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Aus Schaumburg zur Messe

Landkreis Aus Schaumburg zur Messe

Am Freitag (24. März) geht die CeBIT, die weltweit größte IT-Messe, in Hannover zu Ende. Wie gestern bekannt wurde, wollen die Veranstalter die IT-Messe wieder für ein größeres Publikum öffnen – denn seit 2001 mit einem Besucherrekord von 840000 hat die Veranstaltung an Zuspruch und Relevanz verloren.

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Schaumburg ist als Übernachtungsort für Messebesucher eine gefragte Alternative zu Hannover.

Quelle: rg

LANDKREIS. In diesem Jahr waren es noch 200000 Besucher. Dies haben auch die Hoteliers im Landkreis Schaumburg zu spüren bekommen, für die die CeBIT schon lange nicht mehr der große Gästebringer ist.

Zwar sind aktuell alle 52 Zimmer im Ringhotel Tallymann in Bad Nenndorf belegt – und nur fünf Prozent davon nicht von Cebit-Besuchern. „Allerdings“, schränkt Hoteldirektorin Anette Pasucha ein, „muss man die Cebit nicht überbewerten. Sie ist lange nicht mehr so stark, wie sie das früher einmal war.“

So seien etwa die Landtechnik-Messe Agritechnica im November oder auch die Hannover-Messe, die am 23. April wieder beginnt, sehr viel lohnenswerter. In diesem Jahr sei das Cebit-Geschäft aber besser gelaufen als erwartet, so Pasucha: „Vielleicht wegen des Partnerlands Japan.“ Im Januar habe sie nicht erwartet, dass das Haus jetzt voll belegt sei. „Das Geschäft ist sehr viel kurzfristiger geworden.“

Autobahnnähe ist attraktiv

Grundsätzlich profitiere Bad Nenndorf ungemein von den Messen. „Für einen Ort mit 10000 Einwohnern ist es ungewöhnlich, so viele Hotels zu haben.“ Dies sei auch dem Umstand geschuldet, dass der Ort mit seiner Nähe zur Autobahn attraktiv für Messebesucher ist. Ohne diesen Vorteil wäre der Verdrängungswettbewerb um einiges härter, glaubt die Hotel-Betreiberin.

So gravierend sei die Situation in Stadthagen nicht, sagt Frank Döppner vom Stadthotel Gerbergasse. Bei nur drei Hotels in der Kreisstadt sei die Auslastung immer ganz gut, aber das Messegeschäft sei dennoch nicht zu vernachlässigen. Die Cebit falle dabei jedoch kaum mehr ins Gewicht – „auch wenn die Nachfrage in diesem Jahr bei uns ausnahmsweise sehr gut war“ –, sei sie doch heute „nur noch für das absolute Fachpublikum interessant“.

Bei den großen Spezialmessen indes profitierten die meisten Hotels im Umland Hannovers. „Die Verkehrsanbindung ist ideal, schnell mit dem Taxi zum Bahnhof und rein in den Zug.“ Neben den niedrigeren Preisen im Landkreis sei die Lage ein entscheidendes Kriterium für ein Hotel außerhalb Hannovers.

Mit dem Zug nach Hannover

In achter Generation betreibt Dietmar Seegers den gleichnamigen Hotel- und Restaurantbetrieb in Haste. Das Hotel sei zu allen größeren hannoverschen Messen ausgebucht. Zur Cebit sei es immer eine Firma, die alle Zimmer reserviere. „Wir haben durch unseren Standort in der Nähe des Bahnhofs einen großen Vorteil“, so Seegers. So könnten die Gäste ihr Auto stehen lassen und mit dem Zug nach Hannover fahren.

Natürlich lockten auch die günstigeren Preise. Während in Hannover Preisaufschläge von 200 Prozent keine Ausnahme sind, „liegen unsere Messepreise bei zehn bis 15 Prozent über den sonst üblichen“, so Seegers. Nicht nur die Vermietung der Zimmer bringe Einnahmen, sondern auch die Bewirtschaftung der Gäste im angeschlossenen Restaurant.

Einen großen Einfluss hätten die Messen zwar auf ihr Haus nicht, sagt Jutta Schönemann, Inhaberin des Landhauses Lahmann in Bad Eilsen, aber es sei schon so, dass sie etwa zur Industriemesse im April doppelt so viele Anfragen bekomme, wie sie mit ihren elf Zimmern bedienen könne. Bei der Cebit sei dies bei weitem nicht mehr der Fall. „Wir haben zwar noch einige Stammgäste, die zur Computermesse kommen, aber so stark wie früher ist sie nicht.“ col

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