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Brexit: Verflogener Optimismus

Referendum Brexit: Verflogener Optimismus

Am Donnerstag entscheiden die Briten, ob sie Teil der EU bleiben wollen. Schaumburger mit britischen Wurzeln zeigen sich zumeist eher weniger angetan vom Brexit.

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Quelle: Symbolfoto (dpa)

Landkreis. Geoffrey Rich, Physiotherapeut und Musiker, lebt seit 1968 in Stadthagen. Der 70-Jährige möchte, dass Großbritannien in der EU verbleibt. Auf der Fähre von Calais nach Dover habe er jüngst ein gleichaltriges Ehepaar aus England getroffen, das am Donnerstag zur Wahl aufgerufen ist. „Wenn ihr rausgeht, das wäre ein Desaster, eine Katastrophe“, vertrat Rich seine Meinung.

Deutsche könnten Austritt nicht verstehen

Er fühlt sich als Vertreter seiner Landsleute in Deutschland und befürchtet, dass die Deutschen einen Austritt nicht verstehen würden, nach dem Motto: „Wollt ihr mit uns nichts mehr zu tun haben?“ Das englische Ehepaar sah laut Rich hingegen bei einem Austritt Großbritanniens aus der EU keine Probleme im künftigen Verständnis, erst recht nicht in wirtschaftlicher Hinsicht. Man werde doch weiterhin BMW und Mercedes kaufen.

Rich sieht den Brexit vor allem als Entscheidung für die jungen Menschen. Diese seien unbelastet von der Vergangenheit und hätten einen offeneren Blick auf Europa. Rich schätzt, dass die Entscheidung auf jeden Fall knapp ausfallen werde.

Austritt wäre ein Fehler für die Wirtschaft

Das meint auch Michael Jordan (51), Qualitätsleiter im Stadthäger Standort des Unternehmens Faurecia. Der gebürtige Nordire meint ebenfalls, dass Großbritannien die EU nicht verlassen sollte: „Für die Wirtschaft wäre der Austritt ein großer Fehler.“ Außerdem könne eine Spaltung die europäische Macht schwächen. Er könne andererseits auch Briten verstehen, die Ängste hätten vor einer großen Welle von Migranten und Folgen für das Sozialsystem befürchten.

Auch am Abendbrottisch von Holger Wirtz ist der Brexit Thema. Der Schulleiter des Stadthäger Wilhelm-Busch-Gymnasiums ist mit einer Britin verheiratet, und mit den drei Söhnen im Alter von elf bis 17 Jahren geht es mehrmals im Jahr nach England. Sorge macht Wirtz die „Grundstimmung“ nicht nur in der Heimat seiner Frau, sondern auch in anderen Ländern Europas und ebenso in den USA. „Der Optimismus und die positive Grundstimmung sind verflogen“, hat Wirtz festgestellt. Auch die Söhne bekämen das mit.

„Die beiden Älteren bemerken diesen Zungenschlag, den die Debatte in Großbritannien hat“, sagt Wirtz. Dabei seien sie noch damit aufgewachsen, dass es völlig normal sei, gleichzeitig eine deutsche, britische und zuvorderst europäische Identität zu haben.
Die Schaumburger Nachrichten berichten am Donnerstag aktuell ab morgens auf www.sn-online.de über die Entscheidung in Großbritannien. Die ausführliche Berichterstattung mit Hintergründen lesen Sie in der Freitagsausgabe der SN.

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