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Begründete Lebensfreude!

Landkreis/Landesbischof / Wort zu Ostern Begründete Lebensfreude!

In der Welt ist in den vergangenen Wochen sehr viel vom Tod und vom Sterben, vom Krieg und von Zerstörungen die Rede gewesen. Bilder von Katastrophen haben in den Medien einen hohen Rang in diesen Tagen. Besonders eingeprägt haben sich vielen die Bilder der unglaublichen Zerstörungen, die das Erdbeben in Japan hinterlassen hat.

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Bei wem stellt sich nicht angesichts der Bilder aus Japan Mitleid mit den um ihre Angehörigen und ihr Verlorenes trauernden Menschen ein? Und wer hat nicht Hochachtung und Respekt vor dem japanischen Volk angesichts der Würde, mit der es sein schweres Geschick trägt.

Ja – es ist in den Medien viel von Tod und Zerstörung die Rede.

Umso mehr freue ich mich in diesem Jahr auf Ostern – und ich brauche dieses Fest! Die Botschaft des Osterfestes redet von neuem Leben und von Auferstehung in hellen und leuchtenden Farben. „Ich lebe – und ihr sollt auch leben“ – dieses Wort sagt uns und allen Menschen, die es hören mögen und können, der gestorbene und ins Leben auferweckte Jesus aus Nazareth. Und das ist kurz gefasst die Osterbotschaft, die auch aus einer nach Beweisen und stichhaltigen Argumenten fragenden Welt nicht mehr wegzudenken ist. Es gibt unzerstörbares Leben! Und diese Botschaft gilt der beschädigten und gefährdeten Welt!

Ostern können und dürfen wir in ungeteilter Freude vom Leben und seiner unverwüstlichen Kraft reden; und zwar von einem mit Freude und Dank erfüllten Leben heute, inmitten des nun endlich mit Macht aufbrechenden Frühlings. Von einem Leben, das für alles Sterbliche durch den Tod hindurchführt, weil der zum Leben erweckte Christus auch unserem Leben ein für alle mal eine Schneise geschlagen hat. Manchmal muss man, wie in diesem Jahr, regelrecht dazu aufgefordert werden, diese gewaltige Botschaft des Osterfestes zu hören und gelten zu lassen.

Die Argumente gegen die Osterbotschaft, dass der gekreuzigte Jesus von Nazareth von den Toten auferweckt wurde und sein Grab verließ, sind natürlich gewichtig. Diese Botschaft widerspricht dem Gesetz des Lebens, das nun einmal auf den Tod zugeht. Und es ist noch keiner zurückgekommen, sagt man. Insofern pflegen aufgeklärte Zeitgenossen, die Osterbotschaft und damit auch die Osterfreude der Christen aus Vernunftgründen infrage zu stellen oder zu belächeln.

Natürlich gibt es gegen diese Infragestellung der Osterbotschaft auch Gegenargumente. Es gibt kaum ein Ereignis in der Antike, das so gut und umfassend bezeugt ist wie die Erfahrung menschlicher Zeugen, dass das Grab Jesu leer war und dass der auferweckte Jesus von Nazareth lebt. Und ganz offensichtlich – auch das ist ein Argument für den Osterglauben – ist die Fähigkeit des Menschen, über sich selbst hinaus zu hoffen, unverwüstlich. Das bezeugen nicht nur die Christen, sondern alle anderen Religionen auch, die in der Welt gegenwärtig einen Boom erleben. „Es gibt mehr Dinge im Himmel und auf Erden als Schulweisheiten sich träumen“.

Der Mensch ist ein Wesen der Hoffnung. Und die Vorstellung, dass der Tod das Letzte ist, würde die Welt der Sinnlosigkeit preisgeben und auch das individuelle Leben unter den Schatten einer Sinnleere stellen. Es gehört zu den Grundeinsichten des christlichen Glaubens, der mit der Osternachricht überhaupt erst in die Welt gekommen ist, dass der Mensch sich Sinn und Ziel des Lebens nicht selbst schaffen kann und muss.

Die Botschaft des Osterfestes wirft ein neues Licht auf all die vielen Nachrichten und Erfahrungen vom Leiden, Sterben und Tod auch in unseren Tagen. Diese Botschaft vergisst und verleugnet die Wirklichkeit der Welt nicht, die eben brüchig und sehr verletzlich ist. Aber in dem Licht der Osterbotschaft sind Sterben und Tod nicht mehr die letzte Möglichkeit, sondern nur noch die vorletzte Wirklichkeit des Lebens.

Die letzte Wirklichkeit ist nun das unbedingte „Ja“ zum Leben – trotzig und zuversichtlich gesprochen. Ostern gibt Menschen Hoffnung und Mut, den Leidenden und Sterbenden dieser Welt beizustehen, ihnen zu helfen, wo wir nur können.
Gerade Christenmenschen sind eben nicht nur Kandidaten des Jenseits, sondern auch Praktikanten des Diesseits!

Denn Hoffnungslosigkeit lähmt das Denken und das Handeln. Hoffnung, die aus der Osterbotschaft in die Welt kommt, beflügelt und bringt Hände und Füße in Bewegung. Wir brauchen den Glauben an das Unglaubliche, damit Veränderung möglich ist und bleibt. Gott sei Dank – es gibt das Osterfest als Geburtsstunde des christlichen Glaubens und der Hoffnungskraft des Menschen.

Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern in diesem Sinne frohe und gesegnete Ostertage

Karl-Hinrich Manzke
Landesbischof

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