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„Bufdis“ gehen langsam an den Start

Landkreis / Schleppender Start „Bufdis“ gehen langsam an den Start

Einen Monat nach dem Start des Bundesfreiwilligendienstes (BFD) hält sich die Zahl der „Bufdis“ in Schaumburg in Grenzen. Das Nachfolgemodell des Zivildienstes ist noch weit entfernt davon, ein Selbstläufer zu sein. Trotzdem ist Bewegung ins Spiel gekommen. Nach einem schleppenden Start treten zum 1. August nach und nach die ersten Freiwilligen den Dienst an. Die Zahl der Bewerber ist inzwischen gestiegen. Der Wegfall der Altersbegrenzung hat noch keine Wellen geschlagen. Die Hauptgruppe bilden nach wie vor die Schulabgänger. Ältere Menschen zeigen nur vereinzelt Interesse.

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Bundesfreiwillige sind in gemeinnützigen Einrichtungen von Lebenshilfe und Caritas stark gefragt.

Quelle: haz

Landkreis (kil). Eine positive Wende hat Thomas Brandt von der Ökologischen Schutzstation Steinhuder Meer (ÖSSM) erlebt. Während im April nur Bewerbungen von zwei Anwärtern für zwei Stellen vorlagen, sei die Bewerberliste jetzt „pickepacke voll“. Eine Frau und ein Mann treten am 1. August ihren Dienst an. Nach einem dürftigen Start seien plötzlich 40 Bewerbungen ins Haus geflattert. „Man darf nicht vergessen, dass die Arbeitsbedingungen am Anfang völlig unklar waren“, erklärt er das Zögern der Bewerber. Langsam klärten sich viele Fragen. Rund ein Drittel der Anwärter sei weiblich. „Anfragen von Älteren gab es erst zwei.“
Der Landkreis als Träger des Krankenhauses und des Kreisaltenzentrums hat nach Angaben von Dezernentin Ursula Müller-Krahtz noch keine konkreten Pläne, BFD-Stellen zu vergeben. Ihr zufolge sind durch den Wegfall der Zivis keine schweren Probleme zu erwarten. Dass einige Heime und ambulante Dienste den Wegfall des Zivildienstes beklagten, halte sie für nicht nachvollziehbar. Schließlich dürften Zivis – ebenso wie „Bufdis“ sowieso nur für zusätzliche Tätigkeiten eingesetzt werden. Zudem sehe sie in der Bürgerarbeit ein Konkurrenzmodell, weil es bezüglich des Personenkreises Überschneidungen gebe.
Anders sieht es bei der Paritätischen Lebenshilfe Schaumburg-Weserbergland (PLSW) aus. Befürchtete die Geschäftsführung vor vier Wochen „eine erhebliche Unterdeckung“, teilte Geschäftsführer Manfred Seller jetzt mit, dass sich die Nachfrage durch die „Freiwilligen-Agentur“ gesteigert habe, auch wenn es nicht möglich gewesen sei, gleich alle 20 Stellen zu besetzen. „Wir haben aber auch die Hacken scharfgemacht“, also die Werbetrommel gerührt. Unter den Bewerbern sei ein einziger älterer Mann in den Sechzigern, mit dem die PLSW im Gespräch sei. Restliche Lücken versuche man mit dem FSJ (Freiwilliges Soziales Jahr) und dem Berufsvorbereitenden Jahr zu kompensieren. Vier Zivis seien zudem durch eine Festanstellung ersetzt worden.
Nicht von der Umstellung betroffen ist der Kreisverband der Arbeiterwohlfahrt (Awo) in Schaumburg, wie Geschäftsführerin Heidemarie Hanauske mitteilte. Während die Awo bundesweit Engpässe durch die Umstellung befürchtet, hat der Kreisverband in der Vergangenheit auch keine Zivis beschäftigt. „Wir sind überwiegend in der Beratung tätig“, meint Hanauske. Da biete sich ein Freiwilligendienst eher weniger an.
Auch die DLRG hat bisher keine Zivis eingestellt, startet aber jetzt mit dem BFD. Nach Auskunft der Geschäftsstelle des Bundesverbandes in Bad Nenndorf bietet die DLRG deutschlandweit 250 Stellen an. In Schaumburg gibt es nur drei Plätze, die in der Geschäftsstelle angesiedelt sind. Über zu wenig Interessenten könne sich die DLRG nicht beschweren, heißt es.
Als eine der Ersten hatte die Rheuma-Klinik Bad Nenndorf ihre BFD-Stellen ins Internet gestellt. Ab August sollten vorerst zwei von neun Plätzen besetzt werden. Mehr habe die Nachfrage nach Auskunft von Gerda Wille, Personalsachbearbeiterin, zuerst nicht hergegeben. Offene Fragen zum Thema Kindergeld hätten zu Verunsicherungen geführt. „Mittlerweile hat sich einiges bewegt“, meint Wille. „Wir sind in der Lage, alle neun Stellen zu belegen“ – Schritt für Schritt. „Wir sind auf einem guten Weg. Mal sehen, was in der Zukunft kommt.“

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