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Bald mehr als 1000 Flüchtlinge im Landkreis

Verwaltung sucht Wohnungen Bald mehr als 1000 Flüchtlinge im Landkreis

In Schaumburg leben derzeit 993 Flüchtlinge – das sind 0,64 Prozent der Gesamtbevölkerung. Im laufenden Jahr werden weitere 473 Asylbewerber erwartet. Daher sucht die Kreisverwaltung weiter „händeringend“ nach Wohnungen, wie der Erste Kreisrat Klaus Heimann im Sozialausschuss des Kreistags formulierte.

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Landkreis. Fast 60 Prozent der Flüchtlinge in Schaumburg kommen aus Balkanstaaten (siehe Tabelle). Heimann bestätigte, dass die Anerkennungsquote in diesen Fällen „außerordentlich gering“ ist, da es sich um so genannte sichere Herkunftsländer handelt. Die Kreisverwaltung schließe sich der Forderung der kommunalen Spitzenverbände „nach strafferen und schnelleren Asylverfahren“ an. Eine wachsende Zahl der hiesigen Asylbewerber sind Kriegsflüchtlinge aus Syrien.

Heimann stellte heraus, die Kreisverwaltung sei „absolut überzeugt davon, dass wir mit der dezentralen Unterbringung der Flüchtlinge richtig liegen“. Das sei bei vielen Diskussionen vor Ort festzustellen. Rund 85 Prozent der Asylbewerber im Landkreis leben demnach in einzelnen Privatwohnungen. Werde irgendwo Unmut laut, könne auf die „möglichst gleichmäßige sozial verträgliche Verteilung“ der Flüchtlinge im Kreisgebiet verwiesen werden, berichtete der Erste Kreisrat. Naturgemäß sei die Konzentration in den Städten etwas größer als in den Samtgemeinden (siehe Tabelle). In der nächsten Zeit würden Unterkünfte besonders im Norden und Osten des Landkreises gesucht.

Aufgrund des oft großen Druckes, Flüchtlinge schnell unterzubringen, muss die Kreisverwaltung laut Heimann aber auch Übergangseinrichtungen vorhalten – bisher sind dies drei. Diese Unterkünfte beherbergen jeweils zwischen 34 und 50 Personen. „Wir begrenzen die Kapazität konsequent auf diese Größe“, fügte der Sozialdezernent hinzu. In der früheren Pestalozzischule in Rinteln stehe beispielsweise noch ein ganzer Gebäudeflügel leer, der Platz für 50 weitere Flüchtlinge böte. Dieser werde aber ganz bewusst nicht belegt.
Beim Konzept der dezentralen Unterbringung könne sich die Verwaltung auf die Unterstützung durch die Kreispolitik verlassen, stellte Ausschussvorsitzender Ralf Sassmann (WGS) unter Kopfnicken der Sozialpolitiker aller Fraktionen fest.

Derzeit seien kreisweit sechs Experten der Arbeiterwohlfahrt (Awo) als Flüchtlingsberater tätig, berichtete Heimann. Aufgrund der steigenden Flüchtlingszahl werde es erforderlich sein, diese Arbeit auszuweiten. Eine der Aufgaben der Sozialarbeiter sei, möglichst schnell die Nachbarn der für Flüchtlinge vorgesehenen Wohnungen zu informieren. „Dabei stoßen unsere Mitarbeiter überwiegend nicht auf Ablehnung, sondern auf Neugier“, erzählte Awo-Kreisgeschäftsführerin Heidemarie Hanauske. Von unschätzbarem Wert seien die ehrenamtlichen Unterstützerkreise für die Flüchtlingsarbeit, lobte Hanauske. ssr

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