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Banken zunehmend unter Druck

Schaumburg Banken zunehmend unter Druck

Bei den regionalen Banken in der Region gibt es derzeit viel Bewegung: Während einige Kreditinstitute wie die Sparkasse Schaumburg und die Volksbank Hameln-Stadthagen in den vergangenen Monaten ihr Filialnetz ausgedünnt haben, setzen die Sparkassen im Landkreis Hameln-Pyrmont und die Volksbanken im Großraum Hannover auf Zusammenschluss.

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Landkreis. Auch für die Volksbank in Schaumburg ist das Thema Fusion nicht vom Tisch, wie dessen Vorstandsmitglied Reinhard Schreeck bei der jüngsten Vertreterversammlung in Bad Nenndorf betonte.

„Wenn sich die Finanzwelt in den kommenden Jahren weiterdreht, werden wir uns nicht davor verschließen“, betont Schreecks Vorstandskollege Joachim Schorling. Allerdings müsse das Zusammengehen mit einer anderen Volksbank aus einer Position der wirtschaftlichen Stärke heraus geschehen, unterstreicht der Bankchef. Aus einer Fusion zweier angeschlagener Kreditinstitute unter Druck kann seiner Einschätzung nach nicht ein vitales und zukunftssicheres neues Geldhaus hervorgehen.

Vor rund drei Jahren hatten die Volksbank in Schaumburg und die Volksbank Hameln-Stadthagen schon einmal über einen Zusammenschluss nachgedacht. „Die Gründe von damals sind heute auch noch aktuell“, macht Schorling deutlich. Dazu gehören für ihn unter anderem die seit Jahren steigenden Anforderungen in Sachen Bürokratie. „Diese Entwicklung wird sich in den kommenden Jahren fortsetzen“, ist sich der Volksbank-Vorstand sicher und verweist auf einen geplanten Stresstest für Genossenschaftsbanken und einen Ausbau der Dokumentationsvorschriften in anderen Bereichen.

Sehr zum Ärger von Michael Joop gehen viele Impulse für die Zunahme der Regularien von der Europäischen Union aus. „Die meisten Verantwortlichen kennen keine Volksbanken und Sparkassen. In deren Heimatländern gibt es nur Großbanken“, kritisiert der Vorstandsvorsitzende der Volksbank Hameln-Stadthagen.

Er bemängelt außerdem, dass sein Haus von den Vorgaben in derselben Weise wie etwa eine Deutsche Bank belastet werde, auch wenn beide Unternehmen hinsichtlich des Geschäftsmodells und der Relevanz für die Weltwirtschaft große Unterschiede aufweisen. Vor fünf Jahren hatte das Kreditinstitut sogar eine eigene Abteilung dafür gegründet. „Wir brauchen vielmehr eine angemessene Behandlung und eine Erleichterung“, fordert Joop.

Als eine zusätzliche Last erweist sich für Sparkassen und Volksbanken nach Aussage von Werner Nickel die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Dieser politisch gewollte Minimalzins drücke die Margen für die regional verwurzelten Kreditinstitute dramatisch, betont der Pressesprecher der Sparkasse Schaumburg. Im Vergleich zu 2010 seien damit für das Kreditinstitut Ausfälle in siebenstelliger Höhe verbunden.

Vor diesem Hintergrund werde es noch schwerer, die gestiegenen Kosten durch die zunehmende Bürokratie aufzuwiegen. Verschärft werde die Situation für die regional aufgestellten Banken durch den sogenannten demografischen Wandel und die Konkurrenz durch reine Online-Banken.

Aus diesem Grund hatte sich die Sparkasse Schaumburg dazu entschlossen, zum Jahresende 2014 mehrere Filialen zu schließen. Einer Fusion wie bei den Kollegen im Landkreis Hameln-Pyrmont erteilt Nickel indessen eine Absage. Diese sei mit vielen und bisweilen auch sehr hohen Hürden verbunden, auch weil die Gebietskörperschaften die Träger der Sparkassen sind.

Bei der Hannoverschen Volksbank steht das Thema Fusion ebenfalls nicht auf der Prioritätenliste. Das Kreditinstitut hält zudem am Umfang des Geschäftsstellennetzes fest. „Wir wollen in der Fläche bleiben“, betont Marko Volck, Pressesprecher des Kreditinstituts aus der Landeshauptstadt. Das Kreditinstitut betreibt 40 Standorte ohne sowie 50 Geschäftsstellen mit Personal. Dazu gehören auch Standorte in Bad Nenndorf und Haste.

Angesichts der Kostenentwicklung hinterfrage die Hannoversche Volksbank jedoch regelmäßig ihre Standortpolitik. „Ein weiterer Grund ist dabei auch das Kundenverhalten. Der Bedarf an reinen Serviceleistungen wird in den Geschäftsstellen immer weniger, der Bereich des Online-Bankings nimmt hingegen kontinuierlich zu“, so Volck. Zudem sei es schwierig, insbesondere an den kleinen Standorten die Qualität bei den Beratungsleistungen auf dem hohen Niveau zu halten. „Dazu braucht es Routine, und diese gibt es nur über regelmäßige Kundengespräche“, ergänzt Volksbank-Vorstand Joop. bes

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