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Bereit, Opfer zu bringen

SPD-Kandidatin Marja-Liisa Völlers Bereit, Opfer zu bringen

Ihr Wahlslogan „Starke Nachbarschaft“ bedeute ihr persönlich sehr viel, sagt Marja-Liisa Völlers – und dafür möchte sie in Berlin kämpfen: „Wir brauchen Strukturen, um auf dem Land gut leben zu können: Jobs, Schulen, eine engmaschige Versorgung, sei es von Ärzten oder dem Internet.

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Marja-Liisa Völlers fährt gerne Auto – privat einen Audi A1 und für den Wahlkampf einen VW-Transporter.

Quelle: col

LANDKREIS. “So auch in ihrem Heimatort. Völlers lebt in ihrem Elternhaus in Münchehagen, in dem bis vor einigen Jahren auch noch ihre Großeltern wohnten. Von hier aus führt sie ihren Wahlkampf – die 32-Jährige möchte am 24. September für die SPD in den Bundestag gewählt werden.

Und auch im Wahlkampf spiele ihre Familie eine wichtige Rolle und sei auch politisch eine Richtschnur. „Ich komme aus einer sozialdemokratischen Familie. Mein Großvater war über 20 Jahre Ortsbürgermeister hier vor Ort.“ Bei der Bundestagswahl am 27. September 2009 war Völlers noch keine Genossin, auch wenn sie schon immer politisch interessiert gewesen sei. Aber nachdem die SPD ihr schlechtestes Bundestagswahlergebnis überhaupt erzielte, trat sie nur einen Tag später – an ihrem 25. Geburtstag – ein. Ihre Begründung: „Ich war frustriert.“

Und von diesem Zeitpunkt an ging es recht schnell: Seit 2011 ist sie Ratsfrau der Stadt Rehburg-Loccum und des Ortsrats Münchehagen. Außerdem ist sie seit vergangenem Jahr Kreistagsabgeordnete für den Kreis Nienburg/Weser. Dass sie jetzt für den Bundestag kandidiert, sei zum einen ihrem Engagement geschuldet. „Aber natürlich hat da der Zufall auch mit reingespielt“, deutet sie auf ihren Vorgänger Sebastian Edathy hin, gegen den wegen des Besitzes von kinderpornografischem Material ermittelt wurde und der sein Mandat daraufhin niederlegte. Damit war ihre Chance gekommen –und innerhalb der Familie habe niemand daran gezweifelt, dass sie das durchziehen könne. Vor allem ihre Eltern seien eine Stütze – sowohl moralisch als auch finanziell. Ihr Vater ist Diplomverwaltungswirt bei der Stadt Rehburg-Loccum und die Mutter leitet eine Kita in Hagenburg.

Sie könne sich auch vorstellen, mit einer eigenen Familie in ihrem Elternhaus wohnen zu bleiben. Für sie habe sich das Mehrgenerationenmodell bewährt. Momentan hat die junge Politikerin zwar keinen Partner, fände es aber schön, irgendwann Kinder zu bekommen. „Ich verspüre da aber keinen Druck, und wenn ich Kinder kriege, dann nur mit dem richtigen Partner.“ Auch wenn sie dann ihren starken Kaffeekonsum während der Schwangerschaft wohl würde einschränken müssen. Bereits als Schülerin habe sie immer eine Kaffeekanne mit sich rumgetragen, die sie immer wieder in der Cafeteria auffüllen ließ. Und heute trinkt sie ihn eben im Lehrerzimmer – zumindest bis vor wenigen Wochen noch.

„Es war schon ein merkwürdiges Gefühl, nach den Sommerferien nicht wieder an die Schule zurückzukehren“, sagt die Kandidatin, die für den Wahlkampf sechs Wochen unbezahlten Urlaub genommen hat. Im vergangenen Schuljahr habe sie 149 Schüler gehabt, „und ich habe zu jedem eine Beziehung aufgebaut“. Ihr werde das Unterrichten, sollte sie gewählt werden, fehlen, „aber ich kann ja in Berlin etwas für die Kinder tun, denen es nicht so gut geht“. Sie wäre zwar traurig, wenn es mit dem Mandat nicht klappen würde, „weil wir viel Zeit investiert haben, aber ich würde es nicht als Misserfolg sehen“.

