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Aus dem Landkreis Autobahn bringt Kriminalität
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis Autobahn bringt Kriminalität
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17:37 27.04.2018
Den Sicherheitsbericht präsentieren der Göttinger Polizeipräsident Uwe Lührig (von links), dessen Stellvertreter Bernd Wiesendorf und der Stadthäger Kommissariatsleiter Wolfgang Kanngießer. Quelle: ssr
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Landkreis

 „Die Autobahn bringt Kriminalität hierher“. nannte Wolfgang Kanngießer, Leiter des Polizeikommissariats Stadthagen, die Ursache dafür. Anlass war die Präsentation des „Sicherheitsberichts“ der Polizeidirektion Göttingen (PD), zu der Schaumburg gehört, vor den Verwaltungschefs der hiesigen Kommunen.

Sehr stark betroffen von den Wohnungseinbrüchen seien die Orte direkt entlang der A 2. „Da sind die Täter nach dem Einbruch ruckzuck viele Kilometer weg und die Fahndung ist schwer“, führte Kanngießer aus. Mit „flexiblen Fahndungskonzepten, durch die wir für die Täter schwer auszurechnen sind“ als auch mit Präventionsmaßnahmen versuche die Polizei dagegen anzugehen. Ziel sei, den Anstieg der Einbruchszahl hier zumindest zu stoppen, so Kanngießer: „Versprechen kann ich aber nichts.“

Wenig Delikte gegen Polizeibeamte

Insgesamt zeige sich die Zahl der Straftaten in Schaumburg laut Kanngießer in den letzten Jahren relativ stabil. 2017 sei sogar der zweitniedrigste Stand seit 30 Jahren erreicht worden. Bei den schweren Kriminalitätsdelikten gebe es keinen örtlichen Schwerpunkt, „die sind im Landkreis gleichmäßig verteilt“.

Erfreulicherweise gebe es in Schaumburg vergleichsweise wenige Delikte gegen Polizeibeamte. Dasselbe gelte für Gewalt an Schulen, wo die Lage „relativ unproblematisch“ sei. Hier seien im vergangenen Jahr in der Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg 79 Straftaten erfasst worden. Weiterhin werde hier verstärkt auf Prävention gesetzt.

Zu verzeichnen ist im Landkreis nach Angaben des Kommissariatsleiters ein stetiger Anstieg der Verkehrsunfälle. Das sei aber nicht untypisch und habe nicht zuletzt damit zu tun, „dass immer mehr Autos auf unseren Straßen unterwegs sind“. Ein großes Problem sei die stark ansteigende Zahl an Unfallfluchten: „Es ist regelrecht eine Masse von Unfallverursachern die wegfährt.“ Die Gründe für diesen Trend seien der Polizei „noch unklar“, so Kanngießer. „Massiv anfassen“ werde die hiesige Polizeiinspektion den Missbrauch von Handys am Steuer.

Hoher Stellenwert für flächendeckende Präsenz

„Glücklich“ sei man aus polizeilicher Sicht über die Entwicklung, welche die Anti-Nazi-Demonstrationen in Bad Nenndorf genommen habe, nämlich in eine friedliche und kreative Richtung, so Kanngießer.

„Die flächendeckende Polizeipräsenz hat für uns einen hohen Stellenwert“, versicherte PD-Chef Uwe Lührig. Daher solle an der Zahl der Dienststellen festgehalten werden. Ziel sei es, dass die Polizei „überall spätestens 20 Minuten nach einem Vorfall vor Ort ist“, tat Lührig kund. Oft passiere das schneller, wenn ohnehin Streifenwagen unterwegs seien. „Diese zeitliche Frist ist in einem ländlichen Gebiet wie Schaumburg manchmal sportlich“, räumte Kanngießer ein: „Aber im Großen und Ganzen schaffen wir das.“

Einen immer höheren Stellenwert bekomme die Bekämpfung der Cyber-Kriminalität, berichtete PD-Vizepräsi-dent Bernd Wiesendorf. Mittlerweile verfüge die PD insgesamt über 40 hochspezialisierte Cyber-Experten und werde diesen Bereich weiter verstärken. ssr

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