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Bischof kritisiert Böhmermann

Landessynode Bischof kritisiert Böhmermann

Scharfe Kritik an ZDF-Satiriker Jan Böhmermann hat der schaumburg-lippische Landesbischof Karl-Hinrich Manzke auf der Tagung der Landessynode am Sonnabend in Lindhorst geübt.

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 Landesbischof Karl-Hinrich Manzke

Landkreis. Das Schmähgedicht gegen den türkischen Präsidenten Erdogan sei „nicht nur weit unterhalb des guten Geschmacks anzusiedeln“, sagte Manzke in seinem Bericht vor den Synodalen, sondern „gehört eher zu den Äußerungen, die besser unterblieben wären“. Anschließende öffentliche Äußerungen Böhmermanns ließen den Schluss zu, dass dieser „Selbstmitleid hoch ansetzt“, fügte der Bischof hinzu. Und: Dass der Satiriker sich „als Retter der Meinungsfreiheit aufspielt, ist aus meiner Sicht abwegig“.

 Die westliche Kultur der Freiheit verlange nämlich „die Verantwortung eines jeden Menschen im öffentlichen Diskurs, niemanden über das angemessene Maß hinaus zu beleidigen“, so Manzke weiter. Denn diese Kultur der Freiheit, „gerade der individuellen, sich in Meinungsäußerungen auslebenden Freiheit, verlangt ein hohes Maß an Respekt und Selbstbeschränkung, wenn sie sich nicht selbst gefährden und ad absurdum führen will“, schloss der Landesbischof.

Zur Segnung gleichgeschlechtlicher Paare

 Wie erwartet hat die Synode einen Prozess der Meinungsbildung über die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare in Gang gesetzt (wir berichteten). Das Gremium hat den Landeskirchenrat beauftragt, für Synodale, Kirchenvorstände, Gemeindekirchenräte und Pastoren eine theologische Fachtagung zu folgender Frage durchzuführen: „Soll in der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Schaumburg-Lippe für gleichgeschlechtliche Paare in eingetragenen Lebenspartnerschaften grundsätzlich eine nicht-öffentliche Segnung und/oder eine Segnung als ein öffentlicher Gottesdienst möglich sein?“

 Nach Auskunft von Synodenpräsident Klaus-Dieter Kiefer soll diese Fachtagung im kommenden Herbst abgehalten werden. Danach seien alle kirchlichen Gremien als auch Einzelpersonen eingeladen, schriftliche Meinungsäußerungen an den Theologischen Ausschuss der Synode zu schicken. Die Zwischenergebnisse dieses Prozesses sollen auf der Frühjahrssynode 2017 vorgetragen werden. Laut Kiefer wird ein Beschluss bis spätestens 2018 angestrebt, dann endet die jetzige Synodalperiode.

 Wie Manzke im Anschluss an die Synode auf einer Pressekonferenz hervorhob, ist die hiesige Landeskirche „die letzte, die zu diesem Thema eine Meinungsbildung anstrengt“. Kiefer fügt hinzu, die Synode habe insgesamt „keine besonders konservative und keine besonders moderne Grundhaltung“ zu dieser Frage.  ssr

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