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Boot explodiert im Yachthafen

Schweres Unglück in Minden Boot explodiert im Yachthafen

Bei einer heftigen Explosion eines Sportbootes im Mindener Yachthafen im Ortsteil Hahlen am späten Dienstagabend sind 15 Feuerwehrleute und ein Polizist zum Teil schwer verletzt worden. Sie waren zu einem Einsatz gerufen worden, da Rauch aus einem Motorboot gestiegen war.

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Das Sportboot liegt nach der heftigen Explosion völlig zerstört im Yachthafen in Minden-Hahlen. 17 Einsatzkräfte sind zum Teil schwer verletzt worden und sind noch vor Ort notärztlich behandelt worden, bevor sie ins Krankehaus gebracht wurden.

Quelle: Fotos: Schwanke

MINDEN. Als die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Hahlen und der Berufsfeuerwehr gegen 22.20 Uhr am Einsatzort eintrafen, gingen sie auf das Boot, um die Ursache des Qualmes ausfindig zu machen.

Es war nach Angaben des Einsatzleiters Heino Nordmeyer eine weiße Rauchentwicklung zu sehen, die sich die Feuerwehrleute bisher nicht erklären konnten. Eine Flamme sei nicht erkennbar gewesen. Kollegen seien auf das Schiff gegangen, um die Rauchentwicklung zu erkunden. Die weiteren Helfer standen direkt neben dem Schiff, weil sie die Wasserversorgung aufbauen wollten. Als die beiden Einsatzkräften im Boot eine Wärmebildkamera gereicht bekamen, die Explosion. „Wir haben nur noch einen Knall gehört“, erinnert sich Nordmeyer.

Einsatzkräfte reagieren sofort

„Ich dachte, als ich das Schiff sah, die beiden Einsatzkräfte auf dem Schiff finden wir nicht wieder.“ Glücklicherweise sei das aber nicht der Fall gewesen. Beide Feuerwehrleute seien auf dem Schiff erkennbar gewesen. Einer habe sogar um Hilfe rufen können. Der andere sei zeitweise unter Wasser gedrückt worden. Die umstehenden Kräfte hätten sofort reagiert, ihre Montur ausgezogen und seien in den Mittellandkanal gesprungen. Die Kreisleistelle rief den sogenannten MANV (Massenanfall von Verletzten) aus. Etliche Krankenwagen und Notärzte fuhren zum Hafen.

Die Einsatzkräfte auf dem Boot erlitten zum Teil schwere Verletzungen. Autoscheiben im Nahbereich des Hafens zersplitterten wegen der Druckwelle der Explosion. Teile flogen bis zu 25 Meter weit. Nach Zeugenberichten war die Detonation sogar bis zum Mindener Bahnhof zu hören. Dieser ist etwa sechs Kilometer vom Unglücksort entfernt.

„Wer so etwas erlebt, kann nicht einfach so weitermachen“

Die zum Teil schwer verletzten Einsatzkräfte wurden ins Krankenhaus gebracht. Sofort wurden die Taucher aus Petershagen und ein Helikopter angefordert. Es war nicht auszuschließen, dass es Vermisste gab, die möglicherweise auch ins Wasser gefallen sein könnten. Doch was das betrifft, gab es kurze Zeit später Entwarnung.

Nachdem die Verletzten abtransportiert worden waren, tauschte die Feuerwehr ihre Mannschaft aus. „Wer so etwas erlebt, kann nicht einfach so weitermachen“, sagt Nordmeyer. Das Feuer an sich sei schnell gelöscht gewesen.

Im Einsatz waren 17 Feuerwehrleute der Löschgruppe Hahlen, acht der Mindener Berufsfeuerwehr und als Unterstützung 22 Kräfte aus Kutenhausen und Stemmer. Die Helfer werden psychologisch betreut.

Schuhe von den Füßen gerissen

Gestern gab es dann eine Pressekonferenz der Stadt Minden. Mit dabei waren unter anderem Mindens Bürgermeister Michael Jäcke, Einsatzleiter Nordmeyer sowie der leitende Notarzt an diesem Abend, Gunter Veit. Dabei informierten sie darüber, dass drei Helfer schwer verletzt sowie acht leicht verletzt seien. Sie werden im Klinikum Minden sowie in Lübbecke behandelt. Zwei Personen liegen derzeit noch auf der Intensivstation. Die Verletzten haben nach Angaben in erster Linie ein Explosionstrauma, sagt Notarzt Veit, darunter Knochenbrüche und Inhalationstraumata. Die Wucht der Detonation habe ihnen die Masken aus dem Gesicht gerissen. Auch die Schuhe seien von den Füßen gerissen worden. Man könne froh sein, dass es keine Toten gibt.

Der Besitzer des Bootes ist nach Angaben von Ralf Kuntschke von der Wasserschutzpolizei bereits befragt worden und am Tag auch noch bei seinem Gefährt gewesen. Das Gelände sei frei zugänglich, der Hafen zu dem Zeitpunkt zu 100 Prozent ausgelastet gewesen. Die Polizei beauftragte einen Gutachter, der das Unfallboot untersuchen soll. Zur Explosionsursache kann die Polizei noch keine Angaben machen.

Einer ersten Schätzung zufolge beträgt der Schaden etwa 500000 Euro. Zwei andere Boote wurden beschädigt. Ein am Hafen abgestelltes Auto sei nur noch Schrott. Nachdem der Verkehr auf dem Kanalhafen in der Nacht vorübergehend gesperrt war, ist dort wieder freie Fahrt. vin mit mt

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