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Boom bei Schreckschusspistolen

Zahl der kleinen Waffenscheine nimmt rasant zu Boom bei Schreckschusspistolen

Ein aus Sicht von Polizei und Sportschützen gefährlicher Trend: 128 kleine Waffenscheine für das Mitführen von Gas- und Schreckschusspistolen sind allein in den vergangenen beiden Monaten beim Landkreis beantragt worden. Nahezu doppelt so viele wie im gesamten Vorjahr.

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Die Nachfrage nach Schreckschusspistolen ist dieses Jahr rasant angestiegen. 

Quelle: tbh

Landkreis.  2015 waren es lediglich 73. Nach den Übergriffen am Kölner Hauptbahnhof in der Silvesternacht und jüngst in Kiel scheint sich ein Gefühl der Angst breit gemacht zu haben. Das zeigt auch die drastisch gestiegene Nachfrage bei dem Stadthäger Büchsenmacher Frank Marx. Sowohl der Verkauf von Schreckschusswaffen als auch Pfefferspray und CS-Gas boome derzeit. Selbst bei den Herstellern gebe es mittlerweile Lieferengpässe.

Einen objektiven Grund zur Sorge gibt es nach Angaben der Polizei nicht. „Es gibt keine entsprechenden strafrechtlichen Zahlen oder Belege aus der täglichen Praxis, die das rechtfertigen würden“, wie Polizeihauptkommissar Dietmar Scholz von der Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg betont. Die Zahl der Straftaten ist laut Kriminalitätsstatistik im vergangenen Jahr sogar gesunken.

Hinzu komme, dass Pfefferspray und die sogenannten erlaubnisfreien Reiz-, Signal- oder Schreckschusspistolen keinen wirklichen Schutz darstellen. Im Gegenteil, sie seien sogar gefährlich: „Man hat eine Waffe, die auch Schaden anrichten kann“, erklärt Axel Bergmann, Präventionsbeauftragter vom Polizeikommissariat Stadthagen.

„Courage zeigen“ und sich im Ernstfall Hilfe holen, ist nach Worten von Hauptkommissar Scholz aber wesentlich besser, als sich auf die Sprühdose in der Tasche zu verlassen.

Auch Thomas Bresche, der Vorsitzende des Schützenbundes Stadthagen, spricht von einem „Trend, der unterbunden werden muss“. Zumal auch der kleine Waffenschein keine Berechtigung sei, Schreckschusspistolen in der Öffentlichkeit zu benutzen, und bei allen Arten von Waffen der Notwehrparagraf gelte. Das bedeutet, es muss sich um eine Situation der „Bedrohung für Leib und Leben“ handeln, wie der Präventionsexperte Bergmann ausdrücklich betont.

In den Schützenvereinen wird laut Bresche keinesfalls der Umgang mit der Waffe zur Selbstverteidigung geübt. „Wir wehren uns vehement dagegen, Menschen auszubilden, damit sie sich mit Waffen wehren können“, stellt der Vorsitzende des Stadthäger Schützenbundes „im Namen aller Schützenvereine“ klar. tbh

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