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Aufschwung

Einwohnerzahlen und Arbeitsplätze in Schaumburg Aufschwung

Die Entwicklung der Arbeitslosenzahlen im Landkreis Schaumburg kann sich sehen lassen: Aktuell liegt die Zahl der Arbeitslosen bei 6,0 Prozent. Der wirtschaftliche Aufschwung hat auch Auswirkungen auf die Bevölkerungsstruktur. Mit jetzt knapp 157000 ist die Anzahl der Einwohner in den vergangenen Jahren wieder gestiegen.

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Faurecia ist ein wichtiger Arbeitgeber in der Region Schaumburg.

Quelle: Archiv

LANDKREIS. Das war jedoch nicht immer so, erinnert Landrat Jörg Farr. Als vor gut 20 Jahren große Unternehmen wie Otis und Alcatel den Rückzug aus Schaumburg antraten, verlor der Landkreis wichtige Arbeitgeber und damit an Wirtschaftskraft. „2005 hatten wir eine erschreckende Arbeitslosenquote von 14 Prozent“, so Farr.

Diese Situation sei dann der Anstoß gewesen, eine langfristige Wirtschaftsförderung zu betreiben. Diese Früchte ernte die ganze Region jetzt, ist der Landrat überzeugt. Das lasse sich etwa an der Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze belegen. Die liegt aktuell bei 42750 Beschäftigten. „Bis 2006 ging die Zahl jedoch auf 37000 zurück“, berichtet Klaus Heimann, Erster Kreisrat.

Dass die Verantwortlichen des Landkreises auch auf ein bislang positives Jahr zurückblicken, liegt auch an Faurecia. Der für 35 Millionen Euro geplante Neubau des Autositzherstellers an der Industriestraße (wir berichteten), der Anfang des Jahres beschlossen wurde, war ein wichtiges Signal. Immerhin arbeiten derzeit gut 900 Mitarbeiter für das Unternehmen in Stadthagen. Nach langen Verhandlungen soll nun Anfang des kommenden Jahres mit dem Neubau begonnen werden.

Dass sich solche Unternehmen auch dauerhaft in Schaumburg niederlassen, hat laut Farr mit der gewachsenen wirtschaftlichen Stabilität der Region zu tun. Um dahin zu kommen, sei es aber ein langer Weg gewesen. Um aus der damaligen Misere heraus zu kommen, sei es wichtig gewesen, die Vorteile des Standortes Schaumburg zu nutzen: etwa die Nähe zur Autobahn oder zur S-Bahn. Der schnelle Weg in Ballungsgebiete sei ein großer Pluspunkt. Somit entschloss sich der Landkreis vor gut zehn Jahren, selbst Flächen zu erwerben, beispielsweise im Auetal und Luhden. Damit habe man Türen für Investoren geöffnet und Wege verkürzt.

Auch kleine Unternehmen müssen gefördert werden

„Wir sorgen aber auch dafür, dass den heimischen Betrieben nötiges Know-How bereitgestellt wird“, berichtet Farr. Mit der „Innovationsgesellschaft für Hochschule und Wirtschaft“ könnten Ideen und Konzepte zur Expansion der Schaumburger Betriebe umgesetzt werden. Wichtig sei, sowohl die großen als auch die kleinen und mittelständischen heimischen Unternehmen zu fördern. Die Unternehmen mit einem überregionalen Absatz können auf Finanzspritzen vom Bund setzen. Da hat Schaumburg zuletzt 6,5 Millionen Euro erhalten. „Mit einer Förderquote von zehn Prozent liegen wir in Niedersachsen sehr weit oben“, sagt Landrat Farr. Auch für die mittelständischen Unternehmen gibt es unterschiedliche, zum Teil selbst auferlegte Fördertöpfe. Bis 2022 unterstützt der Landkreis mit 2,15 Millionen Euro die kleinen und mittelgroßen Betriebe. Das entspricht einer jährlichen Förderung von 300000 Euro.

Der wirtschaftliche Aufschwung hat auch Auswirkungen auf die Bevölkerungsstruktur. Mit jetzt knapp 157000 ist die Anzahl der Einwohner in den vergangenen Jahren wieder gestiegen. Ende des vergangenen Jahres lag die Zahl noch bei 156206 Menschen. Ende 2014 waren es nur 155847. „Die Tendenz ist also eindeutig steigend“, berichtet Heimann zufrieden und der Landkreis Schaumburg sei damit in diesem Beritt sehr einwohnerstark. Etwa 400 Personen seien zuletzt jährlich dazu gekommen. Die zwischenzeitliche Prognose, dass im Jahr 2030 nur noch 137000 Menschen in Schaumburg leben, sei mittlerweile auch wieder korrigiert worden, so Heimann.

Diesen Trend schreibt Farr der wirtschaftlichen Entwicklung zu – aber auch der Infrastruktur. „Es haben sich viele Familien im Schaumburger Land angesiedelt, die zur Arbeit pendeln“, sagt Farr. Kindergärten, Schulen und Einkaufsmöglichkeiten gebe es vor Ort. Hinzu kommen die günstigeren Immobilienpreise als in den Ballungsgebieten. jemi

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