Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -6 ° heiter

Navigation:
Beermann will weiter machen

Halbzeit-Bilanz: Seit gut zwei Jahren schickt Schaumburg einen Christdemokraten in den Deutschen Bundestag Beermann will weiter machen

Halbzeit für Maik Beermann: Seit gut zwei Jahren sitzt der Christdemokrat jetzt für den Landkreis im Deutschen Bundestag. Und wenn es nach ihm und der CDU Schaumburg geht, wird der 33-Jährige sich auch im Herbst 2017 wieder zur Wahl stellen.

Voriger Artikel
Sprachbarrieren abbauen
Nächster Artikel
Kreisverband des SoVD will Verjüngung vorantreiben

Klaus-Dieter Drewes (links) würde sich freuen, wenn die CDU Schaumburg Maik Beermann auch 2017 wieder nach Berlin schicken könnte. 
 

Quelle: jcp

Landkreis.  Das haben Beermann und der CDU-Kreisvorsitzende Klaus-Dieter Drewes jetzt in einer Pressekonferenz bekannt gegeben. „Wir sehen keinen Grund, einen anderen Kandidaten aufzustellen“, erklärt Drewes. Er lobt Beermanns Präsenz und Engagement im Wahlkreis und den durch ihn entstandenen Kontakt nach Berlin gleichermaßen. „Das hatten wir ja vorher lange nicht“, sagt Drewes. Es ist gut zehn Jahre her, dass die Wähler es der hiesigen CDU ermöglichten, einen der ihren in die Hauptstadt zu schicken.

 Beermann selbst hat zudem nach eigenen Angaben die Lust an der Politik noch längst nicht verloren. Im Gegenteil: „Die Kombination aus großer Politik und dem, was die Menschen im Wahlkreis unmittelbar betrifft, das macht es für mich aus. Und das würde ich auch gern weitermachen.“ Das bedeute: Beim Hilfspaket für Griechenland mitzuentscheiden, und sich gleichzeitig zusammen mit Bürgermeistern oder dem Landrat für die Bückeburger Stadtkirche oder den 2+1-Ausbau der B 65 stark machen – das begeistere Beermann an seinem aktuellen Job, und deshalb will er ihn wohl auch behalten.

 Eines der „großen“ Themen, die auch in Schaumburg für jedermann sicht- und erlebbar Spuren direkt vor Ort hinterlassen, ist die Flüchtlingsproblematik. Der bescheinigt Beermann einen sehr viel höheren Schwierigkeitsgrad als zum Beispiel der Griechenland-Krise. Unter anderem, weil sie Deutschland und eben auch den Landkreis Schaumburg „noch sehr viel länger beschäftigen“ werde.

 Beermann lobt die Zusammenarbeit von Landkreis und Arbeiterwohlfahrt in Schaumburg, erteilt rechter Hetze gegen Asylsuchende insbesondere im Internet eine klare Absage, erachtet es als selbstverständlich, dass Deutschland Menschen aufnimmt, die zum Beispiel in Kriegsländern wie Syrien alles verloren haben. „Im Moment müssen wir aber ungeheuer aufpassen, dass die insgesamt positive Stimmung im Land zu diesem Thema nicht kippt“, glaubt der Familienvater.

 50 Prozent der derzeit 800 000 prognostizierten Asylsuchenden kämen vom Westbalkan und damit aus Ländern, die wirtschaftlich nicht mit Deutschland gleichziehen können, in denen aber Leib und Leben nicht bedroht seien. „Dann müssen Politik und Länder eben auch mal aktiv werden und abschieben“, fordert Beermann. Eine Versorgung aller derzeit infrage stehenden Flüchtlinge „werden wir nicht leisten können“.
 Ein weiteres auch für Schaumburg relevantes Thema von überregionaler Bedeutung ist das bereits einmal verschobene Fracking-Gesetz. Beermann gehört zu den Abgeordneten, die sich für eine kontrollierte und durch den Zehn-Punkte-Plan der sogenannten Mattfeldt-Gruppe regulierte Zulassung der umstrittenen Gas-Gewinnungsmethode stark machen.

 Er selbst würde zwar am liebsten ganz ohne Fracking leben. Beermann: „Ich denke nicht, dass wir bereits in der Not sind, diese Methode nutzen zu müssen.“ Für ein Fracking-Verbot gibt es aber nach seiner Einschätzung keine Mehrheit im Bundestag. Beermann verweist auf eine Mehrheit der Abgeordneten sowohl in der CDU- als auch in der in der SPD-Fraktion, die aus Regionen stammen, in denen das Thema viel weniger präsent ist als etwa in Niedersachsen – wohl auch, weil bereits bekannt ist, dass besagte Regionen für Fracking überhaupt nicht infrage kommen.

 So sei es besser, lieber maximalen Einfluss auf die Art und Weise des Frackens zu nehmen. „Unsere Standards könnten weltweit Vorbildfunktion haben“, sagt Beermann. „Wir können das mit Sicherheit besser als zum Beispiel die USA.“

 Als Mitglied im Ausschuss für Digitale Agenda will der Nienburger sich weiterhin für besseren Internetempfang im ländlichen Raum stark machen. Weitere Themen, die in der zweiten Hälfte der Legislaturperiode anstehen: der Bundesverkehrswegeplan 2015, in dem aus Schaumburger Sicht zum Beispiel auch die Ortsumgehungen in Nienstädt, Steinbergen und Hagenburg auftauchen sollten; und eine Abstimmung über die sogenannte „One in, one out“-Regel, die den Aufbau weiterer Bürokratie verhindern helfen soll. Wird sie durchgesetzt, muss jedes Ministerium, dass ein Gesetz erlässt, dafür ein Gesetz zurücknehmen.

 Unbedingt aufrecht erhalten wolle Beermann den intensiven Austausch mit Bürgern zum Beispiel über die sozialen Netzwerke. Vieles von dem, was er „mit nach Berlin“ nehme, stamme aus Online-Unterhaltungen. „Ich kann dann auch mit Anfeindungen leben“, sagt Beermann, der in einem offenen Brief, den er über Facebook verbreitete, seine Entscheidung für ein drittes Griechenland-Hilfspaket ausführlich begründete. Einschränkung: „Für mich ist da so eine Grenze erreicht, wenn meine Familie beleidigt wird.“
 

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Unternehmen quer durch alle Branchen haben sich auch in diesem Jahr wieder an der Aktion der Lions Clubs beteiligt, deren Erlös auch der „Weihnachtshilfe“ der Schaumburger Nachrichten zugute kommt. Hier finden Sie ab dem 1. Dezember die täglich aktuellen Gewinnnummern. mehr

In Ruhe einkaufen, erholsam Urlaub machen, in die Stadtgeschichte eintauchen oder einfach mal in einem der vielen Restaurants und Kneipen die Seele baumeln lassen. Lernen Sie Stadthagen von einer ganz anderen Seite und auf ganz besondere Weise kennen. mehr

Schaumburg