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Bornemann will 120 Mitarbeiter entlassen

Krise bei Obernkirchener Pumpenhersteller Bornemann will 120 Mitarbeiter entlassen

Der nächste harte Schlag für den Obernkirchener Pumpenhersteller ITT Bornemann: Das Unternehmen will 120 weitere Arbeitsplätze abbauen. Das wurde den Mitarbeitern am Dienstag in einer kurzfristig anberaumten Betriebsversammlung mitgeteilt.

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Der Stellenabbau beim Obernkirchener Pumpenhersteller ITT Bornemann setzt sich fort.

Quelle: Archivfoto

Obernkirchen. Die Umsatzerwartungen seien in den ersten vier Monaten des Jahres 2016 nicht erfüllt worden, deshalb müsse man nun auf einen weiteren Teil der Belegschaft verzichten, hieß es.
„Für das Unternehmen eine Katastrophe“, urteilte der Betriebsratsvorsitzende Axel Weinert am Dienstag auf Anfrage unserer Zeitung. Die Geschäftsleitung habe sich zu diesem Schritt entschlossen, weil „die Zahlen wesentlich schlechter ausfallen als erwartet“.

Aufhebungsverträge und Kündigungen

Wie Weinert erläuterte, wolle die Unternehmensleitung nun versuchen, mit den betroffenen Mitarbeitern Aufhebungsverträge abzuschließen. Konkret: Abfindungen anbieten und die bestehenden Verträge im Einvernehmen auflösen. Sofern keine Einigungen erzielt werden könnten, schließt auch Betriebsratschef Weinert erneute betriebsbedingte Kündigungen nicht aus.
Für Mittwochvormittag ist ein Warnstreik vor den Toren Bornemanns geplant. Eigentlich sollte es dabei um die Tarifauseinandersetzungen gehen, die die Gewerkschaft IG Metall mit den Arbeitgebern führt. Aller Voraussicht nach wird der geplante Stellenabbau bei dem Pumpenhersteller am Mittwoch nun auch Thema sein.
Für ITT Bornemann kündigt sich damit die nächste Restrukturierungswelle an: Erst im vergangenen September hatten sich Betriebsrat und Unternehmensleitung nach langen Verhandlungen auf den Abbau von 98 Stellen geeinigt. Im Frühjahr 2015 war zunächst die Rede von 120 Arbeitsplätzen, die wegfallen sollen. Man einigte sich auf weniger Kündigungen, was die Belegschaft aufatmen ließ.
Kommt es nun aber so, wie es gestern angekündigt wurde und 120 Mitarbeiter werden entlassen, dann ist bei Bornemann in Obernkirchen die Belegschaft innerhalb von zwei Jahren um über die Hälfte geschrumpft. 2014 waren noch 540 Menschen in Obernkirchen beschäftigt; nach den 120 angekündigten Entlassungen werden es noch etwa 250 sein. Grund für die schlechten Umsatzprognosen für den Pumpenhersteller sei weiterhin die Talfahrt des Ölpreises. „Die Preise sind im Keller. Und wir sind zu 90 Prozent vom Öl abhängig“, machte es Weinert deutlich.

Erstes Quartal hinter Erwartungen zurück

Der Ölpreis auf dem Weltmarkt liegt derzeit bei rund 40 Dollar pro Barrel. Bei Investitionen würden sich die Ölförderfirmen, für die Bornemann schließlich Pumpen aus Obernkirchen liefert, deshalb zurzeit stark zurückhalten. Die Umsatzerwartungen für 2016 seien schon deutlich zurückgefahren worden. Aber offensichtlich reichen die Ergebnisse des ersten Jahresquartals trotzdem nicht für eine aussichtsreichere Prognose aus.
Mit noch weiter schrumpfender Mitarbeiterzahl sieht Axel Weinert aber große Probleme auf das Unternehmen zukommen. Wenn die Konjunktur in der Branche wieder anziehe, habe Bornemann Schwierigkeiten, Aufträge zu erfüllen. Der Betriebsratsvorsitzende ist bereit, Kurzarbeit zu machen, „um die Durststrecke zu überwinden“. Auch eine vertragliche Reduzierung der Wochenarbeitszeiten ist für Weinert eine Lösung, einen Teil der Entlassungen doch noch zu verhindern. ll

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