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Azubi für Faustschläge verurteilt

Zu Arbeitsstunden verdonnert Azubi für Faustschläge verurteilt

In der Neuauflage des Prozesses um zwei verletzte Kinder am Doktorsee ist ein Auszubildender nun doch noch verurteilt worden: Nachdem der 20-Jährige in erster Instanz vom Amtsgericht Rinteln freigesprochen worden war, erkannte das Landgericht Bückeburg jetzt in einem Berufungsverfahren seine Schuld an.

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Rinteln/Bückeburg (maf). Das Gericht verhängte gegen den Angeklagten eine Strafe über 40 Stunden gemeinnütziger Arbeit. Die Kammer unter Vorsitz von Landgerichtspräsidentin Eike Höcker hatte nach zwei Verhandlungstagen keine Zweifel, dass der junge Mann den zur Tatzeit neun- und elfjährigen Brüdern jeweils Faustschläge ins Gesicht verpasst hatte. Dabei erlitt der Elfjährige ein blaues Auge, sein jüngerer Bruder eine Risswunde an der Unterlippe.
Anders noch vor sechs Monaten das Amtsgericht Rinteln: Der Vorsitzende Richter war sich damals in einer ebenfalls mehrtägigen Beweisaufnahme nicht ganz sicher, ob es der Angeklagte war, der die Schüler attackiert hatte.
Dagegen hielt die Staatsanwaltschaft schon im ersten Anlauf den Azubi für überführt und zog gegen den Freispruch in die Berufung. Mit Erfolg.
Der Fall: An einem Abend im August 2014 kamen die Kinder vom Angeln und fuhren mit ihren Rädern auf das Doktorseegelände. Dort trafen sie auf den Angeklagten, der mit einigen Bekannten in seinen Geburtstag hineinfeiern wollte. Es wurde reichlich Alkohol getrunken und ständig die Schranke geöffnet und geschlossen. Aus Spaß wurden die Brüder angesprochen und provoziert: Sie sollten stehen bleiben und ihren Angelschein vorzeigen. Der neun Jahre alte Schüler wurde schließlich mit seinem Fahrrad festgehalten, sein älterer Bruder erhielt einen Faustschlag ins Gesicht.
Etwa 90 Minuten später trafen sich die Kontrahenten noch einmal am Strand. Dort begegneten die beiden Schüler einer etwa zehnköpfigen Gruppe von jungen Leuten, darunter auch der Angeklagte. Diesmal musste der jüngere Bruder einen Faustschlag einstecken. „Ich habe den Schlag gesehen“, sagte ein unbeteiligter Zeuge vor dem Landgericht. Er stand etwa 40 Meter von dem Geschehen entfernt und identifizierte den Azubi als Täter. Allerdings wusste er nicht genau, wer das Opfer war. Beim Amtsgericht hatte er gar die beiden Brüder verwechselt.
Während das elfjährige Kind in beiden Instanzen „ganz sicher“ war, dass der Azubi ihn geschlagen hatte, machte sein jüngerer Bruder unterschiedliche Angaben. Beim Amtsgericht konnte er nicht sagen, wer zugelangt hatte. In der Berufung erkannte er den Angeklagten als denjenigen wieder, der ihm den Hieb versetzt hatte.
Auch unmittelbar nach der Tat hatte er gegenüber der Polizei den 20-Jährigen als Täter benannt. „Ich möchte freigesprochen werden“, äußerte dagegen der Angeklagte in seinem Schlusswort und beteuerte weiterhin seine Unschuld. Beim ersten Aufeinandertreffen habe es ein Wortgefecht und eine Schubserei gegeben, beim zweiten Mal habe er sich losgerissen, weil er am Arm festgehalten worden sei. Im Übrigen sei seine rechte Hand mehrfach gebrochen gewesen, in der linken Hand will er eine Bierflasche gehabt haben.

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