Lange hat Völlers es nicht von zu Hause weg ausgehalten: Nach dem Abitur am Ratsgymnasium Stadthagen führte sie ihr Studium (Englisch und Geschichte) nach Bielefeld, ihr Referendariat absolvierte sie in Paderborn. „Nicht die große weite Welt“, schmunzelt die 32-Jährige. Für sie habe immer schon festgestanden, dass sie zurück in die Heimat wolle – „und mit der Stelle an der IGS Schaumburg hatte ich natürlich extremes Glück“. Auch viele ihrer Freunde seien zurückgekehrt.

Die Sommerferien in diesem Jahr waren für die 32-Jährige alles andere als eine entspannte Zeit. Urlaub fiel aus. Da sie zum ersten Mal antritt, gelte es, sich bekanntzumachen. „Sollte ich gewählt werden, ergibt sich bestimmt zwischen den Jahren die Gelegenheit für einen Kurztrip.“ Sie mag die USA, Städtetrips, und während der Schulzeit hat sie acht Wochen in Brasilien gelebt. Am liebsten ist Völlers jedoch zum Wandern in Südtirol unterwegs, einmal im Jahr gehört das für sie dazu. „Ich kann auch mal drei Tage am Strand liegen, aber tendenziell mag ich Aktivurlaub lieber.“

Sportlich so aktiv wie sie gern wäre könne sie aufgrund des Zeitmangels jedoch momentan nicht sein. Seit ihrem sechsten Lebensjahr spielt die Münchehägerin Tischtennis im TSV Loccum, in dem ihr Vater schon 40 Jahre Spartenleiter ist. Als vor eineinhalb Jahren feststand, dass sie kandidieren werde, verabschiedete sie sich vom aktiven Sport. Als Ersatzspielerin stehe sie aber noch auf der Liste. Sonst habe sie es nicht so mit Sport, gibt Völlers lachend zu. Und das trotz ihres Namens.

Vorname von finnischer Sportlerin inspiriert

Ihren ungewöhnlichen Vornamen verdankt sie der finnischen Skilangläuferin Marja-Liisa Hämäläinen, die 1984 bei den Olympischen Spielen in Sarajevo alle drei Goldmedaillen in den Einzeldisziplinen gewann. Ihrem Vater habe der Name so gut gefallen, dass die Entscheidung, seine Tochter nach der Sportlerin zu benennen, getroffen war, erzählt Völlers. Aber da hatte er noch nicht mit dem Widerstand einer resoluten Standesbeamtin in Bückeburg gerechnet. Das finnische Konsulat musste bestätigen, dass Marja-Liisa sehr wohl ein Mädchenname ist. Ihre Familie und Freunde nennen sie jedoch nur Marja.

Und auch die kämen aktuell viel zu kurz. „Es hat mir sehr weh getan, dass ich zu der Hochzeit einer langjährigen Freundin nicht gehen konnte, weil ich terminlich gebunden war.“ Das zeigt den Erfolgswillen Völlers: „Wenn man das hier ernsthaft betreibt, muss man Opfer bringen.“ So sei sie schon immer „perfektionistisch“ gewesen, habe auch Klausuren zum Korrigieren mit in den Urlaub genommen. „Das mache ich jetzt aber nicht mehr, dann fahre ich lieber nur zehn Tage statt zwei Wochen weg und entspanne mich aber wirklich.“

So richtig durchatmen wird die 32-Jährige aber wohl erst wieder am Wahlabend. Wie immer es dann ausgegangen ist.

Mehr Fan als Musikerin

Ich könnte nicht leben ohne ... meine Familie und natürlich heißen Kaffee.

Meinen Wahlkreis finde ich ... so stark wie die Nachbarschaften, die ihn bilden.

Das beste Essen ... gibt es bei den Volksfesten zwischen Rinteln und Heemsen.

In einer Rockband ... wäre ich wohl doch eher Fan als aktive Musikerin.

An Berlin gefällt mir gar nicht, ... die vielen Lobbyisten.

Wenn meine erste Chefin mich heute sehen würde, ... wäre sie überhaupt nicht überrascht.

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