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Aus dem Landkreis Beschluss gegen Glyphosat
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis Beschluss gegen Glyphosat
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16:23 26.09.2018
Über Glyphosat gab es im Kreistag eine längere Debatte. Quelle: dpa
Landkreis

Darüber hinaus werden neu abzuschließende Pachtverträge über landwirtschaftlich genutzte landkreiseigene Flächen – das sind etwa 130 Hektar – entsprechend ergänzt. Das hat der Kreistag mit großer Mehrheit beschlossen. Einzig die CDU stimmte dagegen.

Die Initiative für den Beschluss war wie berichtet von der Gruppe WIR/Die Linke ausgegangen. Gruppensprecher Richard Wilmers bekundete: „Glyphosat hat bei uns nichts mehr zu suchen.“ Es sei nicht zu 100 Prozent auszuschließen, dass der Unkrautvernichter krebserregend ist. „Daher muss man dagegen sein.“ US-Gerichte hätten in betreffenden Fällen schon zugunsten hoher Entschädigungen entschieden. Wilmers warb für „eine Entscheidung, die der Natur gerecht wird“.

Dieter Horn (SPD) betonte, wenn der begründete Verdacht auf Gesundheitsgefährdung vorliege wie im Fall von Glyphosat, „dann ist der Verzicht das beste Mittel“. In diesem Zusammenhang stehe auch, dass das Insektensterben beängstigende Ausmaße angenommen habe. Die Aufforderung in die Pachtverträge zu schreiben sei auch deswegen unproblematisch, „da niemand gezwungen ist, mit dem Landkreis einen Pachtvertrag abzuschließen“, so Horn.

"Zu hohes Risiko"

Als einen Schritt in die richtige Richtung bezeichnete Monika Tautz (Grüne) den Beschluss. Niemand könne mehr „die negativen Auswirkungen von Glyphosat negieren“. Die Auswirkungen auf die Artenvielfalt seien unbestritten. Das Mittel beeinflusse damit die Lebensqualität der Menschen negativ, fügte Tautz hinzu.
„Ein Mittel, das alles Kraut weghaut, das auf dem Acker steht, muss schädlich für die Umwelt sein“, befand Heinrich Sasse (WGS). In Anbetracht der wissenschaftlichen Erkenntnisse könne man „nicht voll darauf vertrauen, dass Glyphosat unschädlich für den Menschen ist und damit ist mir das ein zu hohes Risiko“, so Sasse. Auch Margot Zedlitz (AfD) führte aus, es sei „amtsbekannt, dass Glyphosat ein problematisches Mittel ist“. Der Beschluss sei gut, denn „es gibt keinen Grund, Schaumburg zu vergiften“.

Sprecher der CDU argumentierten gegen den Beschluss. So führte Wilhelm Dreves aus, das Bundesinstitut für Risikobewertung halte den Unkrautverichter für unbedenklich. Es sei „arrogante Besserwisserei“, von diesem Tatbestand abzulenken. Die Glyphosat-Kritiker würden vielmehr „Kampagnen mit zweifelhaften Studien machen“, so Dreves.

Wütende Zwischenrufe

Er attackierte: „Es ist nicht klar, wer die größeren Umweltvergifter sind, diejenigen, die Glyphosat ausbringen oder die, welche solche Kampagnen fahren.“ Dafür musste sich Dreves wütende Zwischenrufe aus anderen Fraktionen anhören.

Petra Ritter (CDU) forderte, man solle es „dem Fachmann Landwirt“ überlassen, wann er welches Mittel einsetze: „Der Landwirt liebt seinen Boden.“ Daraufhin erwiderte Michael Dombrowski (Grüne), der Kreistag wolle „keine Bauernschelte betreiben“.

Am Ende stimmten sämtliche Fraktionen außer der Union für den Anti-Glyphosat-Beschluss. ssr