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Beute im Gipsarm versteckt

Amtsgericht Stadthagen Beute im Gipsarm versteckt

Rund 16 Monate nach dem Einbruch in eine Fleischerei in Sachsenhagen hat das Amtsgericht Stadthagen die vier Täter zu Freiheitsstrafen zwischen sechs und 22 Monaten verurteilt, in einem Fall ohne Bewährung. Alle kommen aus Bremen und Umgebung. 

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Symbolbild

Quelle: DPA

LANDKREIS/SACHSENHAGEN. Richter Kai Oliver Stumpe sieht „die bedenkliche Tendenz, dass Leute aus diesem Raum in den Landkreis Schaumburg fahren, um hier Straftaten zu begehen“. Nun müsse genau beobachtet werden, ob sich diese Entwicklung fortsetze.

Stumpe spielte damit auch auf einen Prozess an, der im September vor dem Landgericht in Bückeburg beginnt. Einer der jetzt verurteilten Einbrecher von Sachsenhagen sitzt dann ebenfalls auf der Anklagebank. Im Fall eines Schuldspruchs droht ihm eine mehrjährige Haftstrafe ohne Bewährung. Es geht um einen brutalen Überfall im Stadthäger Villenviertel.

Im Oktober 2016 hatten dort mehrere Täter ein Ehepaar im eigenen Haus ausgeraubt, mehrfach mit dem Tode bedroht und nach der Tat gefesselt im Heizungskeller zurückgelassen (wir berichteten). In einem ersten Prozess verurteilte die 1. Große Strafkammer am Landgericht daraufhin einen Bremer (23) zu sechseinhalb Jahren Haft. Im Prozess hatte dieser Mann die Namen mutmaßlicher Mittäter genannt.

Zurück nach Sachsenhagen: In der Nacht zum 20. April 2016 sollen die vier Männer, die jetzt verurteilt worden sind, in eine Fleischerei an der Oberen Straße eingebrochen sein und etwa 700 Euro erbeutet haben. „Die Angeklagten haben eine ziemlich lange Fahrt auf sich genommen, um mitten in der Nacht eine solche Tat zu begehen“, stellte Richter Stumpe fest.

Vom Gips in den Socken

Weit kamen die Einbrecher jedoch nicht, nachdem eine Nachbarin aufmerksam geworden war und die Polizei verständigt hatte. Polizisten hielten das Fahrzeug auf der Flucht an und belehrten die Insassen, was ihnen vorgeworfen wird. „Sie haben das komplett abgestritten“, berichtet ein Beamter. Die Beweise waren jedoch erdrückend: Im Auto fanden die Beamten das Einbruchswerkzeug und Geld aus der Beute. Das Quartett verbrachte die Nacht in einer Zelle des Polizeikommissariates Stadthagen.

Im Auto war zunächst nur das Geld aus der Wechselgeldkasse entdeckt worden. Später fanden Polizisten in den Socken eines Mannes weitere 510 Euro aus einer Geldbombe. Dafür gibt es nur eine Erklärung: Der Bremer hatte die Scheine zunächst in seinem Gipsarm versteckt. Der Gips sollte auf der Wache abgenommen werden, um ihn besser durchsuchen zu können. Daraufhin versteckte der Täter das Geld in den Socken.

Drei der vier Männer wurden wegen Einbruchsdiebstahls verurteilt, einer wegen Beihilfe. Er hatte lediglich das Fluchtauto gefahren. In Haft muss als einziger der Angeklagte mit dem längsten Vorstrafenregister, ein 24-Jähriger aus Bremen, der zudem zur Tatzeit einschlägig unter Bewährung stand.  ly

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