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Blitzeis hat Landkreis fest im Griff

Rutschpartie Blitzeis hat Landkreis fest im Griff

Der Weg zur Arbeit war am Dienstag für viele Schaumburger eine wahre Schlitterpartie. Erst knapp eine halbe Stunde die Scheiben des vom Eis überzogenen Autos freikratzen, dann über teilweise komplett vereiste Straßen rutschen: Der Morgen hat den Autofahrern Nerven gekostet.

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Frostiges Geduldsspiel: Die Autos in Schaumburg waren am Dienstagmorgen von einer dicken Eisschicht bedeckt. 

Quelle: rg

Landkreis (sk,vin,gus,ber). Besonders schlimm war es für die Verkehrsteilnehmer auf der Autobahn 2 in Höhe des Landkreises. Im Bereich der Tank- und Rastanlage Auetal war es in der Nacht in Richtung Berlin zu zwei Unfällen mit Lastwagen gekommen, in den frühen Morgenstunden in Richtung Dortmund zu einem weiteren Lastwagen-Unfall. Die Folge: erhebliche Verkehrsbehinderungen, am Vormittag insbesondere in Richtung Dortmund. Diese zogen sich bis in den Nachmittag hinein.
Wie üblich waren aufgrund dieser Sperrungen und der damit zusammenhängenden Staus auch die Ausweichstrecken durch Schaumburg überlastet.
Trotz des Blitzeises und der teilweise nur schwer passierbaren Straßen blieb es im Landkreis nach Angaben der Polizei bei kleineren Unfällen mit bislang keinen Verletzten.
Doch das Blitzeis hatte noch weitere Auswirkungen auf die Bürger in Schaumburg: Unter anderem blieben die in den frühen Morgenstunden von Haushalten vor die Tür gestellten Mülltonnen stehen (siehe Kasten). Ein Überblick:
Probleme hatten gestern vor allem Menschen, die sehr früh oder gar mitten in der Nacht ihren Dienst antreten mussten, so die Zusteller der Schaumburger Nachrichten. Gegen 3 Uhr begann es zu regnen. „Da hatten die ersten Zusteller, die um 1.30 Uhr starteten, ihre Tour noch nicht beendet“, berichtete Dana Gottschalk, Gebietsleiterin der Weserbergland Logistik GmbH.
Gegen 5.30 Uhr habe dann erneut Regen eingesetzt, der zu spiegelglatten Straßen, Zuwegen und Bürgersteigen führte. Teilweise seien die Zusteller nicht mehr vorwärtsgekommen, schon gar nicht mit dem Fahrrad. Nicht geräumte Straßen und vereiste Wege hätten dazu geführt, dass viele Zeitungen nicht pünktlich im Briefkasten lagen. Das sei leider auch in den nächsten Tagen zu erwarten, bedauert Gottschalk, die bemerkt hat, dass viele Straßen im Landkreis nicht mehr rechtzeitig geräumt und gestreut werden.
Die Görlitzer Straße in Stadthagen sei auch am späten Morgen voller Schnee gewesen, die Bürgersteige besonders tückisch: Unter einer Schneeschicht habe sich Glatteis verborgen. Eine Bitte hat Gottschalk an die SN-Abonnenten: Es wäre schön, wenn der Zugang zum Briefkasten geräumt und gestreut wäre. Dann kämen die Zusteller schneller und sicherer voran.
Hausbesitzer haben eine Räum- und Streupflicht auf den Wegen vor ihrem Grundstück (wir berichteten). Wer dieser nicht oder ungenügend nachkommt, für den kann es teuer werden, wenn ein Passant stürzt und sich verletzt. Die Aufgabe des Schneeräumens kann der Hausbesitzer auch auf den Mieter übertragen. Dies muss jedoch im Mietvertrag festgehalten werden. Geräumt und gestreut werden muss in der Regel zwischen 7 und 20 Uhr. Ab Abwesenheit muss eine Vertretung beauftragt werden, die den Winterdienst übernimmt.
In Supermärkten und Baumärkten ist ein Ladenhüter der vergangenen Monate über Nacht zum Verkaufsschlager geworden: Hatten die Kunden den Eimern und Tüten mit Streusalz im Winter 2015/2016 lange Zeit die kalte Schulter gezeigt, gingen diese spätestens am Dienstag weg wie die sprichwörtlichen warmen Semmeln.
Denn bei gefrierendem Regen ist der Glätte auf Fußwegen mit dem Schneeschieber schlicht nicht mehr beizukommen – Auftausalz war für das Schaffen trittfesten Untergrunds am Dienstag am besten geeignet, denn selbst Sand wäre beim andauernden Nieseln bald wieder von einer eisigen Schicht bedeckt worden. Der Run aufs Salz hatte eine Kehrseite: In vielen Läden in Schaumburg war das Streugut schnell vergriffen.

Müllabfuhr kämpft gegen Glätte an

Auch die Fahrzeuge der Schaumburger Abfallwirtschaftsbetriebe (AWS) konnten am Dienstag wegen der spiegelglatten Straßen ihre Entsorgungstouren nur eingeschränkt fahren. „Vor allem in den Hanglagen mussten wir einige Straßenzüge auslassen, weil es zu gefährlich war. Wenn ein 25-Tonner ins Rutschen gerät, gibt es kein Halten mehr“, erklärt AWS-Sprecherin Susanne Rintelen. „Allerdings haben unsere Mitarbeiter trotz schwierigster Straßenverhältnisse einen großen Teil der Entsorgungstouren geschafft“, freut sich Rintelen.
 In Enzen und Hobbensen konnte der Hausmüll nach Angaben der AWS nur an den Hauptstraßen abgeholt werden. Im Stadthäger Stadtgebiet war vor allem das sogenannte Nachtjackenviertel sowie die Straßen Elsternweg, Fasanenweg, Am Stockfeld, Stegmannstraße und Büschingstraße betroffen. Im Bereich Bückeburg wurden der Biomüll und die Gelben Säcke in Cammer, Berenbusch, Nordholz, Evesen, Röcke und Petzen nur entlang der Hauptstraßen abgeholt. In Beckedorf konnten die Straßen An der Heisterburg, Sonnenweg, Albert-Schweitzer-Straße und Gerhart-Hauptmann-Straße von der Papier- und Hausmülltour nicht angesteuert werden, in Heuerßen waren die Straßen Eichenbruch und Kattenriehe von den Ausfällen betroffen.
 Um den angestauten Müll möglichst schnell los zu werden, können betroffene AWS-Kunden bei der jeweils nächsten regulären Abfuhr zusätzlich zu den dann sicherlich prall gefüllten Tonnen weitere Säcke mit Bio- und Restmüll an die Straße stellen. Diese sollten allerdings den Umfang der dafür vorgesehenen Tonne nicht überschreiten. Papier kann wie gehabt wetter- und reißfest verschnürt in Bündeln zusätzlich bereitgestellt werden, erklärt Rintelen. „Eine Ausnahmesituation erfordert eine Ausnahmeregelung.“

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