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Auf Umwegen zur Provision

Neues Gesetz Auf Umwegen zur Provision

Begehrte Mietwohnungen gibt es nur gegen Zahlung einer Provision, und die zahlte bis zum 31. Mai der Mieter. Dann hat der Gesetzgeber den Spieß umgedreht – der Vermieter soll vom Makler zur Kasse gebeten werden. Aber für Mieter bedeutet das nicht zwangsläufig, dass sie Geld sparen.

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Mancherorts wird mit der neuerlichen Provisionsfreiheit für Mieter schon mit Schildern am Haus geworben.

Quelle: dpa

Landkreis (dil,ber). In Großstädten wie Hannover, wo die Nachfrage das Angebot deutlich übersteigt, werden schon Tricks angewandt, den Mieter nun unter anderen Bezeichnungen (Schreibgebühren etwa) zur Kasse zu bitten, damit der Vermieter nicht in Wohnungsbörsen im Internet abwandert.
Auch in Schaumburg versuchen Vermieter nach Angaben des Stadthäger Immobilienmaklers Carsten Winkelhake, sich das Geld für die Provision auf anderem Wege vom Mieter zurückzuholen. „Die Kaltmieten sind um 20 bis 50 Cent pro Quadratmeter gestiegen. Die Vermieter kalkulieren häufig so, dass sie die Provision nach zwei Jahren über die Mieteinnahmen wieder drin haben“, berichtet Winkelhake.
In Rinteln hat sich dagegen nicht viel geändert. Provisionen flossen und fließen kaum, beim Deutschen Mieterbund in der Kreisgeschäftsstelle in Obernkirchen ist von der neuen Umlage nichts bekannt. Dort verweist Peter Schinski auf die neue Pflicht der Vermieter, Provision zu zahlen. Und Makler könnten auf dieses Geld schließlich nicht verzichten. Doch in den Mietersprechstunden montags und dienstags von 17 bis 19.20 Uhr nach Terminvereinbarung sei von Umgehung des neuen Gesetzes noch nicht die Rede gewesen. „Schriftverkehr aus Protest hatten wir jedenfalls noch nicht“, so Schinski.
„Der Markt gibt es hier gar nicht mehr her, dass Mieter Provision zahlen, hier ist der Vermieter ja meist froh, Mieter zu finden. Den Aufwand für unsere Bemühungen haben wir schon bisher mit dem Vermieter abgerechnet“, sagt Edwin Sebening, Leiter des gleichnamigen Immobilienbüros, der auch Vorsitzender des Vereins „Haus und Grund“ Rinteln ist. Auch Andrea Römbke, seit 26 Jahren in Rinteln im Geschäft der Wohnungsverwaltung tätig, sagt: „Ich habe noch nie eine Provision von Mietern genommen. Bei uns zahlen die Vermieter, die froh sind, wenn sie keinen längeren Leerstand haben.“
Allerdings hat Sebening festgestellt, dass die Nachfrage wieder größer werde. „Der Markt dreht sich etwas.“ Auch Winkelhake spricht von einer immer größeren Nachfrage nach „adäquatem Wohnraum“. „Vor allem in Stadthagen, Bad Nenndorf und Bückeburg bräuchten wir mehr Wohnraum. Aber auch in Ortschaften wie Niedernwöhren und Meerbeck gehen die Wohnungen sehr schnell weg.“
Dass die Vermieter nun die Provision zahlen müssen, habe sich nicht negativ auf sein Geschäft ausgewirkt, betont Winkelhake. Im Gegenteil: „Wir können uns derzeit nicht beklagen. Hinzu kommt, dass Mieter, die früher privat gesucht haben, sich nun verstärkt an uns wenden.“
Dietmar Roessler, privater Makler in Rinteln, sieht den Mietwohnungsmarkt recht positiv für den Vermieter: „Die kamen früher automatisch, weil sie ja nicht zahlen mussten. Jetzt habe ich bei einem von ihnen bereits eine Monatsmiete Provision vereinbart, die Mieter zahlten früher für Wohnungen in der Kernstadt durchaus zwei. Schwierig ist es dagegen in den Ortsteilen, überhaupt Mieter zu finden. Ideal wäre es, beide Seiten jeweils eine Monatsmiete zahlen zu lassen. Als Makler erbringe ich doch eine Leistung für beide Seiten.“
In Hannover sind viele Makler nun dabei, Servicepakete mit Garantien für Vermieter zu schnüren. Beispiel: Zieht der Mieter innerhalb eines Jahres wieder aus, sucht der Makler mitunter sogar kostenlos nach Ersatz. In Rinteln ist es nicht so, denn dort könne man lange suchen. Oder der Verwalter sucht. Hauptsache kein Leerstand.

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