesitzern geholfen, die vor den unerklärlichen Vorkommnissen Angst hatten“, betont Böhm.
Claudi aus dem Team nimmt Kontakt auf
Für die Kommunikation mit dem Unbekannten sei Claudi zuständig. „Sie hat Fähigkeiten, Kontakt aufzunehmen. Wenn der Kunde das wünscht, versucht sie dann, es davon zu überzeugen, aus dem Gebäude zu verschwinden“, erläutert der 40-Jährige. Das habe auch bereits geklappt. „Die Dame war danach sehr dankbar.“
Im Schloss wandeln die Ghosthunter nunmehr seit mehreren Stunden durch die Zimmer. Es ist Nacht und sie haben bereits etliche Stunden Material auf ihren Geräten. Besondere Vorkommnisse? Ja, auch sie meinen, Stimmen vernommen zu haben, die sie sich nicht erklären können. Eine Erscheinung hatte Michael Böhm.
Das alles gilt es jetzt, in der Heimat auszuwerten. „Wir sind seriös und gründlich“, betont der Mechaniker. In ein bis zwei Wochen treffen sie sich zur Nachbesprechung. Dann kommt alles auf den Tisch, es wird diskutiert und Material bewertet. Am Ende verfasst das „Ghost Hunter Explorer Team“ einen Abschlussbericht, den sie dem Besitzer des Schlosses, Alexander zu Schaumburg-Lippe, zukommen lassen. Michael Böhm: „Wenn er Interesse hat, betreuen wir ihn wie alle unsere Klientenweiter.“
Das „Ghost Hunter Explorer Team“ ist bei Interesse über deren Internetseite erreichbar: www.ghosthunter-explorer-team.de.

Stimmen im Schloss

Alexander Perl von der fürstlichen Schlossverwaltung in Bückeburg hat bereits eigene Erfahrungen mit paranormalen Vorkommnissen im Schloss Bückeburg gemacht. Es ist mehrere Jahre her. Morgens saß er um 7 Uhr im Aufenthaltsraum, hat Zeitung gelesen und Kaffee getrunken. Alle Türen waren verschlossen.
„Auf einmal höre ich Trapsen, Kinderlachen und Stimmen“, erinnert sich Perl. „Es hat sich angehört, als würde eine Schulklasse im Schloss sein.“ Er ist aufgesprungen, vor die Tür des Aufenthaltsraumes gegangen, um nachzuschauen. Nichts. Der Blick auf die Alarmanlage zeigt, dass diese intakt ist. „Außer mir war niemand im Schloss. Das weiß ich.“
Alexander Perl geht zurück in den Aufenthaltsraum, setzt sich hin, greift zur Zeitung: Da fängt es wieder an. Er springt auf, stürmt nach draußen. Wieder nichts zu sehen. Wie beim ersten Mal verstimmen die Geräusche, sobald er vor die Tür getreten ist.
Das Ganze wiederholt sich drei Mal. Dann wird es ihm zu viel. Perl geht an die frische Luft. Das Geschehene lässt ihn nicht los. Als im Laufe des Tages sein damaliger Vorgesetzter kommt, spricht er ihn auf die Vorkommnisse an. „Ach, hören Sie etwa jetzt auch Stimmen?“, habe sein Chef nüchtern geantwortet. Er habe auch schon seine Erfahrungen gemacht. Perl: „Danach nachen wir nie wieder darüber geredet. Seit diesem Tag ist mir auch nie wieder so etwas wiederfahren.“
Seit diesem Vorfall glaubt auch Perl an das Paranormale, das Unerklärliche. „Ich würde das definitiv nicht als Humbuk abtun. Es gibt einfach Dinge, die wir uns nicht erklären können.“

Schon vor vier Jahren fündig geworden

Bereits vor vier Jahren war ein Team von Ghosthuntern im Schloss Bückeburg und untersuchte die Räume. Ein Fernsehteam des NDR begleitete die Mitglieder der „Paranormal Research Group Hamburg“ (PRG-HH) bei ihrer Arbeit. Die Führung durch das Schloss übernahm Alexander Perl.
Ausgestattet mit zahlreichen Mess- und Diktiergeräten sowie Fotoapparaten und Videokameras ging das Team die Räume ab. Die Paranormale Untersuchung (PU) erstreckte sich über zwei Tage.
In manchen Räumen reagierten Teammitglieder. „Es ist, als ob mir einer auf der Brust sitzt“, sagte eine Ghosthunterin aus Hamburg, als sie die alte Kapelle betrat. „Mir werden die Beine ganz weich.“
Wie nach jeder PU verfassten die Ghosthunter einen Abschlussbericht für ihren Klienten. Im Schloss Bückeburg – so viel sei vorweggenommen – stellten sie Stimmen fest.
Folgend das Fazit der PRG-HH: „Auch diesmal wieder ein paar Antworten und Stimmen auf dem Diktiergerät. Und auch diesmal konnte an Hand der Videoaufnahmen zweifelsfrei ausgeschlossen werden, dass sie von den Anwesenden hätten kommen können. Es kann auch ausgeschlossen werden, dass es Stimmen von den Schlossbesuchern waren, denn diese befanden sich immer unten im Erdgeschoss oder in den Räumen im ersten Stock. Wir befanden uns unterm Dach im vierten Stock. Auch waren keine Fenster auf. Es kann auch diesmal nicht genau geklärt werden, woher diese Stimmen kommen. Es ist auffällig, das wir am Tage wie auch in der Nacht Stimmen gehört haben, deren Ursache wir nicht wirklich klären können.“
Der Bericht ist im Internet auf der Seite der Paranormal Research Group Hamburg“ nachzulesen: www.prghh.de.

Spuk im Kino

Seit den ersten Tagen des bewegten Bildes gehören Geister und Gruselgestalten zum festen Repertoire des Kinos. Die SN haben einige Tipps zusammengestellt.
!  Ghost – Nachricht von Sam. Sam Wheat wird von einem Straßenräuber erschossen. Als Geist geht er dem wahren Grund für den Mord auf die Spur. Tragikomödie, FSK 12.
! The Others. Psychothriller um ein abgelegenes Landhaus auf der Kanalinsel Jersey, in dem Unerklärliches geschieht. In der Hauptrolle: Nicole Kidman. FSK 12.
! Paranormal Activity. Ein junges Paar wird im eigenen Haus von einer dämonischen Präsenz verfolgt. Horrorfilm im Stil einer Dokumentation. FSK 16.
! Ghostbusters. Vier Geisterjäger befreien New York mit Witz und Ironie von paranormalen Plagen. Fantasykomödie. FSK 12.
! The Grudge. Nach einem Familiendrama sind Mutter und Sohn als Untote unterwegs und töten jeden, der ihr Haus in Tokio betritt. Horrorfilm. FSK 16.

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