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Auf ins Finale

Noch einmal um Stimmen kämpfen Auf ins Finale

Das große Finale steigt am Sonntag, am Sonnabend ist Endspurt: Die Schaumburger Kandidaten für den Bundestag geben am Sonnabend noch einmal Gas – um es am Abend zur Entspannung entweder krachen oder den Wahlkampf ruhig im Kreis von Freunden ausklingen zu lassen.

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Quelle: PR.

LANDKREIS. Einige nutzen auch bis in den Abend die Gelegenheit, mit Bürgern ins Gespräch zu kommen. Maik Beermann (CDU) will noch einmal an diversen Ständen im Wahlkreis Präsenz zeigen. Tiefpunkte habe es in seinem Wahlkampf keine gegeben, er zeigt sich rundum zufrieden. „Dass mal ein paar Plakate demoliert werden, gehört ja dazu“, sagt der Steimbker. Er lobt sein „tolles Team“, mit dem er an gut 9000 Haustüren persönlich geklingelt habe.

Am Sonnabend feiert Beermann beim Oktoberfest der Schaumburger Nachrichten in der Stadthäger Festhalle. „So ein Oktoberfest-Bier ist sicher nicht das Schlechteste“, erklärt der Vater dreier Kinder, der zuletzt nicht viel Schlaf bekommen hat. „Damit mache ich einen Strich und sage okay, das war jetzt der Wahlkampf 2017.“ Am Sonntag mache er seine beiden Kreuze. „Und am Montag mache ich drei.“

Doppeleinstieg für Winter

Eine anstrengende Zeit geht auch für Daniel Winter (FDP) zu Ende. „Ich bin ja quasi doppelt eingestiegen, in den Wahlkampf und in meinen Beruf“, sagt der Liberale. Die Publikumsreaktionen auf Wahlkampfstände seien fast durchweg positiv gewesen. „Vor vier Jahren wurden wir noch aufs Übelste beleidigt“, erinnert sich Winter. Dieses Mal hätte es oft geheißen: „Gut, dass ihr wieder da seid.“ Auch das eine oder andere persönliche Lob hat Winter einheimsen können, sagt er – selbst von Leuten, die hinzusetzten: „Auch, wenn ich niemals FDP wählen würde.“ Winter wird am Sonnabend noch einmal an einem Wahlkampfstand in Bückeburg Rede und Antwort stehen, am Nachmittag ist er dann beim Nienburger Altstadtfest. Abends will er mit Freunden bei sich zu Hause grillen.

Geärgert hat Marja-Liisa Völlers (SPD) sich über demolierte Wahlplakate ihrer Partei. „Ich fand das sehr bedenklich und undemokratisch“, sagt die Sozialdemokratin. Darüber hinaus habe sie aber gerade auch direkt an den Haustüren gute Gespräche mit Bürgern führen können. Häufig kritisiert werde mangelnde Ansprechbarkeit von Politikern. „Wenn ich in den Bundestag komme, werde ich eine Bürgersprechstunde einrichten“, hat Völlers sich vorgenommen.

„Es wird kein klassischer Wahlkampfstand“

Positives Feedback habe es aber auch viel gegeben, sie selbst lobt „die Genossinnen und Genossen, die hinter mir gestanden haben wie eine eins“. Völlers zeigt sich am Sonnabend noch einmal in Stadthagen, abends geht auch sie aufs Altstadtfest in Nienburg. Allerdings nicht zum Feiern: „Es wird kein klassischer Wahlkampfstand, aber wir geben uns schon als SPD zu erkennen und stehen für Fragen zur Verfügung.“

Katja Keul (Grüne) ist aufgefallen, dass es diesmal deutlich mehr Podiumsdiskussionen von Dritten gab, speziell Schulen. Die jungen Leute hätten viel über die Friedenspolitik diskutieren wollen, bei Gewerkschaften zum Beispiel sei es dann eher um die Rente gegangen. An den Haustüren sei fast alles angesprochen worden, auch wenn man immer wieder auf die E-Mobilität und anderen Themen zurückkam, die die meisten mit den Grünen verbinden.

„Am Sonnabend trete ich nochmal an Wahlkampfständen in Bückeburg und Stadthagen auf“, berichtet Keul von ihrem heutigen letzten Wahlkampftag. Abends geht es dann zum Nienburger Altstadtfest – auch zum Feiern, aber ähnlich wie Sozialdemokratin Völlers wollen Keul und Team offen als Grüne auftreten und für Gespräche bereit stehen.

Stüber sieht die AfD „in der Mitte der Gesellschaft angekommen“

Eine positive Bilanz zieht AfD-Kandidat Pascal Stüber . Im Vergleich zu den Kommunalwahlen hätte es beim Plakate aufhängen diesmal weniger negative und mehr positive Reaktionen gegeben. „Autofahrer haben angehalten und uns den Daumen hoch gezeigt“, sagt Stüber. Der Jura-Student sieht die AfD in Schaumburg und Nienburg „in der Mitte der Gesellschaft angekommen“. Heute werde er noch einmal an Wahlkampfständen in Stadthagen und Rinteln für seine Sache werben.

Zum Abschluss geht Stüber am Abend mit Freunden essen. Ginge es nach ihm, gäbe es Currywurst oder Kotelett mit Bratkartoffeln. „Aber wir schauen, wer mitkommt, wo die Leute herkommen, und treffen uns dann irgendwo in der Mitte.“

Stressig, aber spannend

Teilweise Ablehnung hat der Linken-Kandidat Torben Franz erfahren. „Die SED-Klischees sind durch, aber für einige gehören wir jetzt zu diesem so empfundenen Parteien-Kartell, das war neu“, vergleicht Franz mit früheren Wahlkämpfen. Ausgeglichen wurde das aber zum Beispiel, wenn er Menschen auf Parteiveranstaltungen der Linken wiedergesehen habe, die er zuvor etwa beim SN-Wahlforum kennengelernt hatte – und die eben ursprünglich keine Anhänger der Linken gewesen seien. „Es war stressig, aber auch sehr spannend“, resümiert der Nienburger.

Wie fast alle Kandidaten von dort will Franz am Sonnabend aufs Nienburger Altstadtfest gehen. Allerdings ohne Wahlkampf zu machen: „Ich denke, irgendwann sind die Leute sonst auch genervt.“ jcp

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