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BKK 24 vor Fusion

Verschmelzung mit advita zum 1. Oktober BKK 24 vor Fusion

Die in Schaumburg beheimatete BKK 24 steht kurz vor einer Fusion mit der rheinland-pfälzischen BKK advita. Die Verschmelzung beider Krankenkassen soll bereits zum 1. Oktober erfolgen. Sitz des neuen Unternehmens wird Obernkirchen sein.

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Heutiger und künftiger Hauptsitz der BKK 24: die Unternehmenszentrale in Obernkirchen.

Quelle: rg

Obernkirchen. Nach der Verschmelzung verfügt das neue Unternehmen über rund 131 000 versicherte Mitglieder und einen Umsatz von 440 Millionen Euro. BKK-24-Vorstandschef Friedrich Schütte (Bild) bestätigte am Freitag auf Anfrage entsprechende Informationen der Schaumburger Nachrichten. In den vergangenen drei Monaten seien intensive Gespräche mit dem Ziel eines Zusammengehens geführt worden. Die Initiative sei dabei von der BKK advita ausgegangen.

Die Betriebskrankenkasse, deren Zentrale sich in Alzey, etwa eine halbe Autostunde südlich von Mainz befindet, ist knapp halb so groß wie die BKK 24. So bringt diese zirka 93 000 Mitglieder in die Ehe ein, der neue Partner aus Rheinhessen rund 38.000. Von den künftig insgesamt 260 Mitarbeitern kommen 187 von der BKK 24.

Nicht überraschend also, dass das neue Unternehmen unter BKK 24 firmieren soll. Der von den Verwaltungsräten beider Unternehmen verabschiedete Verschmelzungsvertrag, dem nur noch die aufsichtsbehördliche Zustimmung durch das Bundesversicherungsamt fehlt, sieht zudem Obernkirchen als Sitz vor.

Die BKK 24 neuen Zuschnitts wird von nur einem Vorstand geführt. Über die Personalie entscheiden muss Anfang Oktober der neue Verwaltungsrat. Dass Schütte für die Überleitungsphase zum Geschäftsführer bestellt werden soll, darf aber als Indiz dafür gelten, dass der alleinige Vorstandsvorsitz auf ihn hinausläuft. Schütte selbst hält sich dazu im SN-Gespräch noch bedeckt.
Wer verbirgt sich hinter dem Kunstnamen BKK advita? Träger sind unter anderem bekannte Unternehmen wie der Spezialglashersteller Schott (15.000 Beschäftigte), Optik-Riese Carl Zeiss (Jena/Oberkochen, 25.000 Mitarbeiter) und der pfälzische Armaturen- und Pumpenhersteller KSB.  „Damit passt die BKK advita sehr gut zu uns“, sagt Schütte. Mit Ardagh als einem der weltweit größten Glashersteller im Rücken bewege man sich schwerpunktmäßig in einer ähnlichen Branche.

Verwaltungsstrukturen werden Zusammengelegt

„Auch die Kassen selbst ergänzen sich gut“, betont Schütte. Während bei der BKK advita der Anteil Versicherter, die sich bereits im Ruhestand befinden, 40 Prozent betrage und damit recht hoch sei, habe die BKK 24 eine große Zahl jüngerer Mitglieder. Zusammen entspreche man ziemlich genau dem Durchschnitt der Bevölkerung. Mit Blick auf den sogenannten Risikostrukturausgleich sei dies von Vorteil, weil die neue gesetzliche Krankenkasse damit weniger anfällig für schwankende Zuweisungsmodalitäten sei.

Beide Seiten versprechen sich von der Verschmelzung viele Synergien, etwa durch die Zusammenlegung von Verwaltungsstrukturen. Dies gehe nicht zulasten der Beschäftigten, versichert Schütte. Nach SN-Informationen haben sie eine Arbeitsplatzgarantie für mindestens drei Jahre erhalten.

Nicht angetastet werden soll das Netz der Geschäftsstellen. Die BKK 24 ist derzeit an 40 Standorten vertreten – entweder mit eigenen Servicecentern oder mit Partnerbüros. Die BKK advita unterhält elf Niederlassungen, die laut Schütte ebenfalls erhalten bleiben sollen. Beide Unternehmen sind schon jetzt in allen 16 Bundesländern vertreten. mf

Kostendruck zwingt zu Kooperationen

Gab es Mitte der 1990er Jahre noch etwa 1000 selbstständige Krankenkassen in Deutschland, so sind es aktuell nur noch 113. Die Politik drängt seit Jahren auf Zusammenschlüsse. Viele Unternehmen haben freiwillig Fusionen auf sich genommen, weil – ähnlich wie bei den Banken – die regulatorischen Anforderungen immer weiter steigen. Kostentreiber sind auch teure Zusatzangebote, die angesichts vereinheitlichter Beiträge für die Kunden bei der Kassenwahl immer wichtiger werden. Oft lassen sich nur noch durch größere Einheiten Kostenvorteile erzielen.

Die heutige BKK 24 ist aus der Betriebskrankenkasse Heye hervorgegangen. Die bislang letzte Fusion liegt 14 Jahre zurück und erfolgte mit der BKK Nürnberger Versicherung. Der fränkische Versicherer gehört zusammen mit dem Glas-Konzern Ardagh zu den größten Trägerunternehmen der BKK 24.
Deren Chef Friedrich Schütter heuerte 1975 noch in der Heye-Ära in Obernkirchen an. 1988 wurde er zum Geschäftsführer bestellt. Seit 1996 zeichnet er als Vorstandsvorsitzender. mf

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