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Balz enttäuscht vom Brexit-Referendum

Austritt aus der EU Balz enttäuscht vom Brexit-Referendum

Burkhard Balz, aus Stadthagen stammende EU-Abgeordneter, ist enttäuscht vom sogenannten Brexit und befürchtet, dass der Schaden für die Briten weitaus größer sein wird als für die EU.

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LANDKREIS. Für Burkhard Balz ist die Nacht zu Freitag kurz gewesen. Als der Wecker des aus Stadthagen stammenden EU-Abgeordneten morgens um 5.15 Uhr klingelte, hat Balz nach eigenen Angaben zunächst gedacht, er sei noch nicht wach und befinde sich in einem Albtraum. „Als ich um 1.15 Uhr ins Bett gegangen bin, sah es noch so aus, als wenn Großbritannien bleibt“, sagt Balz. „Aufgewacht bin ich dann zur Meldung, dass die Brexit-Befürworter gewonnen haben.“

Balz sei „außerordentlich enttäuscht“. Er selbst bezeichnet sich als Freund des Vereinigten Königreichs – aus vielerlei Gründen. Trotzdem gehe es jetzt darum, zeitnah mit den Verhandlungen der „Scheidungsformalitäten“ zu beginnen. Und klarzumachen, so Balz: „Austritt bedeutet Austritt.“

Großbritannien sitze „jetzt nicht mehr mit am Tisch“. Die „Segnungen des Binnenmarktes EU“ – dass zum Beispiel Briten problemlos in den Mitgliedsländern arbeiten können – „das fällt jetzt erst mal weg“. Von den EU-Abgeordneten der britischen Pro-Austritts-Partei Ukip erwarte Balz, dass sie ihren Worten Taten folgen lassen und ihre Mandate unverzüglich niederlegen.

Der Schaden sei groß für Großbritannien und EU, allerdings zeigt sich Balz überzeugt, dass es die Briten wesentlich härter treffen wird. „Für Großbritannien beginnt der Albtraum jetzt erst“, sagt der EU-Abgeordnete. Er beruft sich dabei auf eine Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers, die der Insel für den Fall des Brexit 950 000 verlorene Jobs vorausgesagt hat.

Deutschland verliere mit Großbritannien innerhalb der EU einen „natürlichen Partner“ in ordnungspolitischen Fragen. Im EU-Budget fehlten zudem künftig 15 Milliarden Pfund jährlich, die das Vereinigte Königreich eingezahlt hat.

Die Europäische Union wiederum müsse sich nun fragen, was geändert werden sollte. Das betreffe Fragen der Kommunikation ebenso wie die danach, warum die Gesetzes-Initiative von der EU-Kommission und nicht vom Parlament ausgeht. „Brüssel darf nicht länger als bürokratisches Monster wahrgenommen werden, was ja teilweise durchaus zu Recht geschieht“, sagt Balz.   jcp

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